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25.05.2012 06:32
 
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Achtung, Konto-Betrug! Das rät die Polizei Karlsruhe [13]

Karlsruhe (pol/feb) - Während der Arbeitslohn früher in der "Lohntüte" übergeben und die meisten Geldtransfers in bar oder persönlich am Bankschalter abgewickelt wurden, finden Geldbewegungen heutzutage nahezu ausschließlich bargeldlos und häufig mittels Online-Banking über das Internet statt. Die Polizei Karlsruhe warnt vor weitverbreiteten Tricks und gibt Tipps zum Umgang mit dem eigenen Konto.
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Kontobetrug Polizei Karlsruhe
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Die Polizei rät: Kontrollieren Sie regelmäßig ihre Kontoauszüge und prüfen Sie dabei akribisch alle Zahlungsein- und ausgänge.
Foto: Ruediger Kottmann

Nationale Grenzen sind schon lange kein Hindernis mehr, so dass eine Überweisung weltweit auf jedes Konto erfolgen kann. Und weil das Geld auf den Bankkonten grundsätzlich sicher verwahrt ist, versuchen Betrüger mit einer Vielzahl von Tricks, diese Sicherungen zu umgehen und so an das Geld ihrer Opfer zu gelangen. Folgende Tricks kamen dabei laut der Polizei zurückliegend am häufigsten zum Einsatz:

Angeblich irrtümlich überwiesene Beträge

Die Täter überweisen Geld auf das Konto einer fremden Person. Kurz darauf wird dieser Betrag unter einem Vorwand (zum Beispiel Geld wurde "irrtümlich" überwiesen, sei aber für einen Freund im Ausland bestimmt) zurückgefordert. Die Rücküberweisung soll allerdings nicht auf das Ursprungskonto, sondern auf ein anderes Konto - oftmals im Ausland, erfolgen.

Finanzagent im Nebenjob

Die Täter bieten als Firma getarnt Nebenjobs mit besten Verdienstmöglichkeiten an. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit muss der Bewerber nur über ein deutsches Girokonto verfügen und dies für den Transfer von Geldern zur Verfügung stellen. Damit sollen ahnungslose Kontoinhaber für eine Tätigkeit als so genannte Finanzagenten gewonnen werden. Als Geschäftspartner nehmen sie dann Zahlungen der Auftraggeber entgegen und leiten diese abzüglich der ihnen zugesagten Provision an unbekannte Dritte, zumeist an ein ausländisches Konto, weiter.

Bei beiden Varianten stammen die überwiesenen Gelder von Konten, deren Daten die Täter mittels Betrugs erlangt haben. Das führt dazu, dass die ursprünglichen Überweisungen von den rechtmäßigen Kontoinhabern widerrufen werden. Da die Opfer das Geld aber schon weitergeleitet haben, müssen sie den Schaden begleichen. Auf ähnliche Weise versuchen Geldwäscher illegal erwirtschaftetes Geld aus dem Drogen- oder Waffenhandel in den Wirtschafts- und Finanzkreislauf einzuschleusen, um seine Herkunft zu verschleiern. Den Finanzagenten trifft es dabei doppelt: Er wird nicht nur zum Opfer, sondern macht sich wegen sogenannter "leichtfertiger Geldwäsche" auch noch selbst strafbar.

Unberechtigte Abbuchungen (sogenannte Abofalle)

Zumeist im Rahmen telefonischer Gewinnmitteilungen oder Meinungsumfragen gelingt es besonders geschulten Anrufern, Informationen über die Bankverbindung zu erhalten. Im Anschluss daran folgen regelmäßige Abbuchungen vom Konto der Geschädigten. Nach Ablauf des Widerspruchs können solche unrechtmäßigen Abbuchungen nicht mehr rückgängig gemacht werden und erlangen Rechtskraft.

Vorauszahlung bei angeblichen Gewinnen

In unerwarteten Anrufen werden zumeist älteren Menschen vermehrt Geldgewinne oder hochwertige Sachpreise mitgeteilt. Meistens handelt es sich dabei um Autos, die im Ausland auf den Glücklichen warten und von dort nach Deutschland eingeführt werden müssen. Dafür würden allerdings Bearbeitungsgebühren für die Auszahlung beziehungsweise Steuern für die Ausfuhr und Kosten für den Transport geltend gemacht. Die geforderten Unkosten sind in aller Regel mittels Geldtransfer ins Ausland über Western Union oder die virtuellen Zahlungssysteme "UKash" oder "Paysafe" zu begleichen. Nach dem Geldtransfer warten die vermeintlichen Gewinner dann allerdings vergeblich auf ihren Gewinn.

Manipulation von Überweisungsträgern

Zumindest in ländlichen Gebieten ist es durchaus üblich, ausgefüllte und unterschriebene Überweisungsträger außerhalb der Banköffnungszeiten in den Bankbriefkasten einzuwerfen. Da diese zumeist nicht über entsprechende Sicherungseinrichtungen verfügen, können die Formulare aus dem Briefkastenschlitz herausgefischt werden. Die Betrüger ändern entweder die Empfängerdaten oder fertigen nach einer Kopie der Daten einen neuen Überweisungsträger und werfen diesen wieder in den Briefkasten. Die Überweisung erfolgt danach auf ein anderes, zumeist ausländisches, Konto.

Die Polizei Karlsruhe gibt deshalb folgende Tipps

  • Reagieren Sie kritisch, wenn Sie einen Gewinn in Aussicht gestellt bekommen, obwohl Sie nicht an einem Gewinnspiel oder Rätsel teilgenommen haben. Leisten Sie niemals Vorauszahlungen auf einen versprochenen Gewinn.
  • Werden Sie misstrauisch, wenn Sie auffällige Zahlungseingänge auf Ihrem Konto feststellen oder Sie als Finanzagent angeworben werden sollen.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig ihre Kontoauszüge und prüfen Sie dabei akribisch alle Zahlungsein- und ausgänge.
  • Werfen Sie ausgefüllte Überweisungsträger nur in den Briefkasten der Bank, wenn dieser den erforderlichen Sicherheitsstandards entspricht. Geben Sie die Formulare am besten während den Öffnungszeiten am Bankschalter ab.
  • Prüfen Sie sehr genau, wem Sie Informationen über Ihre Bankverbindungen anvertrauen und preisgeben.
  • Wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Bank, wenn Sie Kontobewegungen feststellen, die Sie nicht selbst veranlasst haben beziehungsweise sich nicht erklären können. Erstatten Sie bei Betrugsverdacht unbedingt Anzeige bei der Polizei.
Für Fragen zum Thema steht Kriminalhauptkommissar Michael Cordier vom Betrugsdezernat beim Polizeipräsidium Karlsruhe unter der Rufnummer 0721/939- 5320 zur Verfügung.

Mehr zu: Polizei Betrug Konto Überweisung



Kommentare [13]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (1610 Beiträge) | 29.05.2012 10:37
    Bewerten: (0)
    Banken sind doch unsere Götter...
    ...so verstehen die sich wenigstens. Mindestens einige Kontoführer (und deren Vorgesetzte, sonst würden sie das nicht dulden) der Sparkasse Karlsruhe. Diese Arroganz, dieses Besserwissen und wenn man nachhaken tut kommt nur Geschwafel und keine Grundlage. Die stellen sich ja sogar über Gerichte und akzeptieren nicht deren Feststellungen. Und was bleibt dir? Ggf. Klagen, was dir was ausmacht, aber nicht denen. Aber auf jeden Fall einen großen Bogen um dieses Volk. Ich warte noch immer auch die Entscheidung der EU, in der die Rechtsnatur der Sparkassen wegen Wettbewerbsverzerrung - Sparkassen sind öffentlich-rechtlich - verboten werden soll. Wenigstens die Kontaktpersonen zum kleinen unbedeutenden Kunde sollten höfflich und kompetent sein. Denn auch Kleinvieh macht Mist, von dem die leben.
  • (1020 Beiträge) | 25.05.2012 12:23
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    der Bericht
    an sich ist nicht schlecht, aber was hier für Kommentare abgelassen werden, mein lieber Mann.
  • (1323 Beiträge) | 26.05.2012 17:07
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    Naja er kommt halt für etliche zu spät der Bericht bzw. das polizeiliche Engagement
    Schau mal bei Phishtank rein!
    Wenn Du früher so ein linkes Ding gemeldet hast, hattest du oft mehr Rennereien als die wo dafür bezahlt werden. Erst nach dem sich die gauner auch noch erdreisteten sich als Pozelei auszugeben kam der Amtschimmel in Bewegung.
    Finde den Bereicht gut und will auch mehr davon hören!
    Die Reaktionen hier kann ich verstehen.
    Trotz allen Speicherungen privater Daten und dem Gewimmel von staatlichen Viren auf privaten Rechnern werden die Behörden weiterhin wie lästiges Gewürm von den Banken behandelt, wenn die in nem Betrugsfall schnell ne popelige Bankauskunft brauchen. Bis der Hr. Bulle alle seine Scheinchen für die Bankauskunft hat, haben die Drahtzieher schon die dritte Villa im Ausland bezogen. ABER wir müssen sparen für EU und je größer sich D dabei vorkommt desto besser!
    ALLES NUR VOM FEINSTEN! Ich kann mir auch absolut NIX besseres vorstellen.
  • (1350 Beiträge) | 25.05.2012 10:55
    Bewerten: (0)
    Ich bin mir nicht sicher
    Ob die Täter die Informationen nicht direkt von den Bankstern bekommen.Wenn ich auf mein ausländisches Konto überweise,bekommen die Drecks-Amis alle Daten(Adresse,Abgangskonto,Zielkonto) frei Haus geliefert.Und wie es mit dem Datenschutz der Amis bestellt ist,wissen wir alle.Und falls Sie mal trotz gemerkter Pin,Abdecken bei der Eingabe trotzdem eine unberechtigte Abbuchung reklamieren,sind sie bei der Sparda-Bank selber schuld.Da wird dann festgelegt,daß die PIN aufgeschrieben sei oder andere eigene Fahrlässigkeit vorliegt.
  • (77 Beiträge) | 25.05.2012 14:00
    Bewerten: (0)
    jetzt mal langsam
    ..was heißt hier Dreck-Amis - mit solchen Äußerungen wäre ich vorsichtig. Soviel ich weiß, laufen solche Dinge eher im europäischen Bereich ab - oder ?!?!
  • (1350 Beiträge) | 26.05.2012 11:08
    Bewerten: (0)
    Schau mal hier
    Gut, nur die amis verteufeln geht nicht,da muß auch das EU-Pack mit ins Boot.Kannst ja selber nachlesen.
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/SWIFT-Abkommen-zum-Finanzdatentransfer-tritt-in-Kraft-1048817.html

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/swift-abkommen-usa-haben-zugriff-auf-innereuropaeische-bankdaten-a-742783.html
  • (1610 Beiträge) | 25.05.2012 10:09
    Bewerten: (0)
    Bankgeschäfte im Internet
    Am besten man hat für Geschäfte im Internet ein eigenes Konto mit nur geringem Bestand. Doch so ein Konto, auf das nur eigene Überweisungen und keine laufenden Einnahmen fließen, ist bei einer Bank, besonders bei der Sparkasse, kaum zu bekommen. Da muss man sich schon was einfallen lassen. Durch diese Schwierigkeiten unterstützen die Banken indirekt Internetkriminalität. Und erst jetzt wurden die AGBs deutlich geändert, die Banken haften fast nie. Und was machen die ganzen Arbeiter und Rentner, die ohnehin kaum den Kontoauszug lesen können?
  • (250 Beiträge) | 25.05.2012 11:37
    Bewerten: (0)
    Man muss nur...
    ... zu einer richtigen Bank wechseln. Die DiBa haftet sogar bei Fahrlässigkeit des Kunden: https://www.ing-diba.de/kundenservice/sicherheit/sicheres-banking/
    Und wer bei der Sparkasse ist, ist selber schuld. Schlechter gehts wahrscheinlich überhaupt nicht.
  • (6036 Beiträge) | 25.05.2012 09:16
    Bewerten: (0)
    Ich finde den Bericht auch gut.
    Es wäre nicht schlecht, wenn in dieser Weise öfter über Gefahren auch im Bereich Internet aufgeklärt wird.
  • (3686 Beiträge) | 25.05.2012 09:15
    Bewerten: (0)
    Wie naiv muss man sein
    um sich in der heutigen Zeit als Finanzagent anwerben zu lassen ??
    Wie kann man einer angeblichen Firma sein eigenes Konto für deren
    Zahlungen zur Verfügung stellen ? Und welche Banken spielen da mit
    und eröffnen solche Girokonten ohne misstrauisch zu werden ?
    Geldwäsche ist strafbar, das müsste sich doch herumgesprochen haben.
  • (1323 Beiträge) | 26.05.2012 16:48
    Bewerten: (0)
    In dem eine Mail vom Arbeitsamt in dein Postfach flattert
    oder irgendeiner anderen Behörde etc.
    Und auf so was ähnlichem wie ner HP finden sich Firmenlogos vom feinsten.
    Die Herrschaften sind schlau mindestens so schlau wie etliche unserer Politiker, aber weitaus pfiffiger und die Mail Texte werden grammatikalisch auch immer besser!
  • (4087 Beiträge) | 25.05.2012 08:56
    Bewerten: (0)
    Stimmt sehr informativ
    Jetzt könnte noch ein Artikel über die seit Anfang Mai laufende Phishing-Welle folgen.
  • (4161 Beiträge) | 25.05.2012 08:13
    Bewerten: (0)
    Guter Artikel
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