Abschaffung der Notrufnummer 19222 - nicht alle ziehen mit
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Karlsruhe (ber) - Der Bundestag hatte beschlossen, dass bis 1. Juli die Rettungssysteme umgestellt und die Notrufnummer 19222 nur noch für Krankentransporte verwendet werden sollte. Ist die 112 ab jetzt die Antwort auf alle Probleme? Ob im akuten Krankheitsfall oder bei einem umgestürzten Baum - die 112 soll nun Anlaufstelle für alle Notfälle werden. Das DRK sieht dies allerdings problematisch.
Nachdem die EU beschlossen hatte, eine europaweite Notrufnummer einzurichten, nämlich die 112, sah sich der Bundestag im März 2009 in der Pflicht diese Forderung umzusetzen. Nach Angaben der Pressesprecherin des Ministeriums für Arbeit und Soziales habe dies immense Vorteile für das Rettungssystem: das Wählen der 112 ist kostenlos, somit auch ohne Guthaben auf dem Handy erreichbar, und erfordert keine Kenntnis der örtlichen Vorwahl.
"Die Feuerwehr hat die Leitstellen im März in Kenntnis gesetzt und darüber informiert, dass sie ihre technischen Kapazitäten ausbauen müssen", so die Pressesprecherin. Gesagt, getan - das meint zumindest Jürgen Bordt, der organisatorische Leiter der Leitstellen. Neben den 40 ehrenamtlich tätigen Arbeitskräften, stünde ihnen jeder Zeit das aus 17 Leuten bestehende Hauptamtspersonal für Notfälle zur Verfügung.
"Das Problem sind dann kurzfristig auftretende Szenarien"
"Die Gefahr, dass in der Leitstelle ein Krankenfall liegen bleibt, besteht nicht", ist er sich sicher und schließt eine Überlastung der Leitungen von vorne herein aus. Die Rettungsfälle würden bereits im Vorfeld aussortiert und direkt an die Rettungsdienste weiter geleitet. Das allerdings sieht Jörg Biermann, der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, kritisch.
Es sei nicht möglich vorherzusehen, welche der Anrufe nun medizinisch und damit dringender seien. "Das Problem sind dann kurzfristig auftretende Szenarien", so Biermann. Ein Sturm, ein Stromausfall - solche unvorhersehbaren Dinge würden schnell passieren und dann brauche es zunächst mehr als eine Viertelstunde bis das benötigte Personal nachziehe. Eine Viertelstunde - für einen Herzinfarkt-Patienten könne es dann schon zu spät sein.
"Es war ein nicht nachvollziehbarer Schritt"
Die 112 sei eindeutig die Notrufnummer der Feuerwehr. Nur 8.000 der jährlich eingehenden 108.000 Notrufe seien für die Feuerwehr bestimmt. Die Entscheidung des Bundes sei ein nicht nachvollziehbarer Schritt, findet Biermann. Gemeinsam hätten sie mit der Berufsfeuerwehr Karlsruhe beschlossen, die Forderung des Bundes nicht umzusetzen und die 19222 beizubehalten. Zudem hätten sie eine inoffizielle Abmachung mit dem Ministerium für Arbeit und Soziales getroffen.
Die 112 soll demnach wahrscheinlich künftig direkt zur Leitstelle der Rettungsdienste und nicht zu der der Feuerwehr führen. Ihr eigentliches Ziel sei aber, für jeden Notruf - Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst - entsprechend der Rettungssysteme der Schweiz und Österreichs eine eigene Notrufnummer einzurichten.
Mehr zu: Notrufnummer 19222 Abschaffung Umsetzungsprobleme
- (8 Beiträge) | 05.07.2009 11:47DumpfbackenDas zeigt mal wieder wie weltfremd(und du...) die Leute in Brüssel und Berlin sind.Hochachtung vor den Feuerwehrleuten.
- (106 Beiträge) | 05.07.2009 12:33Nachdenken.. es könnte aber auch sein, dass da das DRK Pründe sichern will. Wer gibt schon gern Aufgaben, für die man Geld kriegt, gerne ab!
- (343 Beiträge) | 05.07.2009 13:25@jungedas Problem liegt nicht in Brüssel oder Berlin, sondern ist Hausgemacht beim DRK und nicht erst seit gestern....
Siehe
http://www.landkreis-karlsruhe.de/index.phtml?object=tx|1636.10.1&ModID=7&FID=1636.1626.1&La=1&sNavID=1076.35&mNavID=1076.3&qNavID=&ffmod=tx&ffsn=&
und
http://www.notfallrettung-stuttgart.de/med%20notruf.html
insb. der Absatz:
„…1999…Ursprünglich war geplant, in die neue Karlsruher Leitstelle auch den Rettungsdienst zu integrieren. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch aus vielerlei Gründen, vor allem am Widerstand des DRK, das die Konkurrenz der Berufsfeuerwehr im Bereich der Rettungsdienste fürchtet und daher bis heute die gemeinsame Leitstelle blockiert.“ (aus: Gegen Feuer und Flamme, Grau/Guttmann, Karlsruher Stadtarchiv Band 23, Info-Verlag 2001). - (4 Beiträge) | 05.07.2009 14:14Ganz Gallien ?Ein Notruf-System, dass in vielen Ländern funktioniert, soll ausgerechnet im Landkreis Karlsruhe nicht funktionieren ?
Die Entscheidung zur 112 kam auch nicht völlig überraschend, schon lange hätte man sich entsprechend darauf vorbereiten können - hätte man das gewollt. Erstaunlich ist nun, wie selbstverständlich man sich in Karlsruhe über ein Gesetz bzw. eine Verordnung hinwegsetzt. Ich werde nun auch eine "inoffizielle Abmachung" mit dem Gesetzgeber treffen, damit ich mich über Recht und Ordnung hinwegsetzen kann, wenn es mir passt. - (301 Beiträge) | 05.07.2009 14:39Blockade aus Eigennutz?Man könnte bequem die gleiche Rettungsleitstelle ebenso unter der 112, wie unter der 19222 erreichbar machen.
Was wäre daran so schlimm?
Jetzt murkst man da dann ein Wenig rum und widmet die 19222 um und die EU soll schuld sein?
Hat die EU etwa die 19222 als (alternative) Notrufnummer untersagt?
Das Problem wirkt hausgemacht, denke ich und jetzt verunsichert man die Bürger vorsätzlich mit einer Meldung Angst, das man entgegen den möglichen Annahmen behauptet, dass keine Gefahr besteht, dass ein Krankenfall liegen bleibt, worauf ja in diesem Zusammenhang erst einmal keiner kommen würde. Das ist doch eine klare Sache: Die werden den Teufel tun und nicht dafür sorgen, dass die Rettungskette weiterhin ohne Beeinträchtigungen funktionieren kann.
Die dafür Verantwortlichen sollten nur eines tun:
Sich schämen.
Auf diesem Weg in der Öffentlichkeit Druck aufzubauen, ist schlechter Stil und schadet meiner Ansicht nach dem Rettungswesen in seinem Ansehen. - (53 Beiträge) | 05.07.2009 21:05WeltfremdDass die Damen und Herren weltfremd sind ist ja nichts neues. Aber nun auch noch die Rettunsdienste in Karlsruhe? Weshalb soll es nicht funktionieren? Zumal in anderen Städten, z.B. beim DRK Rastatt, dies nichts neues ist.
- (104 Beiträge) | 06.07.2009 01:09Abschaltung der Notrufnummer 19222 vom 05 / Juli...Werter Leser,
die Aussage von Herr Biermann (Kreisgeschäftsführer DRK K´he ist absoluter Unfug.
Das DRK ist ein weiteres mal nicht bereit für eine gemeisame Leitstelle einzutreten.
Würde das DRK K´he mit Bühl eine Großleitstelle eröffnen wäre hiermit mehr erreicht ?
Die beste Lösung wäre eine Top Leitstelle aus Polizei, Feuerwehr und Rettung in einem Haus unter einem Dach.
Es ist nicht alles gut was aus Europa kommt, nur die Leitstellen endlich zusammen zuführen macht mehr als Sinn.
Das sollte eigentlich auch endlich das DRK kapieren.
Mit besten Grüßen
Richard - (2844 Beiträge) | 06.07.2009 10:44Wieaus dem Artikel hervorgeht,wählen schon jetzt die meisten die 112,wenn ein Notfall vorliegt.
Die 19222 kennen viele Leute gar nicht,beim Anruf vom Handy braucht man die Vorwahl,was zu Problemen führt,wenn man die in einer fremden Gegend ist.
Es soll jetzt amtlich gemacht werden,was sowieso schon gängige Praxis ist. - (3 Beiträge) | 06.07.2009 20:22Aufwachen DRK!!!ich denke auch das das Problem hausgemacht ist und jetzt wird vom DRK die Schuld auf die EU geschoben, dabei hätte man sich schon längst einer gemeinsamen Leitstelle anschließen können. Das die 19222 nicht abgeschaltet wird ist ja ok, aber die Vorteile der 112 liegen auf der Hand.
Kostenlos, ohne Vorwahl erreichbar, Tastensperre geht automatisch raus, EU Weit verfügbar,
19222 gabs schon immer nur in Teilen Deutschland (vor allem BW und BY).




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