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Karlsruhe AVG-Fahrer warnt: Verkehrsmoral in Karlsruhe ist am Tiefpunkt

Sven Haden ist Stadtbahnfahrer bei der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). Jetzt meldete er sich über das ka-Reporter-Formular bei ka-news und berichtet von seinen Erlebnissen in der Karlsruher Innenstadt. Er ärgert sich über rücksichtslose Fußgänger und Radfahrer, die trotz Rotlicht die Gleise überqueren. Auch findet er, die Verkehrsmoral in Karlsruhe sei am Tiefpunkt angelangt und appelliert an die Karlsruher Bürger: Bitte nehmt mehr Rücksicht! Lesen Sie die Ausführungen des AVG-Fahrers im Wortlaut:

"Schon seit etwa einem Jahr bin ich Stadtbahnfahrer bei der AVG und komme durch das 'Karlsruher Modell' bedingt öfters mal durch die Karlsruher Innenstadt und andere Innenstädte, wobei die Karlsruher am schlimmsten sind: An jeder Fußgäbgerampel laufen von mindestens zehn Menschen fünf über eine knallrote Ampel und mindestens zwei davon schauen dabei weder nach links, noch nach rechts.

Fahrrad-, Auto- und Straßenbahnfahrer müssen mehr aufpassen denn je, damit es zu keinem Unfall kommt. Die gefühlte Unfallquote steigt beinahe täglich. Doch ganz unschuldig sind sogar Fahrradfahrer nicht: Sie begehen gefühlt deutlich mehr Rotlichtverstöße als noch vor Jahrzehnten. Die Auto- und Straßenbahnfahrer wahren die Moral: Von ihnen fährt nur ganz selten einer über Rot.

Ich finde, es muss endlich konsequenter gegen Verkehrssünder vorgegangen werden, selbst wenn die Verstöße verhältnismäßig gering sind. Da sehe ich vor allem die Polizei in ihrer Pflicht mittels mehr Verkehrskontrollen und verstärkten Patrouillen durch die Straßen. Denn meiner Meinung nach gibt es Polizisten hauptsächlich für die Sicherheit und Ordnung und nicht nur für den anfallenden Papierkram im Büro. Da sollte dringend verstärkt umstrukturiert werden, damit mehr Beamte außendienstlich tätig sein können.

Auch die Politik sollte nicht tatenlos zusehen: Schärfere Gesetze müssen her, damit Radfahrer und Fußgänger bei Verstößen eine größere Mitschuld oder komplette Schuld erhalten und nicht - wie häufig zu beobachten ist - nur eine Teilschuld oder gar keine, obwohl sie für den Unfall zum Großteil verantwortlich gewesen sind. Eine Lösung wäre hier die Einführung einer Kennzeichnungspflicht für Fahrräder.

Ich bin sehr erschrocken über die aktuelle Verkehrsmoral und wie wenig Rücksicht aufeinander genommen wird. Muss es erst wieder zu einem schlimmen Unfall mit einem oder mehreren Verkehrstoten kommen, bis endlich reagiert wird? Dass die Zeit schon lange gekommen ist, zu handeln und nicht mehr zuzusehen und abzuwarten, sollte jedem klar sein, der sich auch nur ein paar Minuten in stärker frequentierten Kreuzungsbereichen oder an Straßenbahnhaltestellen aufhält!

Deswegen meine ausdrückliche Bitte an ALLE Leserinnen und Leser: Bitte nehmt mehr Rücksicht aufeinander, egal ob ihr zu Fuß, auf dem Rad oder auf der Schiene unterwegs seid. Habt immer ein Auge offen und haltet euch so gut es geht an die Verkehrsregeln. Dann müssen nicht noch mehr Unschuldige schwer verletzt werden. Jeder von uns hat Verantwortung im Straßenverkehr - jeder einzelne."

Wir wollen nun von Ihnen wissen: Ist die Verkehrsmoral in Karlsruhe tatsächlich auf dem Tiefpunkt oder ganz passabel? Stimmen Sie ab!

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