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Karlsruhe Stadt zieht Bilanz: Wie klimafair war der Karlsruher Stadtgeburtstag?

Die Festivitäten zum 300. Stadtgeburtstag 2015 rund um das Schloss sind weitgehend klimaneutral und ökologisch nachhaltig abgelaufen. Damit wurde ein Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2012 umgesetzt.

Die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) war damit beauftragt, die CO2-Emissionen während der Feiern zu erheben. Die Stadtwerke haben als Hauptsponsor die Kompensation der Emissionen über den Karlsruher Klimaschutzfonds finanziert. Bedeutung hatten die An- und Abreise der Künstler sowie der Besucher, deren Verpflegung, der Veranstaltungsort und das Veranstaltungsmanagement sowie die Printprodukte wie Flyer, Broschüren, Programmhefte und T-Shirts.

Rund 70 Prozent der Gesamtemissionen entstanden bei der Anreise mit dem Auto, obwohl nur rund ein Drittel der Besucher-Anreisen auf dieses Verkehrsmittel entfiel. Lediglich wenige Künstler reisten mit dem Flugzeug an. Dennoch sind die Anreisen internationaler Künstler mit dem Flugzeug für ebenfalls 70 Prozent der Künstler-Emissionen verantwortlich. Die Ermittlungen ergaben, dass bei Veranstaltungen des Stadtmarketings auf dem Festivalgelände 2.300 Tonnen so genannter Kohlenstoffdioxid-Äquivalente (CO2e) ausgestoßen wurden.

Die nicht vermeidbaren Emissionen wurden über den Klimaschutzfonds der KEK kompensiert. Die Kompensation erfolgte über ein eigenes Aufforstungsprojekt in Ecuador und eines in Uganda. Zudem führte die KEK als lokales Projekt mit sozialer Komponente einen Kühlgerätetausch durch. Hierbei wurden in einkommensschwachen Haushalten, die sich einem Stromsparcheck unterzogen haben, alte Kühlgeräte gegen neue der Effizienzklassen A++ und A+++ ausgetauscht.

In seiner letzten Sitzung hat der gemeinderätliche Ausschuss für Umwelt und Gesundheit (AUG) unter Leitung von Bürgermeister Klaus Stapf zustimmend von dem Bericht der KEK Kenntnis genommen. Dies galt auch für einen Zwischenbericht über Aktivitäten der Stadtverwaltung im Hinblick auf vermehrte Vermeidung von Plastiktüten im Handel. Eine neue EU-Regelung sieht vor, den Verbrauch von Plastiktüten bis 2017 zu halbieren und bis 2019 um 80 Prozent zu reduzieren. Kostenlose Plastiktüten sollen im Handel verboten werden.

Zahlreiche von der Verwaltung angesprochene Unternehmen warten auf eine endgültige gesetzliche Regelung. Einzelne Geschäfte verzichten aber bereits jetzt weitgehend auf Plastiktüten und bieten ihren Kunden mehrwegfähige Alternativen an. Für gut erhaltene Gegenstände bietet das Amt für Abfallwirtschaft (AfA) seit vier Jahren im Internet einen Tausch- und Verschenkmarkt an. Um die Werbung hierfür zu verstärken, hat das AfA sein Angebot auf dieser Seite erweitert und begleitet es auch mit zusätzlichen Maßnahmen. Das Internetangebot, die Abgabestellen der sozialen Einrichtungen sowie die Neuordnung der Sperrmüllabholung ermöglicht es somit Bedürftigen auch künftig, Brauchbares kostenlos oder kostengünstig zu finden. Auch davon hat der AUG zustimmend Kenntnis genommen.

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