197  

Karlsruhe 250 Flüchtlinge in Rheinstrandhalle: "Karlsruhe platzt aus allen Nähten"

Es ist ein bedrückendes Bild, das sich dieser Tage in der Daxlander Rheinstrandhalle bietet: Feldbett an Feldbett leben rund 250 Menschen auf engstem Raum. Die Karlsruher Flüchtlingslage spitzt sich zu - und zwar dramatisch. "Die Situation muss sich dringend verbessern", fordert Bundestagsabgeordneter Ingo Wellenreuther. Zusammen mit Landtagsabgeordneter Katrin Schütz und CDU-Stadtrat Tilmann Pfannkuch besichtigte er am Freitag die Notunterkunft Rheinstrandhalle in Daxlanden.

"Karlsruhe platzt aus allen Nähten", sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuter im Rahmen einer Ortsbesichtigung der Rheinstrandhalle in Daxlanden. Einen Tag nach der öffentlichen Forderungen einer "humanitären Taskforce" versammelten sich die Karlsruher Christdemokraten mit der Landtagsabgeordneten Katrin Schütz und Wellenreuther sowie LEA-Leiter Wilfried Schramm an der Halle, um sich die aktuelle Lage vor Ort anzuschauen.

"Bis zum ersten Gespräch vergehen meist Wochen"

Gut 250 Männer leben derzeit in der Rheinstrandhalle - mal mehr, mal weniger. Weil diese nicht mehr als ein großer Raum ist, sind keine Frauen untergebracht. In der großen Halle steht ein Bett am anderen. Menschen laufen umher, spielen Basketball, reden.

Es ist eng dieser Tage in der Rheinstrandhalle, doch eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Wilfried Schramm, Leiter der LEA, erklärt: "Allein seit dem letzten Dezember kamen gut 3.000 Flüchtlinge nach Karlsruhe. Sie übernachten notdürftig, ein echtes Gespräch mit den Verantwortlichen ist oft erst nach Wochen möglich." Trotzdem hoffen die Flüchtlinge, die sich meist wegen ihrer unterschiedlichen Herkunft nicht einmal untereinander verständigen können, auf eine Besserung der Lage.

Diese Hoffnung teilen sie mit den CDU-Politikern, die an diesem Freitag in die Rheinstrandhalle gekommen sind. Dazu sagt Wellenreuther: "Die Situation muss sich dringend verbessern - im Moment ist die Lage dramatisch. Der Ministerpräsident muss die baden-württembergische Flüchtlingspolitik zur Chefsache machen. Doch auch in der Stadtverwaltung muss die Kommunikation verbessert werden."

"Vorurteile und Ängste in der Bevölkerung abbauen"

Das müsse allein schon passieren, um Vorurteile und Ängste in der Bevölkerung abzubauen: "Natürlich haben die Karlsruher Angst vor Krankheiten und Kriminalität. Auch sie müssen besser und früher informiert, und nicht immer vor vollendete Tatsachen gestellt werden", so der Bundestagsabgeordnete.

Dabei wiederholt er erneut seine Forderung nach einem Krisenstab. Doch wie soll der aussehen? Wellenreuther führt aus: "Dieser muss alle relevanten Bereiche abdecken. Zuständige Ministerien, Verantwortliche der Stadt, Mediziner. Chef sollte Ministerpräsident Kretschmann sein."

Dass derzeit andere Standorte im Land geprüft werden, gefällt den Verantwortlichen der CDU ebenso wie LEA-Leiter Schramm, der betont: "Ich gehe davon aus, dass der Standort in Meßstetten kommen wird und dort ab Oktober Flüchtlinge untergebracht werden können. Derzeit ist natürlich jede Entlastung wichtig."

Zur aktuellen Prüfung des Areals "Mackensen-Kaserne" in Rintheim äußert sich Schramm indes deutlich verhaltener: "Das Gelände gehört dem Land, dieses hat es vom Bund gekauft. Aktuell nutzt das KIT das Kasernengelände. Man wird sehen müssen, was daraus wird." Der Karlsruher CDU-Fraktionschef, Tilman Pfannkuch, sagt dazu: "Ich kann einfach nicht verstehen, dass das alles so lange dauert." Und damit scheint er dieser Tage nicht alleine.

Mehr zum Thema Asylunterkünfte:

Flüchtlingsstrom in Karlsruhe: CDU will "humanitäre Taskforce" und Krisenstab

Wachsender Flüchtlingsstrom: Karlsruher Krille-Saal wird zur Aufnahmestelle

Karlsruher spenden für Flüchtlinge: "Politik und Verwaltung haben versagt!"

Flüchtlinge in Karlsruhe: "Bis 2015 fehlen noch mindestens drei große Unterkünfte"

Karlsruher OB fordert zweite LEA: "Bis zum Ende des Jahres muss Lösung gefunden sein"

Land will LEA in Karlsruhe entlasten: Flüchtlinge sollen in alte Kaserne

Flüchtlingswelle in Karlsruhe: Klinikum kämpft mit Patienten-Anstieg und Sprachbarriere

Karlsruher Flüchtlingssituation: "Es ist eine Katastrophe, was gerade abläuft"

Asylbewerber in Karlsruhe: Gartenhalle wird zu provisorischer Notunterkunft

Ministerium gibt "Go": Karlsruher Asylbewerber dürfen kostenlos Bahn fahren

Masern-Ausbruch in LEA: "Das Land wird seinen Maßstäben nicht gerecht"

Landkreis Karlsruhe sucht Unterkünfte für Asylbewerber

Mehr zum Thema
Asylsituation in Karlsruhe: Schulprojekte, Jobangebote, Integration, Unterkunft - Informationen rund um die Asylsituation in Karlsruhe gibt es immer aktuell auf ka-news.de
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (197)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  • 0
    unbekannt
    (1 Beiträge)

    16.09.2014 17:36
    Die Menschen sind bestimmt nicht dort,
    weil sie so gerne eingepfercht mit 250 anderen Menschen in einer Turnhalle leben möchten. Diese Menschen sind aus ihrer Heimat geflohen und hatten dafür sicherlich gut Gründe.
    Es ist absolut menschenverachtend und unter aller Sau, was hier einige Idioten von sich geben. Ich wünsche Ihnen, dass Sie einmal in eine Notlage kommen, die die Hilfe von anderen Ländern erfordert - und dort dann auf so ignorante, arrogante Idioten treffen, wie Sie es selbst sind.

    Nur weil wir das Glück haben, in Deutschland geboren worden zu sein, macht uns das zu einem Menschen, der ein besseres Leben verdient hat? Die anderen haben halt Pech gehabt? Widerliche Ansicht!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   @veteran
    (20 Beiträge)

    14.09.2014 19:38
    Bitte Deutschland verlassen...
    gute Reise.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • 0
    unbekannt
    (2354 Beiträge)

    14.09.2014 16:36
    Besuch bei einem Troll
    Hass im Netz: Ich bin der Troll

    Da kann man sich sehr gut ein Bild machen, was das für Menschen sind, die im Netz ihren Hass verbeiten und trollen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Joker1894
    (3060 Beiträge)

    14.09.2014 15:00
    ...
    Nach Sachsen gibt es heute den DENKZettel in Thüringen und Brandenburg! Ich spreche mich ganz klar gegen unkontrollierte Einwanderung aus und finde es gut, dass Bayern die Grenzen dicht machen will.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • 0
    unbekannt
    (929 Beiträge)

    14.09.2014 17:49
    Heißt das, Bayern müssen dann draußen bleiben???
    Richtig so - Grenzen dicht: Ich habe auch schon immer was gegen die unkontrollierte Einwanderung von Bayern gehabt.

    Das wäre auch eine Lösung für den braunen Schlamm in Sachsen und den anderen neuen Bundesländern. Grenzen dicht und Deckel drauf. Das hatten die ja schon mal, und mit Freiheit können die eh' nix anfangen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • 0
    unbekannt
    (2354 Beiträge)

    14.09.2014 15:18
    lass sie sterben?
    Allein im Jahr 2011 ertranken über 1.500 Menschen im Mittelmeer, beim Versuch, in die Festung Europa zu kommen.

    Und du willst du Grenzen dicht machen.
    Ziemlich menschenverachtend.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   aga2759
    (409 Beiträge)

    14.09.2014 16:58
    Wir lassen ständig sterben
    Allein in Deutschland hatten wir 2013 über 3000 Verkehrstote. Und sind immer noch stolze Nation der Autoproduzenten und -käufer.
    Nach Ihrer Logik ist das dann auch menschenverachtend.
    Es ist letztlich schon die Entscheidung derer, die sich auf das Risiko einlassen. Das können Sie nicht auf die Allgemeinheit abwälzen.
    Mit der Argumentation kommt man nicht weit. Aber Grenzen "dicht" machen? Für unsere Warenproduktion sollen natürlich alle Grenzen offen sein! Da kann man sich eben nicht nur die Rosinen rauspicken. In der Globalisierten Welt werden auch die Probleme globalisiert.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • 0
    unbekannt
    (2354 Beiträge)

    14.09.2014 17:18
    Nach deiner Logik
    Nach deiner Logik wäre auch ein Verbot von Kondomen nicht menschenverachtend, denn

    "Es ist letztlich schon die Entscheidung derer, die sich auf das Risiko einlassen. Das können Sie nicht auf die Allgemeinheit abwälzen."

    (Anmerkung: Der Vatikan hat erst 2010 das strikte Kondom Verbot gelockert.)
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • 0
    unbekannt
    (2354 Beiträge)

    14.09.2014 17:13
    Verkehrstote
    Dann versuche mal Tempo 80 auf Autobahnen vorzuschlagen, dann wirst du schon sehen, wie der "Volkszorn" dich mit voller Härte trifft.

    Selbst mit Tempo 120 machst du dir keine Freunde.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • 0
    unbekannt
    (379 Beiträge)

    14.09.2014 15:58
    wir müssen
    diesen Menschen klarmachen, dass sie eben nicht alle hierher kommen können. Dann muss auch keiner mehr im Meer ertrinken.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 .... 19 20 (20 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben