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02.03.2016 07:00
 
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19.000 Euro für Tablets: Konnte der Gemeinderat die Papierflut stoppen? [11]

Künftig sollen die Karlsruher Stadträte mit Tablets arbeiten
Bild:rh

Karlsruhe (Ramona Holdenried) - Ein Schritt in die Zukunft: Vor rund einem Jahr sagte die Karlsruher Stadtverwaltung der Zettelwirtschaft in einem ersten Schritt den Kampf an. Um den Papierverbrauch zu senken und die ehrenamtliche Arbeit zu erleichtern, wurden den Stadträten Tablets ausgehändigt. Ging der Plan auf?
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Anträge, Beschlussvorlagen und Bebauungspläne - das kann sich vor Gemeinderatssitzungen schnell zu  großen Papierbergen anhäufen. Diese Zettelwirtschaft gehört seit jeher zur Arbeit eines Stadtrats. Vor rund einem Jahr beschloss die Karlsruher Stadtverwaltung diese Arbeit ein Stück weit leichter zu machen und klimafreundlicher zu optimieren.

Mehrere Tausend Euro für neues Angebot

Die Idee: Die Karlsruher Stadträte sollen die Unterlagen in digitaler Form abrufen können. Dafür stellte die Stadt den Gemeinderatsmitgliedern Tablets für ihre Arbeit zur Verfügung. Kostenpunkt: 400 Euro pro Stück zuzüglich Mobilfunkkosten. Gerechnet auf 48 ehrenamtliche Stadträte ergibt sich damit ein Betrag von mindestens 19.200 Euro. Bereits kurz nach der Bereitstellung wurde das Angebot von fast allen Mitgliedern genutzt.

Die Stadt erhoffte sich, den jährlichen Verbrauch von mehreren hunderttausend Blatt Papier senken zu können. Zudem sollen Druck- sowie Versandkosten minimiert werden. Nach einer Eingewöhnungsphase kündigte die Stadt an, Sitzungsunterlagen in Papierform insgesamt deutlich reduzieren zu wollen.

Ein Drittel der Stadträte setzt auf digital

"Die Möglichkeit, Sitzungsunterlagen für bestimmte Gremien ausschließlich elektronisch zu erhalten, wurde mit Beginn dieses Jahres eröffnet", erklärt eine Sprecherin der Stadt auf Nachfrage von ka-news. Die bisherige Handhabe: Die Stadträte bekamen die Unterlagen in Papierform ausgehändigt. Nun haben sie die Wahl.

Wirft man 2016 einen Blick in den Sitzungssaal im Karlsruher Rathaus fällt auf: Noch immer türmen sich auf manchen Tischen Papierberge - neben den Tablets. Vereinzelt wandern die Unterlagen noch während der Sitzung in den Mülleimer. Widerspricht das nicht dem Ziel der Verwaltung?

Eine klare Antwort auf diese Frage scheint es nicht zu geben. Während im Vorfeld angekündigt wurde, langfristig und konsequent Papier einsparen zu wollen, scheint es mittlerweile so, als seien die Tablets lediglich ein zusätzliches Angebot für die Stadträte. Wie viel Papier tatsächlich eingespart wurde, kann die Stadt auf Nachfrage von ka-news noch nicht konkret beziffern.

Tablets sollen Arbeit erleichtern

Dennoch: "In den ersten Wochen haben sich bereits über ein Drittel der Mitglieder des Gemeinderates bereit erklärt, auf Unterlagen in Papierform teilweise oder vollumfänglich zu verzichten", erklärt die Stadt. Bei den Stadträten kommt das Angebot gut an. Daran will die Stadt weiter festhalten.

"Da die Sitzungsunterlagen immer umfangreicher werden, ist eine Unterstützung durch digitale Technik unabdingbar", betont die Pressesprecherin, "die Möglichkeit eines mobilen Zugriffs auf Dokumente ist im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Ehrenamt, Beruf und Familie eine Notwendigkeit."

Die nachhaltige Einsparung von Ressourcen sei für die Stadt aber nicht nur ein "untergeordneter Begleiteffekt", sondern durchaus ein weiteres wichtiges Ziel. Das Angebot für die digitale Gremienarbeit werde in den nächsten Monaten durch die Stadtverwaltung schrittweise erweitert, so dass weitere Einsparungen bei den  papiergebundenen Unterlagen realisierbar werden, so die Pressesprecherin abschließend.

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Kommentare [11]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (1368 Beiträge) | 02.03.2016 14:32
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    Getarntes Geschenk?
    Sind die Geräte so abgeschottet, dass private Nutzung und die damit verbundenen Sicherheitsprobleme ausgeschlossen sind?
    Oder geht es eher um private Nutzung unter dienstlichem Deckmäntelchel?
    Außerdem: Jeder der damit umgehen kann ist doch entweder schon damit gerüstet oder wird sich demnächst sowieso eines kaufen.
    Auch wenn es im Vergleich zu Tunneln lächerlich billiges "Spielzeug" ist ein G'schmäckle spür ich da schon.
    Besonders bei einem 400 EUR Prestigeteil!

    Oh, jetzt aber schnell wegduck grinsen
  • (51 Beiträge) | 02.03.2016 18:28
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    Apple?
    Könnte sein, oder? iPad Air 16GB mit LTE kostet um die 400€...nicht schlecht.
    Aber Apple hat da kaum Sicherheitsprobleme und die Daten werden verschlüsselt...trotzdem ein ordentliches Teil
  • (29 Beiträge) | 02.03.2016 13:10
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    Tablets sind ja in Ordnung............
    hätten die Stadträte von ihren Sitzungsgeldern finanzieren können oder zumindest hälftige Finanzierung.

    Für die Zwecke der Sitzungen genügt ein Tablet für max. 200Euro. Laut dem Bildbeitrag könnte es ein Aususgerät sein, dies wäre in Ordnung. Noch besser bei hälftiger Finanzierung!
  • (77 Beiträge) | 02.03.2016 10:52
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    Die Karlsruher sind früh dran..
    .. Ende der 90iger gabs schon an der Uni Hohenheim im Zusammenhang mit der Stadt Stuttgart ein Pilotprojekt zur "Digitalisierung" der Gemeinderatsarbeit - damals noch mit Laptops, und ISDN-Leitung.. Das System ging später in den "Live-Betrieb" und in Hannover wurde das System auch eingesetzt.

    Ein Kostenfaktor gab es z.B. dann, wenn die "Papierausgabe" der Sitzungsvorlagen nicht rechtzeitig ausgeliefert wurden - die wurden dann schon mal per Taxi an 60 Gemeinderäte zugestellt.

    Und Ausdrucken kann es sich der Herr oder Frau Gemeinderat immer noch.. zwinkern
  • (226 Beiträge) | 02.03.2016 10:03
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    Netter Marketing Gag
    Aber nicht sonderlich nützlich.

    - Hohe Kosten für die Geräte
    - Hoher Aufwand, die Dokumente Tablet-gerecht aufzubereiten
    - Wenn nicht richtig aufbereitet (das ist die Regel) sinkt der Informationsgehalt und der Wirkungsgrad der Sitzung
    - Ablenkung durch "Spielfaktor"
    + Super Geschäft für den Verkäufer der Tablets.
    + Langweilige Sitzungen angenehm gestalten durch spielen

    Gegenrechnung:
    100.000 Blatt Papier kosten ~ 400€
    19000€ / 400€ *100.000 Blatt = 4,750.000 Blatt Papier

    Bei 10 Sitzungsteilnehmern und 50 Blatt Papier pro Teilnehmer reicht das für 9500 Sitzungen.
    Diese müssten aber in 4 Jahren abgehalten werden, denn dann sind die Geräte veraltet und müssen ersetzt werden.

    Das papierlose Büro ist halt immer noch so wahrscheinlich wie die papierlose Toilette.
  • (330 Beiträge) | 02.03.2016 18:33
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    nun ja
    die Unterlagen per Papier müssten dann aber noch per Post versandt werden, hinzu kommen Briefumschläge und Sortierung der Unterlagen: bitte zu den Kosten noch hinzurechnen, sonst kommt man schnel in Verdacht, nicht rechnen zu können zwinkern
  • (202 Beiträge) | 02.03.2016 13:01
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    stimmt...
    was erwarten Sie denn von dem Stadtrat? Dass dieser Ahnung hat? Dass dieser rechnen kann?
    Tun sie das bitte nicht.
    Kein Verwaltungshengst hat Ahnung von dem was er nutzt. Ich gratuliere dem Verkäufer von den Tablets für diesen Verkauf. Und gratuliere dem Verwaltungsrat und den anderen für diese naive, kindliche Haltung.
    Selbst im kleinen Gemeinderat wird Geld zum Fenster rausgeworfen.
    Ich hoffe nur, dass die Herren keinen Stromausfall, Internetstörungen etc haben werden. Weil dann werden diese Herren gerne wieder Papier haben wollen.
    Was die Spielfreudigkeit betrifft, "Locky" freut sich schon.
  • (780 Beiträge) | 02.03.2016 08:55
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    Entweder - oder
    Der Einsatz von Tablets ist sinnvoll und zeitgemäß. Aber er sollte mit einer klaren Entscheidung jedes einzelnen Stadtrats verbunden sein: Entweder Tablet oder weiterhin Papier. Keinesfalls beides parallel. So wird es in vielen Gemeinden gehandhabt.

    Doppelstrukturen schaffen nur unnötige Kosten und erhöhen den Aufwand in der Stadtverwaltung anstatt ihn zu reduzieren.

    Dort, wo ein Tablet wegen seinen realtiv kleinen Bildschirms nicht geeignet ist, z.B. große Pläne bei Bebauungsplanverfahren usw., kann man ja den Fraktionen eine bestimmte Zahl von Plansätzen in Papierform zukommen lassen.
  • (2467 Beiträge) | 02.03.2016 08:48
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    Ich bin verwirrt...
    Papier? Das kennen wir eigentlich nur noch vom stillen Örtchen.
  • (3 Beiträge) | 02.03.2016 07:29
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    Tablet vs Papier
    So ein Tablet kann sicher sehr praktisch sein aber ein einzellnes Tablet beschränkt auch auf eine Seite die man zeitgleich betrachten kann, während man locker einen Antrag und einen Plan und eine Liste nebeneinander legen kann um etwas zu vergleichen. Mit den Tablet kann man den Papier aufwand sicher verringern aber bestimmt nicht komplett beseitigen. Da bräuchte man sicher mehr als ein einzellnes Tablet pro Person.
  • (51 Beiträge) | 02.03.2016 08:01
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    Lesen mit dem Tablet
    kann ich auf Dauer nur mit dem Retina-Display von Apple. Bei allen andere Displays wird es anstrengend bzw. unangenehm. Und in der Verwaltung sind Dokumente mehrere Seiten lang...
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