„Die beste Entwicklungshilfe ist Bildung“
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Karlsruhe (sir) - Eine Delegation aus Burundi um deren Minister für Bildung und Wissenschaft Dr. Saidi Kibeya besuchte am Donnerstag, 15. Januar, die Europäische Schule in Karlsruhe. Die Schule unterhält seit zwei Jahren Kontakte zur „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ in der burundischen Hauptstadt Bujumbura.

Von Links: Joseph Bigirimana, Schulleiter der Ecole Polyvalente Carolus Magnus in Burundi; Tom Hoyem, Schulleiter der Europäischen Schule Karlsruhe; Dr. Saidi Kibeya, Minister für Bildung und Wissenschaft in Burundi; Jean-Marie Rurankiriza, Direktor für allgemeine Bildung und Pädagogik in Burundi, zusammen mit Schülern der ESK
Kibeya reiste in Begleitung des Direktors für allgemeine Bildung und Pädagogik, Jean-Marie Rurankiriza, und Joseph Bigirimana, Schulleiter der „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ (EPCM), nach Karlsruhe. Der Tag an der ESK begann für die drei Besucher aus dem derzeit ärmsten Land der Welt mit einer Führung durch das Schulgebäude. ESK-Schulleiter Tom Hoyem, der den Besuch aus Burundi in die Fächerstadt geholt hat, führte durch Klassen der Grundschule, der Oberschule und des Kindergartens.
Der weitere Teil der Veranstaltung fand dann in der Aula statt. Sie war mit Schülern fast bis auf den letzten Platz besetzt. In seiner Rede erläuterte Hoyem die Zusammenarbeit mit der EPCM. Er betonte, dass von dieser Zusammenarbeit beide Seiten profitierten. „Es ist eine Gewinner-Gewinner Situation“, sagte der Schulleiter. Seit zwei Jahren engagiert sich die ESK für den Fortbestand der Schule in Bujumbura. Bisher konnten 21.000 Euro nach Burundi überwiesen werden. Private Spender aus der Schulgemeinschaft finanzieren die Gehälter von fünf burundischen Lehrern. Im vergangenen Jahr wurde zudem ein Container mit Büchern, Schulmöbeln, Spielzeug und Kleidung nach Bujumbura geschickt. Hoyem machte deutlich, dass man nicht die ganze Welt retten könne. Das nehme einem jedoch nicht die Verantwortung, zu tun, was man könne.
Freundschaft zwischen den Völkern
Bevor Minister Kibeya selbst einige Worte ans Publikum richtete, zeigten Schüler der ESK eine Powerpoint-Präsentation, in der sie Afrika und Europa auf ungewöhnliche Weise miteinander verglichen. So stellten sie Obdachlose auf europäischen Straßen afrikanischen Menschen mit Handy und Laptop gegenüber. Auf das Bild von in Öl verendeten Vögeln an der Nordsee folgte eine Aufnahme von Löwen und Giraffen, die in der afrikanischen Savanne in freier Wildbahn leben. Und spätestens als das Porträt Barack Obamas an der Wand auftauchte, jubelte der ganze Saal.
In seiner Rede betonte Kibeya, wie bedeutend Freundschaft zwischen den Völkern und Verständnis für andere Kulturen sei. Zwischen den jungen Menschen in Afrika und Europa müssten Brücken entstehen.
Im Anschluss erzählte Joseph Bigirimana von seiner Schule in Bujumbura und den dortigen Problemen. An der Schule werden mehr als 600 Kinder unterrichtet. Es gibt einen Kindergarten, eine Grundschule und eine Oberschule. Die fünf Jahre dauernde Grundschule ist eigentlich für jedes Kind verpflichtend, durch Krieg und Armut schaffen es viele jedoch nicht. An der EPCM werden die Kinder hauptsächlich auf technische Berufe vorbereitet. Denn die würden unbedingt gebraucht, um das Land voranzubringen. Viele gut ausgebildete Burunder würden aber das Land verlassen, da sie im Ausland deutlich mehr verdienten. Bigirimana beantwortete auch alle Fragen, die die Schüler ihm stellten.
Zum Abschluss der Veranstaltung überreichte die Delegation aus Burundi Geschenke an die Gastgeber: eine aus dunklem Holz geschnitzte Figur, ein ebensolches Bild sowie Kaffee und Honig aus Burundi. Auch ein Bild der Lehrer der EPCM und Zeichnungen der afrikanischen Schüler wurden überreicht.




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