Ökumenisches Bürgerfest in der Oststadt

Es war ein Fest der Oststadt – das Ökumenische Bürgerfest am 23. Juni 2013.

Nachdem die vielen fleißigen Aufbauhelfer schon einige Regentropfen von den aufgebauten Garnituren abwischen mussten und der Gottesdienst so stürmisch verlief, dass die Kinder aus dem Kindergarten Marienhaus bei ihrem Spiel vom „Regenbogenfisch“ wie gegen meterhohe Wellen anzukämpfen schienen, wurde es zusehends ruhiger, freundlicher – und wärmer. Das nutzen die Menschen aus: Den ganzen Tag über saßen die zahlreich gekommenen Festgäste draußen auf der Georg-Friedrich-Straße und genossen das gute Wetter, das leckere Essen und das bunte Programm auf der Bühne vor dem Blumengeschäft.

Besonders zu danken ist dem Ökumenischen Vorbereitungsteam, bestehend aus Bernd Barthelmeß, Wolfgang Brand, Joachim Früh, Alexander Gniot, Petra Heeb und Sarah Regnery, die sich seit Januar intensiv um das Gelingen des Festes bemüht hatten. Trotz der Bauarbeiten der KASIG konnten die Melanchthonstraße sowie die Georg-Friedrich-Straße bis zur Eisdiele gesperrt werden, so dass sich bald richtige Straßenfest-Atmosphäre einstellte. Die Speisen wurden an den meisten Ständen von ehrenamtlichen ökumenischen Teams serviert – auch ihnen sei ganz herzlich gedankt! Dank auch den Mitgliedern des Oststadt-Bürgervereins, die hier an den Ständen sehr kooperativ und tatkräftig mithalfen!

Das letzte Bürgerfest hatte 2007 stattgefunden. Neu bei diesem Mal war die Mitwirkung der rumänisch-orthodoxen Gemeinde unter ihrem Pfarrer Marius Mezinka, die jeden Sonntag ihren Gottesdienst in der Lutherkirche feiert, und die Mitwirkung des Deutschsprachigen Muslimkreises mit ihrem Leiter Rüstü Aslandur, deren Gemeindehaus sich in der Rintheimer Straße (gegenüber „Bücherland“) befindet. Beide Gruppen boten typische Speisen an, die von den Festgästen gerne angenommen wurden.

Auf der Bühne folgte derweil ein Programmpunkt auf den anderen. Es begann natürlich mit dem Gottesdienst. Er wurde von einem eigens für diesen Anlass zusammen gestellten Ökumenischen Projektchor unter der Leitung von Maria Bucher und vom Posaunenchor der Evangelischen Luthergemeinde unter der Leitung von Matthias Kempka musikalisch begleitet. In ihrer Dialogpredigt stellten Pater Thomas Meier von der St.-Bernhards-Gemeinde und Pfarrerin Ulrike Krumm von der Luthergemeinde am Anfang fest, dass Jesus ja anscheinend grillen konnte und man ihn deshalb auch als Helfer für das Gemeindefest hätte anfragen können.  Aber auch, das Jesus einem die winzigen Stellschrauben zeigt, die man braucht, um an einer schwierigen Situation etwas zu verändern und damit eine Krise konstruktiv nutzen zu können, bekamen die Gottesdienstteilnehmer zu hören – und dass das Netz nicht zerreißt, auch wenn sich viele verschiedene Fische darin tummeln.

Wasserreich ging es auch in der Geschichte vom Regenbogenfisch zu, die die Kindergartenkinder präsentierten. Gut vorbereitet von ihren Erzieherinnen  gewannen sie mit ihrer spontanen Fröhlichkeit das Herz der Festbesucher und entlockten wohl manchem Elternteil ein gerührtes Lächeln.

Musikalisch und noch immer stürmisch ging es danach mit Beiträgen des Posaunenchors und des Flötenkreises der Luthergemeinde unter der Leitung von Frau Kirchenmusikdirektorin Dorothea Lehmann-Horsch weiter. Nur durch tätige Mithilfe einiger Zuhörer konnte erreicht werden, dass die Notenblätter auf den Pulten blieben! Dann wurde es tänzerisch: Der Kindergarten Gottesaue unter der Leitung von Andrea Bucherer lud zweimal zu Tänzen zum Mitmachen für Groß und Klein auf die Bühne, und die beiden Tanzgruppen vom „Tanzstudio Babylon“ und „Adelitas Tapatias“ zeigten ihr spritziges Programm in tollen Kostümen. Beim englischen Volkstanz „Ceilidh“ unter der Leitung von Caroline Dehini konnten sich tanzwillige Gäste nach einer gelungenen Vorführung auch selber in den bunten Reigen einreihen. Zwischendurch wurde zweimal der Turm der Lutherkirche bis hinauf zu den Kirchenglocken bestiegen, die „KA-Barrett“-Gruppe der Luthergemeinde gab einen heiter-satirischen Einblick in die Geheimnisse ökumenischer Festvorbereitung, und zum Ausklang kamen Liebhaberinnen und Liebhaber alter Volkslieder auf dem Kirchhof der Lutherkirche zu Gitarrenklängen auf ihre Kosten.

Aber wer meint, das sei alles gewesen, hat weit gefehlt. An mehreren Ständen konnten sich Festgäste über Aktivitäten in der Oststadt informieren. Es präsentierten sich u.a.  politische Parteien, die IGO, kirchliche Einrichtungen, der DJK-Ost, der Deutschsprachige Muslimkreis und die Polizei, die mit einer Aktion zur Fahrradcodierung vertreten war. Im Gemeindehaus St. Bernhard an der Georg-Friedrich-Straße gab es eine reich bestückte Tombola und einen Bücherflohmarkt, gegenüber im Gemeindehaus der Luthergemeinde bot der Kindergarten Werthmannstraße in zwei Aufführungen ein Schattentheater an, und auf der Melanchthonstraße konnten sich Kinder von Mitarbeiterinnen des Kindergartens Gottesaue bunte Gesichter schminken lassen.
Bis in den Abend hinein dauerte das fröhliche Fest, das manch einem Besucher die begeisterte Äußerung entlockte: So etwas sollte man öfters machen! Recht haben sie! Die wichtige Erfahrung, dass man trotz aller Unterschiede zusammen gehört, lässt sich bei so einem Fest am allerbesten machen.
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