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24.03.2012 08:37
 
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Rätsel um Brand im Jöhlinger Feuerwehrhaus gelöst [14]

Symbolbild
Bild:dpa

Walzbachtal-Jöhlingen (pol) - Die Verpuffung mit anschließendem Brand im Jöhlinger Feuerwehrhaus in der Nacht zum 25. Februar 2012 war durch den bei dem Geschehen schwer verletzten Feuerwehrangehörigen selbst hervorgerufen worden, das berichtet heute die Karlsruher Polizei. Der inzwischen aus dem Krankenhaus entlassene 21-Jährige hat am Donnerstag bei einer weiteren Vernehmung durch Beamte der Kriminalaußenstelle Bruchsal ein weitreichendes Geständnis abgelegt.
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Demnach hatte der junge Mann am Vorabend, wie bereits des Öfteren, in dem Gebäude Arbeiten am Computer durchgeführt, die er aber noch vor Mitternacht beendet hatte. Nachdem er in der Folge in einer Gaststätte ganz erheblich dem Alkohol zugesprochen hatte, kehrte er Stunden später in das Feuerwehrhaus zurück. Im ersten Obergeschoss drang der junge Mann über eine mit einem Rollladen verschlossene Durchreiche gewaltsam in die Küche ein. Hier entnahm er aus einem Briefkasten ein Kuvert, in dem von einem im Haus zusammenkommenden Verein ein geringer Geldbetrag für die Getränkekasse deponiert worden war.

 Täter wollte Diebstahl vertuschen

Offenbar um einen Einbruch vorzutäuschen und den Diebstahl zu verdecken, brachte er dann auf dem Küchenboden den Inhalt eines im Haus vorgefundenen Kraftstoffkanisters aus. Gerade in dem Moment, in dem er nach seinen Angaben den Raum verlassen wollte, entzündeten sich die aufsteigenden Benzindämpfe, so dass es zum "Flash-Over" und dem folgenschweren Feuer kam.

Trotz schwerer Verbrennungen an Kopf, Brust und Händen konnte sich der 21-Jährige noch nach unten schleppen und von der Einsatzzentrale aus über Funk die Feuerwehrleitstelle alarmieren. Die Wehren aus Jöhlingen und Wössingen waren in der Folge rasch zur Stelle und konnten den Schaden eingrenzen; doch lag dessen Summe bei letztlich wohl über 300.000 Euro.

Der 21-Jährige wurde durch den herbeigeeilten Notarzt erstversorgt und umgehend in eine Ludwigshafener Spezialklinik eingeliefert, wo sein Zustand glücklicherweise in den folgenden Tagen stabilisiert werden konnte. Bei den Ermittlungen der Kriminalpolizei ergab sich bald ein erster Verdacht gegen den 21-Jährigen. Dieser verhärtete sich, nachdem der junge Mann vernehmungsfähig war und den Beamten gegenüber eine mit der Spurensicherung nicht übereinstimmende Version des Geschehensablaufes zu Protokoll gab. Mit den Widersprüchen konfrontiert, besann er sich und machte am Donnerstag schließlich umfassende Angaben.

Der noch erheblich an den Folgen der schweren Verletzungen leidende 21-Jährige wird nun neben den strafrechtlichen Konsequenzen auch mit beträchtlichen zivilrechtlichen Forderungen rechnen müssen.

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