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25.05.2012 10:36
 
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Kreistag: Neubau der Rechbergklinik Bretten kommt [0]

Karlsruhe/Bretten (ps/mda) - Mit 70 Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und vier Enthaltungen hat sich der Kreistag in seiner Sitzung am Donnerstag, 24. Mai, für den Neubau der Rechbergklinik in Bretten ausgesprochen. Damit kann die Verwaltung nun die Planungen weiter verfeinern und die Gespräche mit dem Sozialministerium bezüglich der finanziellen Förderung vertiefen. Das teilt des Landratsamt Karlsruhe in einer Pressemitteilung mit.
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Entwurf Neubau der Brettener Rechbergklinik
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So soll der Neubau der Rechbergklinik Bretten einmal aussehen. Der Kreistag gab jetzt grünes Licht für die weiteren Schritte.
Foto: ps

Mitte 2013 könnte demnach der eigentliche Baubeschluss gefasst werden und der Baubeginn 2014/15 erfolgen. Grundlage der weiteren Überlegungen ist ein Haus der Grund- und Regelversorgung mit einem medizinischen Konzept, das am Standort Bretten eine Innere Abteilung, eine Chirurgische Abteilung mit Schwerpunkt Gefäßchirurgie sowie Geburtshilfe/Gynäkologie umfasst, teilt das Landratsamt weiter mit.

Klinik ist marode

Im Brettener Krankenhaus als einem sogenannten Haus der Grund- und Regelversorgung werden derzeit in vier Fachabteilungen und einem Institut jährlich rund 8.000 stationäre und 6.000 ambulante Patienten versorgt. Die Grundstruktur des Hauses geht im Wesentlichen auf das Jahr 1965 zurück und entspricht in wirtschaftlicher und ablauftechnischer Hinsicht nicht mehr dem heutigen Stand. Untersuchungen haben ergeben, dass unter Berücksichtigung der Kosten und den Belastungen der Patienten während der Bauphase ein kompletter Neubau einer Sanierung vorgezogen werden muss, wobei das 2003 fertiggestellte Schulgebäude beziehungsweise Schülerwohnheims bestehen bleibt.

Viele Schritte waren laut Landratsamt notwendig, bevor es zu diesem Beschluss kam: Erster Schritt war, auf Basis eines Medizinischen Konzepts ein mit dem Sozialministerium abgestimmtes Raum- und Funktionsprogramm zu erstellen, das zwei stationäre OP-Säle, einen ambulanten OP-Bereich, einen Entbindungsbereich mit Kreißsaal sowie 125 Betten beinhaltet. Um Aussagen über das Patientenpotenzial und die Kosten zu haben wurden ein Strukturgutachten sowie eine Regionalanalyse in Auftrag gegeben und ein europaweiter Architektenwettbewerb durchgeführt, um einen Planer zu finden. Ein Ergänzungsgutachten lieferte danach detaillierte Aussagen im Hinblick auf Optimierungsmöglichkeiten des medizinischen Konzepts sowie der Finanzen.

Aufgabe des Standorts hätte gravierende Einschnitte

Auf Antrag einer Kreistagsfraktion wurde auch untersucht, welche medizinische Versorgung die Raumschaft Bretten in der Zukunft haben muss. Ergebnis war, dass die Aufgabe des Standortes Bretten gravierende Einschnitte in die medizinische Versorgung nach sich ziehen würde. So würde ein Teil der Einwohner der Raumschaft Bretten ein Krankenhaus nicht mehr innerhalb von 20 Minuten erreichen und die Notarztversorgung im östlichen Landkreis -  vom Standort Bretten werden jährlich 1.200 Einsätze gefahren -  wäre gefährdet.

Schließlich würden sich die Patientenströme großteils in die Fürst-Stirum-Klinik nach Bruchsal verlagern, wo derartige Kapazitäten gar nicht vorhanden sind und erst geschaffen werden müssten. Der Kreistag sah deshalb aus qualitativen, medizinischen und versorgungstechnischen Aspekten sowie aus Gründen der Daseinsvorsorge den Neubau der Rechbergklinik für gerechtfertigt.

Bürger müssen mehr zahlen

50 Millionen Euro wird der Neubau kosten; der Eigenanteil des Landkreises ist abhängig von der Förderung des Landes Baden-Württemberg, die in Höhe von etwa 40 Prozent erwartet wird. Derzeit stellt der Landkreis seinen Kliniken 2,9 Millionen Euro ausschließlich für die Finanzierung der erforderlichen Investitionen zur Verfügung.

Da es den Kliniken infolge der verschlechterten Rahmenbedingungen und unzureichender Erstattungen der Krankenkassen für die erbrachten Leistungen zunehmend unmöglich wird, ihren Investitionsanteil -  der für Bretten und Bruchsal mittelfristig bei 80 Millione Euro liegt - selbst zu erwirtschaften, beschloss der Kreistag mit 74 Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen, diesen Betrag in der Finanzplanung 2013 bis 2015 vorsorglich um 1,35 Millionen Euro auf 4,25 Millionen Euro pro Jahr zu erhöhen. Für die medizinische Versorgung in der Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal und der Rechbergklinik Bretten müsste jeder Kreiseinwohner dann bezogen auf den Kreishaushalt rechnerisch 9,83 Euro pro Jahr aufwenden.

Siehe auch:

Rechbergklinik Bretten: Krankenhaus soll bleiben - Zukunft mit Neubau

Kreistag: 310-Millionen-Haushalt verabschiedet - Kreisumlage bleibt stabil

Karlsruher Kreiskliniken sollen auf Vordermann gebracht werden

Karlsruher Kreiskliniken in Gefahr: Geplantes Gesetz gefährdet Fortbestand

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