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Margret Mergen im Interview: Darum will ich Stadtoberhaupt werden [48]

Karlsruhe - Mit ihrer Ankündigung, für die CDU als Oberbürgermeisterin kandidieren zu wollen, hat Margret Mergen Anfang Januar viele überrascht. Im Interview mit ka-news-Redaktionsleiter Felix Neubüser spricht sie darüber, wie ihre Ankündigung aufgenommen wurde, welche Herausforderungen sie für Karlsruhe in der Zukunft sieht, und was sie tun würde, wenn ihre Partei sich im März doch für einen anderen Kandidaten entscheidet.
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Margret Mergen
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Erste Bürgermeisterin Margret Mergen
Foto: Stadt Karlsruhe/Bildstelle
Frau Mergen, warum möchten Sie Karlsruher Oberbürgermeisterin werden?
Kurz gesagt: Weil ich Karlsruhe kenne und weil ich Karlsruhe liebe.

Mit Ihrer frühen Ankündigung, dass Sie als Kandidatin für die CDU zur Verfügung stehen, haben Sie viele Leute überrascht, auch in der Partei selbst. Wieso haben Sie mit der Ankündigung nicht bis zur Kreisvorstandssitzung am 2. Februar gewartet?
Es war nie die Rede davon, dass mögliche Kandidaten sich erst auf der Kreisvorstandssitzung erklären sollen, nur dass hier darüber gesprochen werden würde. Ich habe den CDU-Kreisvorsitzenden Ingo Wellenreuther einen Tag vor meiner Ankündigung angerufen und ihn mündlich und am selben Tag auch noch schriftlich informiert, dass ich als Kandidatin zur Verfügung stehen werde.

Wie ist ihre Ankündigung in der CDU aufgenommen worden?
Ich habe viel Zuspruch erfahren. Viele sagen mir, dass sie es gut finden, dass ich mich für eine Kandidatur bereit erklärt habe. Auch in meiner Familie bekomme ich große Unterstützung, obwohl eine Kandidatur natürlich bedeuten würde, dass ich noch weniger freie Zeit haben würde.

Hatte es denn einen Grund, dass Sie sich so früh erklärt haben?
Als ich erfahren habe, dass die CDU im März einen Kandidaten nominieren will, war es mir wichtig, frühzeitig den Dialog zu suchen. Welche Eigenschaften muss ein Karlsruher Oberbürgermeister haben? Welche Erfahrungen muss er oder sie mitbringen? Diese Fragen stellt man sich doch vor allem dann, wenn man einen möglichen Kandidaten hat, mit dem man sich kritisch auseinandersetzen kann. Und diese Auseinandersetzung braucht nun einmal Zeit. Aus Liebe zur Stadt müssten eigentlich alle ein Interesse daran haben, den bestmöglichen Kandidaten ins Rennen zu schicken.

Warum sollte die CDU Sie denn als Kandidatin nominieren und warum sollten die Wähler sie anschließend zur neuen Oberbürgermeisterin wählen?
Ich bringe 25 Jahre kommunalpolitische Erfahrung mit. In dieser Zeit habe ich viel anstoßen und vieles realisieren können. Ich kenne Karlsruhe und die Karlsruher Verwaltung sehr gut und bin mit den Themen aus der Vergangenheit und der Zukunft bestens vertraut. Ich bin kompetent und zuverlässig. Mein Wort gilt. Außerdem bemühe ich mich stets darum, Dinge zügig voran zu bringen und arbeite gern in Teams.

Allerdings hat man manchmal den Eindruck, als würde ihr möglicher Gegenkandidat bei der CDU, Ingo Wellenreuther, in der Öffentlichkeit dennoch stärker wahrgenommen …
Mich selbst nach außen darzustellen ist eine Rolle, die mir nicht auf den Leib geschneidert ist. Allerdings tragen Sie als OB immer Verantwortung auf zwei Schultern, wie es Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth einmal treffend ausgedrückt hat. Zum einen geht es um die Dinge, die aktuell vor Ort passieren. Fragen wie: Funktioniert die Müllabfuhr? Läuft der öffentliche Personennahverkehr reibungslos? Gibt es genug Kindergartenplätze? Auf der anderen Schulter tragen Sie aber auch die Verantwortung dafür, wie die Stadt in zehn oder 20 Jahren aussieht. Sie müssen Visionär sein und Dinge anstoßen können, die jetzt noch gar nicht so klar absehbar sind. Gewählt wird man deswegen natürlich selten.

Was sind denn Ihrer Ansicht nach die größten Herausforderungen, die Karlsruhe in den kommenden Jahren zu bewältigen haben wird?
Erstens: Kinderbetreuung und Bildung. Es ist wichtig, dass jedes Kind in Karlsruhe bestmöglich betreut und ausgebildet wird. Mit dem richtigen Wissen und Können im Kopf ist man für alle Widrigkeiten des Lebens gerüstet. Besonders wichtig ist in dem Zusammenhang auch die Zusammenarbeit mit Vereinen.

Zweitens: Zukunftssichere Arbeitsplätze. Derzeit läuft die Konjunktur gut, aber wir wissen, dass es hier auch wieder bergab gehen kann.

Und welche Arbeitsplätze sind dann zukunftsfähig?
Die richtige Kombination aus traditionellen Fachrichtungen wie Ingenieurwesen, Betriebswirtschaft, Maschinenbau oder Informatik kombiniert mit neuen Arbeitsfeldern wie Nanotechnologie oder regenerativen Energien. Ein Beispiel ist hier das E-Mobil. Wäre es nicht toll, wenn in Karlsruhe die Akku-Technik der Zukunft entwickelt würde, also wieder ein Karlsruher das Auto erfinden oder eben neu erfinden würde? Das Potenzial dafür haben wir.

Was ist die dritte Herausforderung?
Lebensqualität. Karlsruhe hat zum Beispiel eine vielfältige und lebendige Kulturlandschaft. Hier geht es auch darum, Potenziale zu nutzen und zu fördern. Nur wenn das Umfeld stimmt und man sich in einer Stadt wohlfühlt, ist man auch bereit, sich in dieser Stadt zu engagieren.

Sie haben 1999 schon einmal als Oberbürgermeisterin kandidiert - in Rastatt. Damals haben Sie knapp gegen Klaus-Eckard Walker verloren.
Ich bin damals gegen den Amtsinhaber angetreten. So etwas ist immer schwer, denn als Amtsinhaber können Sie ganz anders Dinge zusagen. Außerdem glaube ich, dass man damals auch einfach noch nicht bereit war für eine weibliche Oberbürgermeisterin. Inzwischen, 13 Jahre später, sind wir da weiter - siehe Angela Merkel als erste weibliche Bundeskanzlerin.

Die CDU möchte sich im März für einen Kandidaten oder eine Kandidatin entscheiden. Was tun Sie, wenn man sich nicht für Sie entscheidet?
Ich bin noch bis 2017 als Erste Bürgermeisterin gewählt und werde diese Arbeit dann fortsetzen und zusehen, dass ich mit dem gewählten Oberbürgermeister gut zusammenarbeite. Ich wünsche mir allerdings, dass es anders kommt.

Fragen: Felix Neubüser

Margret Mergen wurde 1961 in Billerbeck in Westfalen geboren. Sie ist seit 2007 Bürgermeisterin und seit 2009 Erste Bürgermeisterin in Karlsruhe. Für Ihre Nominierung als OB-Kandidatin wirbt sie auf margret-mergen.de.

Mehr zur Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe und den übrigen Kandidaten haben wir für Sie in unserem Dossier zur Wahl zusammengefasst.

Mehr zu: "Margret Mergen" Oberbürgermeisterwahl CDU



Kommentare [48]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (5635 Beiträge) | 01.02.2012 10:11
    Bewerten: (0)
    ?
    War das ihr Fahrzeug?
    Kommt jetzt noch irgendwo eine Pflicht für Politiker auf, sich keine Autos leihen zu dürfen?
    Also ich kenne deren privaten Fahrzeuge allesamt gar nicht und es wäre mir auch wurscht, wo die angemeldet sind. Und ich erlaube denen sogar sich ans Steuer von Fahrzeugen zu setzen, die vielleicht Freunden gehören. Hauptsache es erleichtert die berufliche Tätigkeit sinnvoll für die Allgemeinheit.

    Wo man sein Fahrzeug anzumelden hat (bei mehreren Wohnsitzen), dafür gab es auch gesetzliche Änderungen. Früher war es mal der Ort, an dem ein Fahrzeug hauptsächlich bewegt wurde.
  • (624 Beiträge) | 01.02.2012 12:13
    Bewerten: (0)
    Na ja -
    dann müsste Sie sich das Fahrzeug mehrfach ausgeliehen haben.

    Nein, im Ernst. ich denke, dass die Sache im Zusammenhang mit der Heilbronner Vergangenheit steht. Als ich vor vielen Jahren nach KA zog, war mein erster Weg (quasi Bekenntnis zu dieser Stadt), das RA
    Kennzeichen gegen KA zu tauschen.

    Natürlich kann man rumgurken, mit was man will. Dennoch kommt es nicht gerade toll. Wäre ähnlich, wie wenn ich als OB Kandidat mit einer Einkaufstausche des Stadtmarketing Stuttgart (na gut, sagen wir Heilbronn) durch die Fuzo latsche. Selbst wenn die vielleicht mehr gebacken bekommen.
  • (5635 Beiträge) | 01.02.2012 12:27
    Bewerten: (0)
    Und nun noch
    ein kleiner Gag am Rande:
    es gab mal einen Wahlkampf, wo mir in dieser Zeit die Gattin eines Kandidaten, ausgerechnet noch mit einem roten Auto, ständig klarmachte, wo rechts vor links gilt. Es gibt doch solche Strassen, in denen man ganz schnell von rechts einschießen kann und derjenige, der nicht damit rechnet, schnell reagieren sollte.
    Die hat jetzt bestimmt nicht MICH persönlich gemeint. Ich fand es nur drollig, dass ich das mehrmals erlebte und dachte mir: hat die das jetzt täglich als Aufgabe?
    Sowas kann es in Karlsruhe sicherlich GAR nicht geben. zwinkern
  • (50 Beiträge) | 01.02.2012 10:05
    Bewerten: (0)
    Hauptsache . . .
    . . . sie ist keine Württembergerin zwinkern. Sonst ist (fast) alles zu verzeihen!
  • (3741 Beiträge) | 01.02.2012 16:22
    Bewerten: (0)
    Die ist weder Württembergerin noch Badnerin,
    Frau Mergen kommt aus Westfalen. Ist damit also eine "Unsymbadische"!
  • (50 Beiträge) | 02.02.2012 07:57
    Bewerten: (0)
    ;-)
    Auch bei den "Unsybadischen" gibt es noch Unterschiede.
  • (37 Beiträge) | 01.02.2012 15:25
    Bewerten: (0)
    brigand
    wo liegt denn Deiner Meinung nach Heilbronn ???
  • (50 Beiträge) | 02.02.2012 07:56
    Bewerten: (0)
    Heilbronn
    Auch wenn sie dort gearbeitet hat, wie übrigens viele andere Karlsruher auch (z.B. für ENBW), macht sie das noch nicht zu einer Württembergerin!!!
  • (26813 Beiträge) | 01.02.2012 09:36
    Bewerten: (0)
    Hauptsache
  • (624 Beiträge) | 01.02.2012 09:50
    Bewerten: (0)
    ...
    ja - TÜV und AU hatte er - grinsen
  • (255 Beiträge) | 01.02.2012 09:19
    Bewerten: (0)
    Mergen steht auch für Intransparenz und Verschleierung
    Seit die Dame auch Aufsichtsratsvorsitzende bei den Stadtwerken ist, werden keine Spartengewinne mehr im Geschäftsbericht ausgewiesen - angeblich aus Wettbewerbsgründen. Wo es aber Wettbewerb bei Wasser und Fernwärme geben soll, weiss wohl nur Frau Mergen. Für mich nicht wählbar!
  • (4712 Beiträge) | 01.02.2012 09:49
    Bewerten: (0)
    Da musst du....
    ....halt mal in das Gesellschaftsrecht schauen. Wenn da drin steht, dass man Spartengewinne nicht ausweisen muss, dann ist dies in Ordnung und nicht angreifbar. Im übrigen ist ein AR ein Kollegialorgan, d. h. der AR-Vorsitzende ist nur erster unter gleichen. Dieser kann gar nicht allein entscheiden, was ausgewiesen wird oder nicht. Das steht - wie oben erwähnt- im Gesetz.
  • (255 Beiträge) | 01.02.2012 10:50
    Bewerten: (0)
    Natürlich müssen die Spartengewinne
    nicht ausgewiesen werden. Das war unter König so Usus. Es lässt tief blicken, wie Mergen mit sowas umgeht. Bei der vorletzten Wasserpreiserhöhung, die ja nur auf Grund gestiegener Kosten erfolgt ist, hat man in Folgejahr den Gewinn mehr als verdoppelt. Das möchte man ja nunmehr keinem Bürger mehr zumuten, das er merkt wie er besch....en und von einem Monopolist asugenommen wird!
  • (2476 Beiträge) | 01.02.2012 16:50
    Bewerten: (0)
    wenn man eine Ahnung, einfach mal die
    Fresse halten, ... bevor man hier im Kommentarbereich aus nichtöffentlichen Gremien plaudert!
  • (255 Beiträge) | 01.02.2012 18:57
    Bewerten: (0)
    Einfach selbst die Fr...se halten
    wenn man selbst keine Ahnung hat und hier in den Foren ständíg dumme und nichtsagende Kommentare abgibt.
    Die Zahlen, die ich hier nenne stammen aus einem Geschäftsbericht der Stadtwerke, als die Spartengewinne noch öffentlich waren!
    Sonst noch irgendwelche Probleme?
  • (50 Beiträge) | 01.02.2012 10:08
    Bewerten: (0)
    So ist es.
    Was sie interessant macht, daß für sie als Stadtkämmerin mit Finanzen umgehen kann. Das wird in Zukunft immer mehr dominieren. Wir stehen vor großen gesellschaftlichen Umwälzungen bedingt durch die Demographie.
  • (4712 Beiträge) | 01.02.2012 08:26
    Bewerten: (0)
    Was ihr hier alle so....
    ...an Frau Mergen kritisiert ist durchaus üblich. Wir haben z. B. im Land etliche Landräte, die zuvor in einem anderen Landkreis ihren Dienst taten. Ebenso etliche, die in irgendeinem Ministerium waren, bevor sie in die Kommune gingen. Es durchaus üblich, dass Beamte im Laufe ihres berufslebens ihren Dienstherren wechseln. Warum wird dies ausgerechnet bei Frau EB Mergen kritisiert? Und darüber hinaus: wenn sie nicht von ihrer Komptenz überzeugt wäre, dann würde sie wohl auch nicht kandidieren. Wie soll sie denn den Wähler überzeugen, wenn sie noch nicht mal von sich überzeugt ist? Geht ja wohl schlecht, oder? Und dass sie seit Monaten bei jeder Einweihung dabei ist? Na und? Sie ist nun mal die Stellvertreterin des OBs. Und wenn dieser andere Termine hat muss sie ran.
  • (4712 Beiträge) | 01.02.2012 08:27
    Bewerten: (0)
    Ich kann nur Frau.....
    ...Mergen viel Glück wünschen und werde sie im Wahlkampf unterstützen.
  • (505 Beiträge) | 01.02.2012 08:49
    Bewerten: (0)
    Da geb ich Dir recht
    aber ich finde es doch schon seltsam wie schnell jemand seine meinung wechselt indem man von der großen liebe zu rastatt zur großen liebe nach karlsruhe wechselt,unter LIEBE verstehe ich etwas anderes,da gibst du mir doch bestimmt recht.oder?
  • (347 Beiträge) | 01.02.2012 10:39
    Bewerten: (0)
    ihr Parteigenosse..
    .. ist da auch nicht anders. Er scheiterte allerdings um einiges deutlicher in Mannheim.

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

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