Im Zusammenhang mit dem ICE-Unfall vom 22.Oktober bei Karlsruhe spricht die Polizei mittlerweile von einem Anschlag. Gestern wurden deshalb sieben Wohnungen durchsucht. Die Polizei zählt die Tatverdächtigen zur Atomkraftgegner-Szene.
Die 17 Kilo schwere, 2,5 mal 1,25 Meter große Platte hatte am 22. Oktober vor allem die Verkleidung und die Aggregate am Unterboden des ICE schwer beschädigt. Der Zug war mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h auf dem Weg von Dortmund nach Basel unterwegs und wurde bei Stutensee zu einer Vollbremsung gezwungen (ka-news berichtete). Die rund 100 Fahrgäste blieben unverletzt. Untersuchungen zur genauen Schadenslage dauern derzeit noch an, so ein Sprecher der Bahn gegenüber ka-news. Die Polizei ermittlelt nun wegen "gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr".
Hausdurchsuchungen bei Atomkraftgegnern durchgeführt
 | | Ein solcher ICE Typ 3 wurde von der Stahlplatte stark beschädigt (Foto: pr) |
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Einen ersten Teilerfolg konnten die Ermittler der Gruppe "Schiene" eventuell gestern verbuchen. In Karlsruhe, Pforzheim und Wiesloch wurden insgesamt sieben Wohnungen von Mitgliedern der "Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiative" durchsucht. Dabei wurden neben PCs auch schriftliche Unterlagen beschlagnahmt, die nun Aufschluss über einen möglichen Anschlag geben sollen. Bekannt geworden waren die Durchsuchungen erst durch öffentlichen Protest der Atomkraftgegner.
"Mit einer Veröffentlichung der ausgewerteten Ergebnisse rechnen wir frühestens im Lauf der nächsten Woche", so Gramlich. Festgenommen wurde bei den Wohnungsdurchsuchungen niemand. Ausschlaggebend für die Ermittlungen in der Anti-Atom-Szene war wohl der Fakt, dass am Tag des Anschlags nur einige Stunden später der letzte Castor-Transport des Atomkraftwerks Phillipsburg über die selben Schienen wie auch der ICE rollte.
Haben die unbekannten Täter zum zweiten Mal zugeschlagen?
Der Anschlag von letzter Woche weist Ähnlichkeiten zu einem Vorfall auf, der sich vor rund zwei Jahren vor einer Brücke bei Bretten ereignet hatte. Damals war ein ICE mit knapp 200 Passagieren bei Tempo 250 über eine 60 Kilo schwere Stahlplatte gerast. Dieser Fall ist bis heute ungeklärt. Selbst ein Fahndungsaufruf in der Sendung "Aktenzeichen XY" hatte keine entscheidenden Hinweise erbracht. Nun kursiert das Gerücht, dass die Täter wieder zugeschlagen haben.
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