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01.08.2005 13:00
 
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"Im Groben geschafft" [0]

Karlsruhe ps/hok -
Nach einem halben Jahr Hartz IV wird Bilanz gezogen (Foto: ka-news)
Nach sechs Monaten Hartz IV ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen. Wie ist in Karlsruhe die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe abgelaufen? Welche Anlaufschwierigkeiten mussten bewältigt werden? Hartmut Pleier, der Vorsitzende der Karlsruher Agentur für Arbeit bilanziert.

"Zwei ganz unterschiedliche Sozialleistungssysteme mussten zusammengeführt werden", erklärt Pleier. Getrennt nach Stadt- und Landkreis sei es jeweils nötig gewesen, ganz neue Organisationen mit über 200 Mitarbeitern aufzubauen. "Insgesamt erhalten über 17.000 Bedarfsgemeinschaften, in denen mehr als 22.000 erwerbsfähige Hilfebedürftige leben, Leistungen über diese neuen Strukturen. Dazu kommen nochmals etwa 9.000 Bezieher von Sozialgeld wie Kinder und ältere Angehörige, die ebenfalls Mitglieder dieser Bedarfsgemeinschaften sind", so Pleier.

Es gibt noch immer Anlaufschwierigkeiten

Einfach sei die Umstellung zuerst nicht gewesen. Pleier erklärt, dass aufgrund der veränderten Rechtslage und der neuen EDV alle Mitarbeiter "aufs Äußerste" gefordert waren. Die Umstellung sei trotzdem in einer "Rekordzeit" bewältigt worden. Bezieher von Arbeitslosengeld aus Karlsruhe werden nun vom Job Center in Karlsruhe betreut. Kunden mit Wohnsitz im Landkreis werden von den einzelnen Geschäftsstellen versorgt.

Die Einführung von Hartz IV bereitete den Verantwortlichen einiges an Kopfschmerzen, auch derzeit gibt es noch Verbesserungsbedarf. "Natürlich gab und gibt es da Anlaufschwierigkeiten. Hier gilt es jetzt, die Kompetenzen eindeutiger fest zulegen und Integrationsbemühungen in Richtung Arbeitsmarkt zu verstärken", umreißt Pleier die derzeitigen Knackpunkte in der Praxis. Entscheidend sei, dass Kommunen und Arbeitsagenturen ihre jeweiligen Kompetenzen zum Wohle des Bürgers einsetzen, so sind die Kommunen näher an den Bürgern, die Arbeitsagenturen verfügen über die Kenntnisse im Vermittlungsgeschäft.

Der Neuorganisation eine Chance geben

Vor allem die Einarbeitung in das neue System war besonders schwierig und zeitintensiv, erläutert Ingrid Koschel von der Karlsruher Arbeitsagentur gegenüber ka-news. "Der Prozess dauerte bis vergangenen Monat an, ist jedoch mittlerweile abgeschlossen", so Koschel. Außerdem ist die Bearbeitung der Fälle im neuen System wesentlich aufwändiger als noch im vergangenen Jahr. "Dadurch, dass die Antragsteller alle Unterlagen selbst bringen müssen, ist die Bearbeitung viel zeitintensiver geworden." Ein Ärgernis, das im System liegt und nur schwer von den Sachbearbeitern umgangen werden kann.

Der aktuelle Stand der Arbeitslosenstatistik in Karlsruhe zeigt ein betrübliches Bild. Knapp 26.000 Menschen waren Mitte des Jahres bei der Arbeitsagentur gemeldet, davon bekommen etwa 11.000 das neue Arbeitslosengeld II. "Die Umstellung ist im Groben geschafft", erklärt Pleier vorsichtig. Es gelte nun, den Feinschliff vorzunehmen, der Neuorganisation eine Chance zu geben. "Mehr als 500 Hilfebezieher konnten wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden. 1.100 Menschen sind in Ein- oder Zwei-Euro-Jobs tätig", so Pleier und weiter: "Jetzt gleich wieder alles in Frage zu stellen, wäre das falsche Signal", mahnt er.

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