In der Nacht zum gestrigen Freitag haben Gentechnik-Kritiker zahlreiche Schäden an der Genmaisversuchsfläche des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg (LTZ) verursacht. Laut einer Pressemeldung der Gegner der Genversuche wurden rund 5.000 Quadratmeter der Fläche zerstört. Das LTZ will dort mit Genmaisversuchen die "Koexistenz" von Genmais und nicht gentechnisch verändertem Mais erforschen.
Dr. Norbert Haber, Leiter des LTZ-Augustenbergs betont entgegen der Aussage der Genversuchs-Gegner, dass es sich nur um eine Teilzerstörung handle. Man könne aber derzeit noch nicht abschätzen, ob die Auswertung der Versuche gefährdet sei und wie weitläufig die Auswirkungen der Zerstörung durch die Aktivisten seien. Auf dem Forchheimer Feld zwischen Segelflugplatz und Messegelände führt das LTZ Auskreuzungsversuche mit gentechnisch verändertem Mais der Firma Monsanto durch.
 | | Im April besetzten die Aktivisten das Genfeld (Foto: ka-news) |
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Auf dem Gelände gab es bereits Mitte April diesen Jahres Proteste der Gegner. Ungefähr zwei Duzend Aktivisten besetzten den Acker mit einem knapp zehn Meter hohen Turm sowie einem Zeltdorf, um die Aussaat des gentechnisch veränderten Mais zu verhindern (
ka-news berichtete). Sie befürchteten, dass sich der angepflanzte Genmais mit anderen Pflanzen kreuze und bald keine gentechnikfreien Felder mehr existieren, wie bereits in Kanada geschehen.
"Koexistenz gibt es nicht"
Während Landwirtschaftsminister Peter Hauk von "wissenschaftlich, exakt durchgeführten Versuchen" sprach und die ganze Aktion als Panikmache darstellte, hatten auch die Anwohner der umstrittenen Versuchsanlage für die Einstellung der Versuche mit Genmais eingesetzt. Nach Hauks Ansicht könnten nur wissenschaftlich exakt durchgeführte Versuche, Fragen zur Koexistenz von konventionellem und ökologischem Anbau lösen.
Laut den Aktivisten, die das Genfeld am gestrigen Freitag unter anderem auch zertrampelt haben "gibt es diese Koexistenz nicht", da genmanipulierte Pflanzen sich unwiderruflich auskreuzen, wenn sie in großem Stil angebaut werden. Sie beklagen ebenfalls, dass die Stadt Karlsruhe und Rheinstetten sich 2006 per Gemeinderatsbeschluss zur gentechnikfreien Region erklärt hatten und nun den Willen der Bevölkerung mit den Genversuchen missachten.
Friedliche Fahrrad- und Traktor-Demo
 | | Die Demonstranten von "Trek for Nature" (Foto: pr) |
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Die letzte Demonstration gegen das Gentechnik-Versuchsfeld in Rheinstetten verlief friedlicher. Mitte Juni fand eine Fahrrad- und Traktor-Demonstration "Trek for Nature", die das Aktionsbündnis Gentechnikfreie Region Mittlerer Oberrhein organisiert hatte (
ka-news berichtete). Die Demonstranten, die morgens am Europaparlament in Straßburg startete und eine Woche später nach 300 Kilometern einen Acker bei Kitzingen erreichte, hielt für eine Kundgebung auch am Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenbergs in Rheinstetten.
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