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Karlsruhe Maik Franz wehrt sich gegen Aussagen von OB Fenrich

Als Maik Franz am Montagmorgen auf dem Weg zu einer Reha-Einheit in den Wildpark war, glaubte der verletzte KSC-Kapitän seinen Ohren nicht trauen zu können: "Ich hörte ein Interview mit Oberbürgermeister Heinz Fenrich. Ich war bestürzt", sagte "Iron Maik", der Liebling aller KSC-Fans. Karlsruhes Oberbürgermeister hatte sich zur schlimmen KSC-Situation geäußert.

"Total negativ! Er hat einigen von uns die Bundesligatauglichkeit abgesprochen! Ich denke so etwas sollte ein Oberbürgermeister unterlassen. Steht einem OB so etwas überhaupt zu? Sollte der sich nicht besser mit dem seit Jahren versprochenen Stadionneubau beschäftigen, als die Funktion unseres Trainers oder des Managers zu übernehmen und zu kritisieren? All das hat etwas mit Respekt im Umgang miteinander zu tun", ereifert sich Maik Franz - mit dem der so stark abstiegsgefährdete KSC übrigens nie auf einem Abstiegsplatz stand.

Franz schießt scharf in Richtung Oberbürgermeister Fenrich

Mit seiner Verletzung begann der Niedergang. "Ich arbeite wie besessen daran, in dieser Saison noch spielen zu können. Ich will helfen, den Strohalm zum Klassenerhalt noch zu fassen, das Wunder vielleicht doch noch wahr werden lassen. Wir müssen dazu alle Kräfte mobilisieren, alle an einem Strang ziehen – und dann so eine Kritik. Ich fass' es nicht", sagt Franz kopfschüttelnd. Franz meint, dass ein OB so etwas zu unterlassen habe. "So eine Kritik von einem, der außen steht – das geht gar nicht. Das hat alles auch etwas mit Respekt zu tun", so Franz, der sich auch auf seiner Homepage zum Streitthema äußerte.

Dann schießt Franz scharf in Richtung OB: "Wenn Herr Fenrich dafür gesorgt hätte, dass der KSC ein neues, wettbewerbsfähiges Stadion hätte – dann könnte man die Spieler kaufen, die der Oberbürgermeister sehen möchte. Aber so stehen die Jungs im Kader, die aufgrund der schlechteren Einnahmesituation gegenüber den Clubs mit neuen Stadien, bezahlbar sind! Hätte Herr Fenrich den so dringend notwendigen Stadionbau forciert, hätten wir vielleicht die Akteure im Kader, die er bevorzugt gerne sehen würde."

"Wenn jemandem der KSC am Herzen liegt, dann redet der nicht so!"

Er habe als Kapitän immer dafür gesorgt, dass sich die Spieler aus der ganzen unsäglichen Stadionangelegenheit, "die der Job von Herrn Fenrich ist", herausgehalten haben. "Wir redeten nie negativ darüber, obwohl das mehr als berechtigt gewesen wäre! Wir kritisierten seine Arbeit nicht! Vor diesem Hintergrund ist es ganz besonders komisch, dass ein OB das Aushängeschild seiner Stadt öffentlich und unter der Gürtellinie attackiert." Franz bekennt, dass der KSC auf Misserfolgskurs ist. "Man muss nichts schön reden, wir haben viel, viel zu wenig Erfolg. Wir wissen alle, dass der Klassenerhalt mehr als schwer wird. Aber so etwas geht nicht. Diese Zeit könnte Herr Fenrich dafür verwenden, sich um den Stadionbau zu kümmern, den er schon seit Jahren verspricht."

Um das rettende Ufer doch noch zu erreichen, müssten alle an einem Strang ziehen. "Aber so stelle ich mir Unterstützung durch den Karlsruher OB in einer ganz schlimmen Lage nicht vor. So sollte ein OB den bekanntesten Werbeträger der Stadt nicht behandeln. Der KSC ist das Aushängeschild der Stadt – weit über die Stadtgrenzen hinaus. Wenn jemandem der KSC am Herzen liegt, dann redet der nicht so! Der würde alles versuchen, um uns zu unterstützen und uns nicht niedermachen", sprudelt es aus Franz, der am vergangenen Spieltag sogar als Stadionsprecher und Einpeitscher fungierte, um das Team zu unterstützen, nur so heraus.

"Mein Herz schlägt für den KSC!"

Ehe er fortfährt, holt er tief Luft: "Für das Oberhaupt einer Stadt geht so etwas gar nicht! Alle beim KSC vertreten auch die Stadt Karlsruhe – anständig, mit Einsatz und Engagement. Wenn jemand den KSC schon zehn Spieltage vor Saisonende aufgibt und draufhaut - dann ist das kontraproduktiv! Ebenso wie der verschleppte Bau des lebenswichtigen neuen Stadions!" Das zu sagen, läge ihm auf dem Herzen. "Und das schlägt für den KSC!"

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