ka-news-Wahl-Glossar
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Karlsruhe (ka-news) - Was bedeutet absolute Mehrheit? Warum wird sonntags gewählt und was genau bewirkt die Zweitstimme? Im ka-news-Wahl-Glossar erklären wir die wichtigsten Begriffe rund um die Bundestagswahl.

Damit bei den Europa- und Kommunalwahlen am 7. Juni auch alles reibungslos klappt, wird in manchen Wahllokalen schon mal der Ernstfall geprobt. So am Freitag im Rathaus von Schwäbisch Hall: 260 freiwillige Wahlhelfer übten die Abläufe.
Absolute Mehrheit
- Parallel zur Bundestagswahl wird auch ein neuer Kanzler gesucht. Nach der Wahl schlägt der Bundespräsident einen Kanzlerkandidaten vor. Um letztendlich gewählt zu werden, benötigt er die absolute Mehrheit, das heißt, mehr als die Hälfte aller Bundestagsabgeordneten muss für ihn Stimmen.
- Wer am Wahltag nicht in der Heimat weilt oder anderweitig verhindert ist und deshalb sein Kreuzchen nicht persönlich im Wahlbüro machen kann, hat die Möglichkeit der Briefwahl. Man muss lediglich rechtzeitig daran denken, diese Möglichkeit rechtzeitig anzumelden, damit die notwendigen Unterlagen zugesandt werden.
- Die Ausstrahlung, das Charisma, ist unter anderen eine der Eigenschaften, nach denen Wähler entscheiden, welcher Kandidat ihre Stimme bekommt.
- Alle Kandidaten eines Wahlkreises treten gegeneinander an. Der mit den meisten Stimmen - einer relativen Mehrheit - zieht mit einem Direktmandat in den Bundestag ein. Die Hälfte der Abgeordneten wird direkt im Wahlkreis gewählt, die andere über Landeslisten der Parteien.
- Zwei Stimmen gilt es bei der Bundestagswahl zu vergeben: Die Erststimme geht an einen Direktkandidaten und somit an einen Kandidaten aus dem Wahlkreis, daher heißt die Erststimme auch Wahlkreisstimme.
- Wegen einer fehlenden Unterschrift nicht zur Bundestagswahl zugelassen wurde die Freie Union (FU), deren Bundesvorsitzende Gabriele Pauli ist, als Frauenbeauftragte wurde Kader Loth ins Boot geholt. Die FU klagte erfolglos beim Bundesverfassungsgericht, um doch noch zur Bundestagswahl zugelassen zu werden.
- Allgemein bezeichnet man als Große Koalition eine Regierung die aus den beiden stärksten Parteien besteht. Nach der vorgezogenen Bundestagswahl 2005 ergab sich in Deutschland keine klare Mehrheit, so dass sich CDU und SPD zum zweiten Mal in der Geschichte der BRD für eine Große Koalition entschieden.
- Anhand der einzelnen Ergebnisse aus den Wahlbezirken lassen ARD und ZDF Hochrechnungen erstellen und nähern sich dem Endergebnis mindestens an. Um bereits zur Schließung der Wahllokale gegen 18 Uhr erste Prognosen zu haben, werden - senderabhängig - 20.000 bis 30.000 Bürger direkt nach dem Urnengang anonym befragt.
- Neben auffälliger Werbung versuchen Parteien vor allem mit ihren Inhalten bei den Wählern zu punkten. Während die SPD in ihrem Programm etwas "faire Löhne für Arbeit" fordert, möchte die FDP "Mehr Netto vom Brutto", Die Linke möchte "Hartz IV abwählen" und mit dem Slogan "Gute Bildung" wirbt die CDU.
- Jungwähler sind Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren, die zur Wahl gehen; teilweise handelt es sich bei jugendlichen Wählern zudem um Erstwähler.
- Amtierende Bundeskanzlerin ist Angela Merkel (CDU) , ihr Herausforderer für die Bundestagswahl 2009 ist Frank-Walter Steinmeier (SPD). Als Regierungschef ist ein Bundeskanzler der faktisch mächtigste Politiker. Entgegen weitverbeiteter Meinung, ist er aber nicht das Staatsoberhaupt, dieses Amt übt der Bundespräsident aus.
- Aus demokratischen Grundsätzen heraus müssen Wahllokale frei von Wahlwerbung sein, dafür müssen Wahlkabinen zur geheimen Stimmabgabe vorhanden sein.
- Die Mitglieder des Bundestages (MdB) - so heißen die Abgeordneten - müssen die Ausübung ihres Mandates in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit stellen - was sie dabei alles beachten müssen, ist in einem verbindlichen Regelwerk festgehalten.
- Wahlberechtigte Personen, die sich gegen eine Stimmabgabe entscheiden, werden als Nichtwähler bezeichnet. Den historisch tiefsten Stand an Wahlenthaltungen gab es 1972 bei der Bundestagswahl: Lediglich 8,9 Prozent gingen nicht zur Wahl. Die höchste Nichtwählerquote bei Bundestagswahlen gab es dagegen bei der vorgezogenen Wahl im Jahr 2005, damals gingen 22,3 Prozent nicht zur Wahl.
- Erstmals in der Geschichte der BRD wird die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Wahlbeobachter zur Bundestagswahl nach Deutschland schicken. Grund dafür sind die Vorgänge während der Parteienzulassung.
- Insgesamt treten 27 Parteien mit Landeslisten zur Bundestagswahl an. In Baden-Württemberg stehen folgende 17 auf dem Wahlschein: CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke, NPD, REP, PBC, MLPD, BüSo, Volksabstimmung, ADM, DVU, Die Violetten, Die Tierschutzpartei, ödp, Piraten
- Obwohl der Wähler bei der Bundestagswahl nur zwei Stimmen abgeben darf, hat er die Qual der Wahl: Wählt er eine Partei und deren Direktkandidaten? Wählt er einen Direktkandidaten aber eine andere Partei? Stimmt er für kleine Parteien oder für eine der beiden großen?
- Mit der zweiten Nachbesserung im laufenden Haushalt duldet die Bundesregierung auch eine neue Rekordverschuldung. Die Kreditsumme steigt somit um 10,7 Milliarden auf insgesamt 47,6 Milliarden Euro an. Die Erhöhung der Neuverschuldung wird mit dramatischen Steuerausfällen begründet. Trotz allem ist eines der beliebtesten Wahlversprechen traditionell die Steuersenkung.
- Paragraph 16 des Bundeswahlgesetzes (BWahlG) besagt, dass der Wahltag ein Sonntag oder ein gesetzlicher Feiertag sein muss.
- Im Videotext beschäftigen sich mehrere TED-Umfragen, so genannte Tele-Dialoge, mit der bevorstehenden Bundestagswahl. Dabei kann man per SMS oder Telefonanruf kostenpflichtig seine Stimme abgeben.
- Gibt ein Wähler mehr Stimmen als gefordert beziehungsweise erlaubt ab, ist seine Stimmabgabe komplett ungültig und wird nicht gewertet.
- Im Juli 2005 verneinte der Bundestag dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder mehrheitlich die Vertrauensfrage. Dadurch wurde der Bundestag aufgelöst und es fanden vorgezogene Neuwahlen statt, seitdem regiert die Große Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel.
- Wer im Wählerverzeichnis seiner Heimatstadt gelistet ist, bekommt im Vorfeld zu Wahlen eine Benachrichtigung, den so genannten Wahlschein. Er berechtigt zum Wählen zu gehen und wird im Wahllokal gegen den Stimmzettel eingetauscht.
- Im Wahlkampf geht es vor allem um eines: Aufmerksamkeit. Diese erreichen die Parteien, abgesehen von medialer Berichterstattung, primär durch Wahlwerbung. So ist es kaum verwunderlich, dass kurz vor der Wahl XXL-Plakate die Straßen(ränder) zieren und regelmäßige Wahlwerbespots die Fernsehprogramme durchziehen.
- Mit dem Slogan "Yes We Can" löste US-Präsident Barack Obama während seines Wahlkampfes eine große Welle der Euphorie aus. Die Karlsruher CDU versuchte während des Kommunalwahlkampfes mit "Wir können Karlsruhe" eine ähnliche Stimmung in Karlsruhe zu erzeugen.
- Neben der Erststimme gilt es bei der Bundestagswahl auch eine Zweitstimme abzugeben: Mit letzterer wählt man eine Partei und beeinflusst somit die Sitzverteilung im späteren Parlament.




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