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11.05.2012 14:25
 
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Studie: Auch in anonymen Chats wird kaum gepöbelt [0]

Berlin/Zürich (dpa) - Im Internet ist der Ton oft rau. Trotzdem herrscht es in anonymen Chats nicht generell ein pöbeliger Ton, wie Schweizer Forscher herausgefunden haben. Die Nutzer halten sich durchaus an soziale Normen.
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Regeln für Foren und Chats
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In Foren und Chats gelten soziale Regeln - an die halten sich die Nutzer weitgehend, selbst wenn sie anonym sind. Foto: Jens Schierenbeck
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Ein anonymes Auftreten in Internet-Chats geht nach einer Studie nicht mit hemmungslosen Pöbeleien einher. Ganz im Gegenteil: Die meisten Nutzer geben sich positiv, manchmal neutral und selten negativ, haben Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich in einer Untersuchung von Diskussionsräumen der IRC-Plattform herausgefunden. Auch in Chat-Rooms halten sich Menschen weitgehend an soziale Normen, schlossen daraus die Wissenschaftler.

Allerdings räumten die Forscher in ihrem am Freitag (11.5.) veröffentlichen Artikel ein: «Unsere Ergebnisse unterscheiden sich von vorhergegangenen Beobachtungen von emotionaler Kommunikation in Blogeinträgen und Kommentaren in Foren, die eine klare Tendenz zu negativen Äußerungen identifizierten.» Der Unterschied könne in der Art der Kommunikation liegen, vermuteten die Wissenschaftler. Schließlich unterscheide sich eine Unterhaltung in Chats von zeitverzögerten Kommentaren in Blogs. Außerdem besuchten viele Nutzer die Chats immer wieder und hielten sich deshalb an die üblichen Gepflogenheiten.

Bei ihrer Untersuchung fanden die Forscher heraus, dass die Nutzer in ihren Chat-Nachrichten emotional sehr beständig sind. Nur eine Minderheit der Nutzer schwankt selten zwischen verschiedenen Gefühlslagen und konstante Nörgler kommen kaum vor. Selbst bei Reaktionen auf negative Äußerungen verhielt sich die Mehrheit positiv.

Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler insgesamt 2,5 Millionen Nachrichten in Internet-Chats von mehr als 20 000 unterschiedlichen Nutzern aus. Über einen Zeitraum von 42 Tagen sammelten die Forscher Einträge aus Diskussionen über Themen wie Musik, Sport, Wirtschaft oder Politik.

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