Aby Warburg. Mnemosyne Bilderatlas

Do, 01.09.2016 – So, 13.11.2016, ZKM_Lichthof 1+2

Der Kulturwissenschaftler Warburg (1866–1929) entwickelte dieses umfassende und ungewöhnliche Instrument in seinen letzten Lebensjahren. Präsentiert werden alle 63 Bildertafeln, erstmals verbunden mit einem Kommentar zu jeder Tafel, der die Erkenntnisse aus Warburgs Schriften mit einer detaillierten Analyse seiner Bildsprache zusammenführt. Zusätzlich wird eine künstlerische Aktualisierung des Instruments »Bildtafel« zu sehen sein: 12 Tafeln, die von KünstlerInnen eigens für die Ausstellung erstellt werden, u. a. von Olaf Metzel, Andy Hope 1930, Linda Yasmine Fregni Nagler und Peter Weibel.

Aufgrund seines plötzlichen Todes ging man lange davon aus, das Werk sei ein Fragment. Selbst am Ende des 20. Jahrhunderts, nachdem die Tafeln erstmals in Buchform publiziert worden waren, blieb es eine Legende. Warburg untersuchte das »Nachleben der Antike« auf dem Boden der europäischen Kultur. In der offenen Struktur seiner Bildersysteme zeigte er, wie Motive und Gesten – von ihm »Pathosformeln« genannt – über Kulturen und Zeiten hinweg weitergegeben wurden.

Der Atlas verzeichnet die »Wanderstrassen der Kultur«, folgt ihrer Bewegung auf den »Bilderfahrzeugen«: Kalender, Sternkarten, Teppiche, Graphiken. Als erster »Medienwissenschaftler« erweiterte er die Kunstgeschichte der Meisterwerke um die Bereiche der Mode, Werbung und Alltagskultur.

Mit Schwarz-Weiß-Fotografien von Kunstwerken und Objekten aus unterschiedlichsten Epochen, die er auf schwarz bespannten Tafeln anbrachte, entwarf Warburg Bild-Konstellationen, in denen neue unbekannte inhaltliche Bezüge sichtbar wurden.

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