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Karlsruhe Zukunft des Sandkorn-Theaters: Neue Gesellschaft, neues Konzept!

Der Spielbetrieb im Karlsruher Sandkorn-Theater soll bis zum Jahresende weitergehen - danach soll das Haus komplett neu aufgestellt werden. Das geben die designierten Geschäftsführer der neuen Gesellschaft bekannt, welche das Sandkorn fit für die Zukunft machen soll. Vor zwei Wochen erreichte die Karlsruher Kultur-Szene unvorbereitet die Hiobsbotschaft, dass das Sandkorn-Theater finanziell am Ende ist.

Der Spielbetrieb ist gesichert. "Nach ersten Gesprächen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter der 'Alt-Gesellschaft' des Sandkorn-Theaters, soll der Theaterbetrieb weiter laufen", heißt es von den designierten Geschäftsführern der neuen Gesellschaft: Günther Knappe und Erik Rastetter. Mit ihnen steht dem Sandkorn Theater "ein kompletter finanzieller, organisatorischer und künstlerischer Neustart bevor", sagt Knappe.

Insolvenz für Neuanfang

Am 30. August musste die aktuelle Geschäftsführerin Stefanie Lackner die Insolvenz der Sandkorn-Theater gGmbH anmelden. Die Ursache: Drohende Nachforderungen des Finanzamts für vergangene Jahre. Mit der Insolvenz soll die Fortführung des Spielbetriebs gesichert werden. "Freunde und Förderer der Sandkorn-Idee hatten sofort nach Bekanntgabe des Insolvenzantrags reagiert und bemühen sich seither um eine Neuaufstellung", so Knappe.

Unterstützt wird der Neuanfang vom eingetragenen Verein "Freundeskreis des Sandkorn Theaters", auch die Karlsruher Stadträte hatten Hilfe zugesichert. Der Generalintendant des Badischen Staatstheaters Peter Spuhler signalisierte am Insolvenzabend in den sozialen Medien bereits entsprechende Bereitschaft. 

Unterstützung vom Badischen Staatstheater

"Ich bin sehr froh, dass wir in Karlsruhe eine große Vielfalt an Kultureinrichtungen und Theatern haben, die zum Teil sehr verschiedene Publikumsgruppen ansprechen. Darum halte ich es für notwendig, dass große Einrichtungen wie das Staatstheater mit kleineren Theatern zusammenarbeiten und sie unterstützen", so Spuhler auf Anfrage von ka-news.

"Das Staatstheater macht sich bei Veranstaltungen wie der 5. Karlsruher Theaternacht und unserem Theaterfest am 16. September für den Neustart am Sandkorn-Theater stark. Außerdem werde ich persönlich beim diesjährigen Spielzeitcocktail dafür sammeln", so Spuhler und weiter: "Ich finde es gut, dass sich Stadt und Politik ihrerseits so klar zur Vielfalt der Karlsruher Theaterszene und zum Sandkorn-Theater mit neuen Verantwortlichen bekannt haben."

Neue Gesellschaft, neues Konzept

Die neue (Auffang-)Gesellschaft soll unter Leitung von Knappe und Rastetter die Spielstätte übernehmen sowie die künstlerische Gestaltung und Neuausrichtung in die Hand nehmen.  Erste Gespräche mit dem Insolvenzverwalter der "alten" Sandkorn-Gesellschaft konnten bereits geführt werden, weitere sollen folgen. Erst dann könne man detaillierte Aussagen zur Zukunft des Theaters tätigen, so Knappe im Gespräch mit ka-news.

Wie hoch die finanziellen Nachforderungen des Finanzamts sind, dazu machen die Verantwortlichen aktuell keine Angaben. Knappe versichert, dass die Kürzungen der Zuschüsse von der Stadt Karlsruhe im Rahmen des Doppelhaushalts 2017/2018 an das Theater in keinem Zusammenhang mit der Insolvenz stehen. 

"Sandkorn muss Identität wiederfinden"

Fest steht: Der Spielbetrieb soll wie laut Spielplan vorgesehen bis Ende 2017 weitergehen. Danach will sich die Spielstätte neu ausrichten. "Das Sandkorn muss die eigene Identität wiederfinden", sagt Knappe. Das neue Konzept sieht vor, den Fokus des Hauses auf Kleinkunst zu legen. Kabarett, Comedy, Workshops, Jugendarbeit - man will sich beim Sandkorn wieder "auf die Stärken von einst" ausrichten.

"Das 'Studio' soll die Kleinkunst-Zentrale für Künstler aus Karlsruhe und der Region werden, die 'Fabrik' eine Spielwiese für zeitgemäßes Theater mit Anspruch und Heimat für engagiertes Kinder- und Jugendtheater", beschreiben Knappe und Rastetter einen Baustein des neuen Konzepts, "ein herausragendes und festes Element sollen regelmäßige Angebote im Bereich praktischer Theaterfortbildung unter professioneller Anleitung sein", wird weiter betont. In den kommenden Tage wolle man nun das Gespräch mit der Stadt und den Gemeinderatsfraktionen suchen und das Konzept diskutieren.

ka-news Hintergrund

Knappe ist Inhaber der Kommunikation- und Event-Agentur "Knappe 1a". Zuvor war er als Chefredakteur, Programmdirektor und im Management von verschiedenen Medienunternehmen tätig. Erik Rastetter ist vor allem von der Theaterbühne bekannt: Gemeinsam mit Martin Wacker bildet er das kabarettistische Duo "rastatter & wacker". Daneben ist er noch an weiteren Produktionen im Sandkorn-Theater als Regisseur oder Schauspieler tätig. Rastetter soll künftig die künstlerische Leitung übernehmen.

 

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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (647 Beiträge)

    13.09.2017 21:57 Uhr
    Schaut euch mal
    die aktuelle Mitarbeiterliste dieser Bude an: http://www.sandkorn-theater.de/theater/mitarbeiter

    Es braucht heutzutage mehr als eine Ansammlung von weltfremden Künstlern um am Markt zu bestehen, da braucht es auch jemanden der sich mit Zahlen auskennt und knallhart kalkulieren kann.
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  •   betablocker
    (728 Beiträge)

    13.09.2017 22:18 Uhr
    Vielleicht
    bräuchten die eine Dramaturgin die sich mit Atomkraft...aber lassen wir das... grinsen
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  •   myopinions
    (787 Beiträge)

    13.09.2017 12:13 Uhr
    .............Nachforderungen für vergangene
    Jahre vom Finanzamt?

    Was für einen Steuerberater haben die denn beschäftigt???
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  •   betablocker
    (728 Beiträge)

    13.09.2017 15:38 Uhr
    Das wurde
    bereits ausführlich diskutiert als die Insolvenz bekanntgegeben wurde. Drei Möglichkeiten:

    1. Steuerberater eine Vollniete.
    2. Bewusster Versuch der Steuervermeidung (mal vorsichtig ausgedrückt).
    3. Realitätsverlust (erst werden Rechnungen nicht mehr geöffnet, am Schluss geht man nicht mal mehr zum Briefkasten).
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  •   kommentar4711
    (1467 Beiträge)

    13.09.2017 19:47 Uhr
    Antwort auf "Das wurde"
    Was ich auch faszinierend finde: Das Sandkorn ist ja nicht das erste Unternehmen, dem eine Steuernachzahlung ins Haus flattert. Aber dass diese Forderung dann wirklich unmittelbar zur Insolvenz führt und es keine Chance gibt die GmbH zu retten, das habe ich so noch nicht erlebt. Da muss ja richtig viel im Argen liegen.
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  •   todi01
    (1043 Beiträge)

    13.09.2017 07:29 Uhr
    Puh!
    Zahlungen ans Finanzamt durch Insolvenz verhindert, und trotzdem gehts weiter. Party hard! Ja, gut, schon irgendwie ein bisschen asozial, und bei einem "richtigen" Unternehmen würden die, die jetzt am lautesten jubeln, mit Fackeln und Mistgabeln vor der Tür stehen, aber hey, der Zweck heiligt die Mittel.
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  •   kommentar4711
    (1467 Beiträge)

    13.09.2017 09:04 Uhr
    Bingo!
    Aber hier geht es ja um etwas "gutes" und nicht um einen "Finanzhai"....
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