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Karlsruhe Mein Film des Lebens: ka-news benennt seine Klassiker!

Jeden Freitag gibt's eine kräftige Dosis Kultur, und zwar in der Kolumne "Kultur-Tipp". Heute: Diesmal geht es um die Crew - ka-news bestimmt seine ganz persönlichen Film-Klassiker!

Departed (2006)

Es gibt viele gute, wenn nicht gar herausragende Filme. Ob nun die Reihe von "Der Pate", "Departed", "Armageddon", ältere Filme wie "Die Verurteilten" oder "Besser geht’s nicht". Auch romantische Klassiker wie "Die fabelhafte Welt der Amélie" oder "Stolz und Vorurteil" sind tolle Filme. Aber welcher ist nun der Beste? Für mich zählt viel mehr als "gigantische Bilder" oder Animationen die schauspielerische Leistung. Deswegen fallen viele technisch herausragende Filme für mich eher 'raus.

Für mich gehen hier die Figuren oft unter. Filmfiguren wie Hans Landa, Maximus, der Joker, William Wallace, Jordan Belfort oder Forrest Gump machen Filme für mich aus. Zum Ende muss ich mich wohl zwischen "Braveheart", "The Dark Knight" und "Gladiator" entscheiden. Filme, die ich eigentlich immer anschauen kann. And The Winner Is: "Departed", mit Stars wie Matt Damon, Jack Nicholson, Mark Wahlberg und Leonardo DiCaprio kommt er völlig ohne große Bilder aus. Ein Meisterwerk von Martin Scorsese. - Tobias Haid, Marketingleiter

 

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty (2013)

Einen absoluten Lieblingsfilm, also den Film aller Filme, zu bennenen, ist ziemlich schwer. Denn jeder Film hat seine ganz eigenen Stärken und Schwächen - und jede Woche kommen neue Filme dazu. Mit Filmklassikern kann ich meist nicht viel anfangen, ich schaue mir lieber die aktuellen Streifen an. Davon bleiben aber erfahrungsgemäß nicht immer alle in Erinnerung.

Eine Ausnahme bildet da zum Beispiel "Kingsman: The Secret Service." Eine erfrischende Mischung aus Action und Witz, ohne zu langweilen mit einem besonderen Touch. In eine ganz andere Richtung geht dann "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty". Ein sehr gefühlvoller und schöner Film, der neben den atemberaubenden Bilder auch zum Reflektieren des eigenen Lebens anregt. Aber auch Animationsfilme, wie jüngst Disneys "Vaiana",bei dem das Gesamtpaket von Story, Animation und Musik einfach passt, schaue ich sehr gerne an. - Florian Kaute, Redakteur/Chef vom Dienst

 

Interstellar (2014)

Als meinen Lieblingsfilm würde ich das Science-Fiction-Drama "Interstellar" von Regisseur Christopher Nolan bezeichnen. An diesem Film reizt mich besonders die gelungene Kombination einer visuell beeindruckenden Reise durch den Weltraum und der hochemotionalen Geschichte zwischen Vater und Tochter, die den Motor des Films bildet. Das Ganze wird untermalt von einem mal sensiblen, mal erschlagenden Soundtrack Hans Zimmers. Gänsehaut pur!

Was passiert, wenn sich ein Vater zwischen der Liebe zu seiner Tochter und dem Schicksal der Menschheit entscheiden muss? Genau um diese Frage geht es bei Nolans Meisterwerk, das mit vielen Anspielungen an Stanley Kubricks "2001: Odysse im Weltraum" glänzt.

Nolan setzt visuell neue Maßstäbe. Nur selten zuvor wurden schwarze Löcher und Wurmlöcher so real dargestellt wie in diesem Film. Mit vielen Twists und einem immer mehr an Fahrt aufnehmendem Finale bietet der Regisseur hier eines der besten Film-Enden aller Zeiten, das sich kaum in Worte fassen lässt. Nur soviel sei gesagt: Der Zuschauer darf einen Blick ins schwarze Loch werfen.

Das physikalisch anspruchsvolle Thema wird für den Zuschauer trotz seiner komplexen Thematik sowohl visuell als auch erzählerisch nachvollziehbar inszeniert. Ich denke, mit den nächsten Jahrzehnten könnte dieser Film einen ähnlichen Kultstatus erlangen wie einst Kubricks Weltraum-Odyssee. - Felix Haberkorn, Praktikant

 

Der Pate II (1974)

Natürlich könnte man jetzt auf Anhieb zwei Dutzend Filme anführen, die jeder für sich die goldene Schärpe verdient hätten, aber wenn man schon einen besten küren will, muss man nun mal ein Urteil fällen. Bei mir fällt die Wahl zwar schwer, aber dann doch klar aus: Es entscheidet sich zwischen dem (fast schon) mythischen Dreiklang der "Paten"-Streifen.

Man kann (und muss) eigentlich die gesamte Trilogie empfehlen (wobei Teil III klar der schwächste ist), übrig bleibt dann aber doch letzendlich der zweite Part der Mafia-Saga - nicht umsonst wurden die amerikanischen Schauspiel-Legenden Robert De Niro und Al Pacino als Protagonisten spätestens in und mit diesem Streifen Weltstars. Jede Szene ein Klassiker, ein inszenatorischer und tiefgehender Höhepunkt.

Nicht zu vergessen die grandiose Nebenrollen-Besetzung mit den Könnern Robert Duvall, James Caan und (der herzzereißenden) Talia Shire. Zusammenfassend muss ich daher nicht allzu lange überlegen, welches für mich das beste filmische Werk der Geschichte ist: "Der Pate II" vom genialen US-Regisseur Francis Ford Coppola bleibt in seiner glanzvollen, umwerfenden und kraftvoll-erzählerischen Epik unübertroffen! - Toby Frei, Ressortleiter Kultur
 


2001: Odyssee im Weltraum (1968)

Den absoluten "Lieblingsfilm aller Zeiten" zu benennen fällt mir schwer, mir fallen auf Anhieb mindesten zehn Klassiker ein, die dieses Prädikat verdient hätten – "Clockwork Orange", "Straight To Hell", "Vom Winde verweht", "Der Blaue Engel" – um nur einige zu nennen. Einen wirklich nachhaltigen Eindruck hatte auf mich "2001: Odyssee im Weltraum". Der Science-Fiction-Klassiker von Stanley Kubrick stammt aus dem Jahr 1968 und ist so etwas wie eine Geschichte der Menschheit, der Evolutionstheorie und der Religionsphilosophie in 143 Minuten. Das Spannende daran: Der Film lässt alle Fragen offen, versucht erst gar nicht, Antworten zu geben - das ist es, was ich ganz besonders liebe.

Denn wie schwer es ist, in diesem Genre eine plausible Geschichte zu erzählen, zeigt der "zweite Teil" - "2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen" - aus dem Jahr 1984. Auch diesen Film liebe ich, weil er zumindest versucht, die Rätsel der Menschheit zu lösen und daran – wie könnte es anders sein – gnadenlos scheitert.

"Ich habe versucht, ein visuelles Erlebnis zu schaffen, welches die sprachlichen Einordnungsschemata umgeht und mittels eines emotional-philosophischen Inhalts direkt zum Unterbewusstsein vordringt. Ich war bestrebt, den Film als intensiv subjektive Erfahrung zu kreieren, die den Zuschauer auf einer inneren Bewusstseinsebene erreicht. (…) Es steht jedem frei, über die philosophische und allegorische Bedeutung des Films zu spekulieren – und derartige Spekulation ist ein Anzeichen dafür, dass es gelungen ist, das Publikum auf einer tiefen Ebene zu berühren (…)", sagt(e) Stanley Kubrick über "2001" – dem ist nichts hinzuzufügen. - Heike Schwitalla, Freie Redakteurin

 

Herr Lehmann (2003)

Es gibt einen sicheren Weg, ein gutes Buch im Nachhinein zu ruinieren: Man lässt es verfilmen. Nicht nur wird der Film dem Buch niemals das Wasser reichen können, jeder Freund des Buches wird ihn von nun an auch bei jedem weiteren Lesen des Buches im Kopf haben. Das gilt für alle Buchverfilmungen. Oder besser: fast alle. "Herr Lehmann" nach der gleichnamigen Vorlage von Sven Regener, seines Zeichens Sänger der Band Element of Crime, ist anders. Regisseur Leander Haußmann gelingt es, mit seinem Film einerseits nah am Buch zu bleiben, dessen Motive aber andererseits filmisch so gekonnt aufzuarbeiten, dass Film und Buch einander nicht behindern, sondern sich ergänzen und irgendwann sogar völlig miteinander zu verschmelzen scheinen.

Zur Geschichte: Frank Lehmann, den alle nur "Herr Lehmann" nennen - ein Witz in Hinblick auf seinen nahenden 30. Geburtstag, der sich irgendwann verselbstständigt hat -, lebt im Berlin des Jahres 1989, wo er als Barkeeper arbeitet und damit eigentlich auch ganz zufrieden ist. Seine heile Kreuzberger Welt wird allerdings gehörig durcheinander gewirbelt, als nicht nur seine Eltern ihren Besuch ankündigen, sondern Frank Lehmann sich zudem verliebt und außerdem mit dem Nervenzusammenbruch seines besten Freundes Karl (Detlev Buck – ebenfalls grandios!) fertig werden muss.

Man könnte meinen, dass die Geschichte in diesem Moment ordentlich Fahrt aufnimmt. Das tut sie nicht. So sehr sich Frank Lehmann, überraschend großartig gespielt von Christian Ulmen, gegen jede Veränderung zur Wehr setzt, so gleichmütig akzeptiert er diese, wenn er sie nicht mehr aufhalten kann. Film wie Buch leben dabei vor allem von den liebevoll gezeichneten Charakteren. Das historische Setting (der Film endet mit dem Mauerfall) dagegen bekommt nur eine Nebenrolle zugesprochen. Vermutlich ist "Herr Lehmann" gerade deswegen nicht nur ein toller Film zum Thema Veränderung, sondern auch ein treffendes Portrait Deutschlands zu Wende-Zeiten. - Felix Neubüser, Geschäftsführer


Forrest Gump (1994)

Mein Lieblingsfilm ist seit Jahren "Forrest Gump". Auch wenn ich ansonsten eher ein Fan von Haudrauf und Comedy bin, ist dieser Film, der mit den besagten Genres rein gar nichts zu tun hat, für mich auch mehrmals im Jahr ein Muss. Ausnahmen bestätigen schließlich die Regel. Aber es hat mich beeindruckt, wie der kleine und auch der große Forrest es mit unbändigem Willen trotz diverser Einschränkungen und der Tatsache, dass das Glück nicht gerade immer auf ihrer Seite steht, immer geschafft haben, das Beste und noch mehr aus der jeweiligen Situation zu machen. Gepaart mit der passenden Dosis an Gefühl kann ich diesen Film Personen jeden Alters einfach nur empfehlen! - Dennis Hoffmann, Mediaberater

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Kommentare (5)
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  •   zahlenbeutler
    (1027 Beiträge)

    Spiel mir das Lied vom Tod
    von Sergio Leone, kann man zigmal ansehen und entdeckt immer was, was man vorher nicht so gesehen hat und natürlich die Musik von Ennio Morricone und die wunderbare Claudia Cardinale, ein Italo-Western als Parabel des Lebens
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    Naja....
    Der Pate - sind das nicht die Filme über diese schmierigen, feigen und hinterhältigen A****l*cher der Mafia, die betrügen, morden und Leute drangsalieren, weil sie zu faul zum Arbeiten sind?

    Da reist es ein Niro auch nicht mehr raus. Für mich ist das ne terroristische Vereinigung und die Filme sind Werbung und Verherrlichung dessen. Wenn es Filme gibt, die verboten gehören - hier.
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  •   silberahorn
    (9296 Beiträge)

    Film des Lebens kommt noch
    aber dieses Jahr zu den Karlsruher Heimattagen:
    Stranger than Paradies von Jim Jarmusch.
    In ganzer Länge unter https://youtu.be/l60HhQARv9A
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  •   MacGeifer
    (1840 Beiträge)

    Überraschend
    gut gespielt von Christian Ulmen überrascht mich jetzt. Wo der mitspielt hat man ja fast schon eine 100% Garantie für grosses Vergnügen.
    Den zweiten Teil 'Neue Vahr Süd' mit dem absolut tollen Frederick Lau finde ich übrigens noch besser. Also die Figuren die da gestrickt werden, vom Mantaprollschulkameraden (Die Lizards gibts nicht mehr) über den wie immer genialen Hinnerk Schönemann (Atomblitz!) als Ausbilder bis zum diabolischen Kompaniechef Ulrich Matthes. Und Herr Lehmann ständig irgendwie am Rand der Verzweiflung balancierend und so verzweifelt gucken kann ausser Lau nur noch Hans Beimer.

    Schütze Lehmann!
    Ja, was gibts denn?
    Hat der grade 'was gibts denn?' gesagt?
    Mannmann Lehmann, mit ihnen werden wir noch viel Freude haben.

    grinsen
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  •   Aussie
    (541 Beiträge)

    Die Brücke (1959)
    von Bernhard Wicki.
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