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Karlsruhe (Anti-)Kriegs-Film "Dunkirk": Hier gibt's die ka-news-Kritik

Jeden Freitag gibt's eine kräftige Dosis Kultur, verabreicht von ka-news-Kulturredakteur Toby Frei, und zwar in der Kolumne "Kultur-Tipp". Heute: Ganz klar, hier ist der Film der Star. Was da an brutaler Optik auf einen einstürzt, ist wahrlich einzigartig.

Liebe Film-Freunde,

"Dunkirk" ist kein gewöhnlicher, historischer (Genre-)Film. Schon der Einstieg zeigt, wohin es geht - nämlich direkt und mittenrein in eine der wichtigsten und dramatischsten Phasen des Zweiten Weltkriegs. Wir befinden uns am Strand von Dünkirchen, wo große alliierte Truppen auf die Evakuierung über den Ärmelkanal nach England warten. Es ist die bis dahin größte militärische Rettungsaktion der Weltgeschichte (genannt "Operation Dynamo"). Und sie wird zur grausamen Falle.

Kriegs- oder Anti-Kriegs-Film?

"Dunkirk" ist ein atem- und damit auch pausenloser Film, man gerät ohne Vertun rein ins schreckliche Geschehen, wird als Zuschauer nicht eine Sekunde geschont. Erzählt wird in mehreren (personellen) Strängen, man bleibt chronologisch stets am Ball, und nebst allen sensationellen Aufnahmen und ohne zu spoilern: Die Aufnahmen der Luftkämpfe sind dermaßen spektakulär, man fühlt sich an den 1986er-Klassiker "Top Gun" erinnert, nur hier mit dem tragischen Hintergrund des Weltkrieges.

Erzählt wird die Geschichte des englischen Soldaten Tommy, und die allgemeinen schauspielerischen Leistungen sind angesichts der dramatischen Bilder nicht von übergroßer Wichtigkeit, entsprechen aber denen eines gelungenen Blockbusters. Allein der knorrige Kenneth Branagh sticht als standfester Commander aus dem Ensemble hervor.

Beeindruckender Film eines großen Regisseurs

Vielleicht ein kleines Manko des Werks: Es kann sich auf Dauer nicht ganz entscheiden, ob es ein Kriegs- oder ein Anti-Kriegs-Film sein will. Auf jeden Fall wird die Brutalität und die Grausamkeit des Krieges geradezu zelebriert, "Dunkirk" ist ein echtes, episches Mahnmal. By The Way: Den Score hat kein Geringerer als (das deutsche) Musik-Genie Hans Zimmer geliefert, der mittlerweile diverse "Oscars" und "Golden Globes" sein Eigen nennen darf.

Filmemacher Christopher Nolan hat ja schon mit so einigen Streifen auf sich aufmerksam gemacht, als da wären beispielsweise "Inception" und das großartige Früh-Werk "Memento" (damals ein revolutionäres Verwirrspiel erster Güte). "Dunkirk" ist nun ein (vor allem visuell) beeindruckender Film eines Regisseurs, der schon jetzt zu den ganz Großen zählt!

Der Film läuft in Karlsruhe im Filmpalast am ZKM, in der Kurbel, in der Schauburg und in den Universum-City Kinos Karlsruhe.

Ich wünsche Ihnen ein schönes und vor allem kulturelles Wochenende!

Ihr Toby Frei

www.filmpalast.net
www.kurbel-karlsruhe.de
www.schauburg.de
www.kinopolis.de/ka

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Kommentare (23)
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  •   Waterman
    (5822 Beiträge)

    Auch Kulturelles...
    ohne zu spoilern...
    By The Way: Den Score...
    Musik-Genie...
    als da wären beispielsweise...
    Früh-Werk...
    Universum-City Kinos...
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  •   sno
    (158 Beiträge)

    Kultur - KFC
    Gestern hat in Karlsruhe ein neuer Kentucky Fried Chicken (KFC) in der Waldstraße eröffnet. Gibt es dieses Mal keinen ka-news Bericht? Das ist doch auch Kultur zwinkern

    https://www.facebook.com/kfc.inkarlsruhe/posts/1536863873039794

    https://ka.stadtwiki.net/Kentucky_Fried_Chicken
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (568 Beiträge)

    wahrscheinlich hat KFC
    diesmal keine Werbekampagne bei ka-news gekauft.

    "By the way": Was macht eigentlich diese Eisdiele in der Oststadt? grinsen
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  •   ALFPFIN
    (5607 Beiträge)

    Da die Eisdiele
    in der Oststadt nun doch nicht bei diesem Wettbewerb den 1. Preis gewonnen hat, kann man nicht mehr so große Töne spucken. Vielleicht dürfen jetzt auch wieder Kunden ein Eis kaufen, die jetzt nicht mit der ganz so begeisterten Miene den Laden betreten ohne dass der Eisverkäufer wegen "Unfreundlichkeit" einen Zuschlag verlangt. grinsen
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  •   ka-lex
    (1512 Beiträge)

    Ein absolut überflüssiger Film.
    kwT
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    Eine BEGRÜNDUNG....
    ...wäre da nicht ganz falsch. Nur "Daumen hoch - Daumen runter" ist doch eher was für Facebook-Amöben.
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  •   ka-lex
    (1512 Beiträge)

    Sehen Sie sich den Film "Die Brücke" von Bernhard Wicki an.
    Nach diesem Film braucht es keine weiteren (Anti-) Kriegsfilme. Dort ist alles gesagt. Besser als ich es je könnte.
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  •   dramutie
    (1475 Beiträge)

    guter film, ja
    für die altersgenossen von günter pfitzmann, fritz wepper, volker lechtenbrink und viele mehr, tolle schauspieler.
    für die generation meiner kinder eher nobodies - also was spricht dagegen, die thematik nochmals aufzugreifen? in einem ebenso guten film mit jüngeren schauspielern, für die uns nachfolgende generation? die sich so dann eher angesprochen fühlen und das thema in ihrem umfeld ernsthaft diskutieren? das ist mitnichten überflüssig oder gar falsch! das ist super!!
    und wer wird gezwungen, "dunkirk" anzugucken, wenn er lieber "die brücke" sehen möchte??
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    das sehe ich als äusserst gewagte These an
    1 ) nur weil mal was gut war, gibts keine Berechtigung, nochmal was Gutes zu machen? Also nach Pink Floyd keine Musik, nach Arno Schmidt keine Literatur, nach dem Bier gestern niemehr eines?

    2 ) nix gegen die Brücke, aber die Botschaft "Krieg ist Sche*sse" kann nicht oft genug wiederholt werden. Und zwar in möglichst DEM Format, was die Leute aktuell auch berührt. Dazu gehört ein Schwarzweißfilm von anno dunnemals eben nicht (mehr) dazu.

    3 ) Die Kriegspropaganda in Zeiten von deutscher Berufsarmee, Säbelgerassel von Flintenuschi und Ami-verbrechern incl. den Fernseher voll mit Sendungen über "Super-waffen" - und nicht zu vergessen die mordverherrlichenden youtube-Videos von kalashnikovschwingenden, beturbanten Feiglingen läuft doch auch auf Hochtouren.

    Warum nicht was dagegensetzen? Wobei ich jetzt nicht weiß, ob der Dunkirk-Film der Aufgabe gerecht wird. Aber wenn, dann ist gut.
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    Goethe
    … Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.

    Johann Wolfgang von Goethe
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