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Karlsruhe 20 Jahre ZKM: Mit "Mobile Tagging" einen weiteren Schritt ins digitale Zeitalter

20 Jahre nach der Gründung des Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) zog der Vorstand des ZKM, Peter Weibel in einer Jahrespressekonferenz am Donnerstag, 22. Januar, Bilanz und gab einen Ausblick aufs Jubiläumsjahr 2009.

Dieses soll auch genutzt werden, um in einem kritischen Rückblick eine Leistungsbilanz zu ziehen und in einem Ausblick die Zukunft des ZKM anzureißen. Weibel kündigte für das kommende Jahr "Innovationen und Transformationen" an. Das Jubiläumsjahr solle als Ansporn gesehen werden, den neuen Anforderungen an die Idee des Museums durch die Globalisierung und das Web 2.0 gerecht zu werden. So wird das ZKM 2009 einige technische Neuerungen in der Museumsvermittlung präsentieren.

"Mobile Tagging" bringt Informationen in Bild und Ton aufs Handy

Eine dieser neuen Entwicklungen ist das sogenannte "Mobile Tagging", bei dem der QR-Code (Quick Response Code) als Medium der Vermittlung eingesetzt wird. Der zweidimensionale Barcode wird fortan in Broschüren und Flyern, auf Bannern, Plakaten und Schildern zu finden sein und so Inhalte der Ausstellungen und Veranstaltungen jederzeit per Handy-Nutzung in Bild und Ton abrufbar machen. Fotografiert man diesen Code mit einem Handy, auf dem entsprechende Decodierungssoftware installiert ist, wird eine bis zu 4.269 Zeichen lange Botschaft sichtbar. In anderen Ländern ist "Mobile Tagging" bereits weit verbreitet, auch in Deutschland steigt das Interesse. Das ZKM ist die erste kulturelle Institution, die diese Technik umfassend einsetzt. Dies geschieht mit Unterstützung des Karlsruher Unternehmens Tagsolute.

Weibel zog zunächst für das vergangene Jahr Bilanz: So fanden 2008 insgesamt 33 Installationen und Ausstellungen im ZKM statt, das bedeutet pro Monat zwei. Die 218.000 Besucher konnten beispielsweise die Ausstellungen "Vertrautes Terrain" oder "High Times, Hard Times" im Museum für Neue Kunst sowie "YOU_ser: Das Jahrhundert des Konsumenten" im Medienmuseum bewundern. Letztere läuft noch bis Ende März und geht dann ab April mit "YOU_ser: II" in die nächste Runde. Mit der Besucherzahl zeigte sich Weibel sehr zufrieden, konnte doch das hohe Niveau aus dem Jubiläumsjahr 2007 gehalten werden, als man zehn Jahre Hallenbau gefeiert hat.

Jubiläumsausstellung zeigt Produktionen aus 20 Jahren ZKM

Das Highlight des Jahres soll die Großausstellung mit dem vorläufigen Titel "Produced @ Zkm Media Art Revisited" im ZKM Medienmuseum werden. Darin sollen ab Oktober die wichtigsten Medienkunstwerke, die am ZKM in den letzten 20 Jahren produziert wurden, präsentiert werden. Entsprechend wird das MNK anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums mit der Ausstellung "Collected@" ab Dezember einen Überblick über die Neuerwerbungen der Gründungssammler Grässlin, Rentschler, Weishaupt und der später dazu gewonnenen Sammlungen Boros, Landesbank Baden-Württemberg und VAF-Stiftung geben. "Wir können uns glücklich schätzen, Werke von exzellenter Qualität hier präsentieren zu können, die zudem eine überaus sinnvolle Ergänzung unseres Eigenbestandes darstellen", so Gregor Jansen, Leiter des MNK.

Als Beispiel einer besonders fruchtbaren Zusammenarbeit mit den Sammlern nannte Jansen die Schau "Collector's Choice", die im Kontext der Ausstellung "Vertrautes Terrain. Aktuelle Kunst in / über Deutschland" im vergangenen Sommer am MNK entstanden und aktuell im zweiten Obergeschoss zu sehen ist. Ab Mai wird die Sammlung der Landesbank Baden-Württemberg mit einer großen Ausstellung unter dem Titel "Extended" im Erdgeschoss des Museums gewürdigt. Die Ausstellung "40 Jahre Videokunst - Teil 2" gewährt ab Juli im Medienmuseum einen Einblick in die frühe deutsche Videokunst - mit zahlreichen Entdeckungen, die seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen waren.

Das ZKM vom "Konzept '88" bis heute

Bereits 1984 wurde in der Bürgerschaft Karlsruhes die Idee zu einem Medienzentrum geboren. Doch erst vier Jahre später legte die Projektgruppe ZKM der Stadt das "Konzept '88" vor. Dem folgte dann im Mai 1989 der Gemeinderatsbeschluss zur Gründung des ZKM, welches im August 1989 als Stiftung des öffentlichen Rechts ins Leben gerufen wurde.

Im Jahr 1999 wurde dann das Museum für Gegenwartskunst in ein Museum für Neue Kunst überführt, das eng mit privaten Sammlungen kooperiert. Dieses ZKM Museum für Neue Kunst (MNK) eröffnete vor zehn Jahren, am 4. Dezember, seine Pforten. Das ZKM feiert im Jahr 2009 also gleich zwei Jubiläen - diese werden mit 20 Ausstellungen, Symposien, Aufführungen und Vorführungen über das ganze Jahr verteilt zelebriert werden.

www.zkm.de


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