Erworben aus "jüdischem Vermögen"
Grafische Blätter der Sammlung Haymann

Ausstellung in der Kunsthalle vom 16. April bis zum 3. Juli 2016

Otto Dix, Mutzli/Bildnis Frau Dix, 1924, Kaltnadelradierung © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Otto Dix, Mutzli/Bildnis Frau Dix, 1924, Kaltnadelradierung © VG Bild-Kunst, Bonn 2016 |

Die Kunsthalle hat im Jahr 1943 ein großes Konvolut an Büchern und Grafikmappen vom Finanzamt Müllheim erworben. Der jüdische Arzt und Kunstsammler Hermann Haymann aus Badenweiler musste die Papierarbeiten 1938 verpfänden, um mit dem Erlös die Judenvermögensabgabe und die bei seiner Ausreise aus Deutschland in die USA obligatorisch zu leistende Reichsfluchtsteuer zu begleichen.

Nach dem Krieg wurde diese Erwerbung ordnungsgemäß bei der US-amerikanischen Militärregierung als Ankauf aus „jüdischem Vermögen“ gemeldet und die Kunstwerke 1951 an Hermann Haymann restituiert. Im Rahmen der Provenienzforschung wurden acht Grafikmappen mit 75 expressionistischen Druckgrafiken und ein Kunstbuch gefunden, die man damals offenbar vergessen hat.

Es ist gelungen, die rechtmäßige Erbin nach Hermann Haymann zu ermitteln. Frau Rina Lior Alexander aus Israel ist seine Nichte und letzte noch lebende Verwandte. Da sie auf eine Rücknahme der Kunstwerke verzichtet hat, wurden sie nun von der Kunsthalle zurückgekauft. Diesem besonderen Sammlungszugang wird vom 16. April bis 3. Juli 2016 eine Ausstellung gewidmet, um die Erinnerung an Herrmann Haymann und das Schicksal der Juden in Baden-Württemberg zu wahren.

Mehr Informationen unter: www.kunsthalle-karlsruhe.de

Mehr zum Thema
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe: Informationen zu Öffnungszeiten und Ausstellungen in der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe sind übersichtlich in unserer Übersichtsseit zur Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe zusammengestellt.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen