Die neue Reihe: Lieblingsbilder von Camille Corot

Mitarbeiter der Kunsthalle stellen ihr Lieblingswerk aus der kommenden Großen Landesausstellung vor.

Camille Corot: Unterbrochene Lektüre
 
Das ist meine Lieblingsfigur von Corot. Das Bild gehört zu den sogenannten Fantasiefiguren, die spät – nach 1860 – entstehen. Corot begann mit einfühlsamen Bildnissen seine Freunde und Familie, daraus entstanden dann die Figurenbilder. Hier geht es nicht mehr um die Wiedergabe individueller Züge der dargestellten Person, sondern um Corots Blick auf das Modell. Ähnlich wie seine Landschaften zunehmend aus der Erinnerung entstehen, wird auch die menschliche Figur der Imagination anvertraut.
Diese Bilder fordern die Vorstellung des Betrachters heraus. Die Figuren sind meist als Lesende oder Musizierende dargestellt, oder genauer: als der Lektüre oder dem Klang Nachsinnende. Nie richten sie den Blick direkt auf den Betrachter. Sie sind in sich versunken und scheinen vollkommen unabhängig von uns zu sein. Genau das macht sie so interessant! Man fragt sich unweigerlich, was die nachdenkliche Frau wohl beschäftigt. Dieses Rätsel zu entschlüsseln, ist der Betrachter eingeladen. Lösen können wird er es nicht, aber er wird dabei etwas anderes finden: seine eigenen Fantasien, das, was ihn mit dem Bild verbindet.
 
Maike Hohn, 30
Wissenschaftliche Volontärin
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