Das Zahlenlotto in Baden-Württemberg feiert 50-jähriges Jubiläum, die Geschichte des Spiels zum Glück reicht aber noch viel weiter zurück. Schon vor 5.000 Jahren zog der Reiz des Zufalls die Menschen in ihren Bann und in nahezu jeder Epoche findet man eine Form desselben. Aus diesem Grund beschäftigt sich ab heute die Ausstellung "Volles Risiko - Glücksspiele von der Antike bis heute" im Badischen Landesmuseum mit der Kulturgeschichte des Glücksspiels.
Seit der Antike forderten Menschen aller Gesellschaftsschichten und Kulturen ihr Glück im Spiel um Geld und Risiko heraus - ob im glanzvollen Casino, in der zwielichtigen Schänke oder im privaten Hinterzimmer. Neben Bildern vom Jüngsten Gericht und einem Spieltisch aus dem Casino in Baden-Baden veranschaulichen auf 700 Quadratmetern auch über 400 Leihgaben unter anderem aus dem Deutschen Historischen Museum Berlin und dem Germanischen National Museum Nürnberg die verschiedenen Seiten des Glücksspiels. Verantwortlich für die Ausstellung zeigen sich BLM-Direktor Harald Siebenmorgen und die Kuratoren Ulrike Näther und Oliver Sänger.
"Spielsucht" und "Falschspielerei"
 | | Vorm Jüngsten Gericht entscheidet sich des Menschen Schicksal (Foto: pr) |
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Speziell im 18. Jahrhundert vertrieb sich der Adel die Zeit mit Kartenspielen, während besonders risikofreudige Menschen ihr Glück innerhalb von Sportwetten austesten wollten. Dass diese auch heute noch als Grenzfall zwischen Glücks- und Strategiespiel gesehen werden, zeigen die Ton- und Bilddokumente in Form von Leihgaben der Rennbahn Iffezheim. Eine eigens inszenierte Automatenhalle dokumentiert die Weiterentwicklung des mechanischen Glücksspiels vom Flipper aus Holz über den "Einarmigen Banditen" bis hin zu den modernsten Geldgewinn-Spielgeräten.
Neben Einblicken in die lange Glücksspiel-Tradition beschäftigt sich die Ausstellung auch mit den Themen "Spielsucht und Falschspielerei." Ein Prangermantel aus dem 18. Jahrhundert stellt dar, welches Schicksal einen Falschspieler erwarten konnte. Über Gewinnwahrscheinlichkeit und Suchtgefahr informieren Produktinformationen zu den unterschiedlichen Glücksspielvarianten. In der Moderne gehören nicht nur Strippoker und Onlinespiele zur gesellschaftlichen Konvention. Viele Menschen verspüren regelrecht den Hang, spielen zu müssen.
Suchtberatung zur Ausstellung
Um Menschen, die an dieser Sucht erkrankt sind, Wege aufzuzeigen, informiert die Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werks Karlsruhe zusammen mit der Evangelischen Gesellschaft in Stuttgart (EVA) im Rahmen der Ausstellung über die Gefahren der Spielsucht. Ihr Angebot richtet sich an Schulklassen, die die Ausstellung besuchen. Schon im Vorfeld der Ausstellung entstand eine Hörstation, innerhalb derer Spielsüchtige über ihre Abhängigkeit und ihre Therapie berichten. Neben Spielsuchtberatern stehen den interessierten Schulklassen ehemalige Spielsüchtige der Selbsthilfegruppe Freundeskreis Karlsruhe jeweils eine Stunde nach der Ausstellung Rede und Antwort. Interessierte Lehrkräfte können beim Diakonischen Werk Karlsruhe unter Telefon 0721/167292 einen Termin vereinbaren.
 | Gespielt und an den Pranger gestellt - ein Prangermantel des 18. Jahrhunderts (Foto: pr) |
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Ein Veranstaltungs-Highlight zur Ausstellung findet am Sonntag, 4. Mai, statt. Im Gartensaal des Karlsruher Schlosses diskutieren, moderiert von Gerhard Meier-Röhn, Studioleiter des SWR, der Leiter der EVA-Suchtberatung Günther Zeltner unter anderem mit Albert Käuflein vom Roncalli-Forum Karlsruhe über das Thema "Volles Risiko? Glücksspiel im Umbruch".
Infos zur Ausstellung sowie den Anmeldeformalitäten erhalten Interessierte bei der Psychosozialen Beratungsstelle des Diakonischen Werks Karlsruhe unter der Telefonnummer 0721/167292. Die Ausstellung selbst ist vom 12. April bis 17. August im Schloss zu sehen.
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