Kunst und Kommerz: "Luftlinie Karlsruhe - Budapest" im Schlossgarten
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Karlsruhe (fse) - Besucher des Karlsruher Schlossgartens staunten nicht schlecht: Auf dem Rasen hinter der Schlossterrasse steht ein überdimensionaler Fußball neben einer großen Wippe aus Gummi und Metall. Denn im Rahmen der "Europäischen Kulturtage" 2010 findet hier ein einzigartiges Kunstprojekt statt.
Insgesamt elf Künstler haben sich mit zahlreichen Firmen zusammengeschlossen und so ihre Kunstwerke realisiert. Dieses von Bernadette Hörder und Ulrike Israel initiierte Projekt zwischen Kunst und Wirtschaft trägt den Namen "Luftlinie Karlsruhe - Budapest". Sechs der vertretenen Künstler kommen aus Deutschland, fünf aus Ungarn.
Klaus Bätz von der Firma Bätz, die sich speziell mit Ingenieurbau und der Planung auskennt, hat sich mit dem Künstler Alexander Schikowski zusammengetan. "Der Künstler gehörte sozusagen zu unserer Firma", erzählt Bätz. "Er hatte einen Schlüssel und konnte jederzeit die Werkstatt nutzen."
Doch für die Firma Bätz bestand das Projekt nicht nur aus dem Bereitstellen ihrer Hallen: "Wir haben Alexander Schikowski bei seiner Arbeit unterstützt und mit handwerklichen Tipps sein künstlerischen Schaffen ergänzt." Auch beim Aufbau seines aus einem Eichenstamm gefertigten Holzkunstwerks halfen die Arbeiter.
Die Initiatoren von "Luftlinie Karlsruhe - Budapest" sind ebenso Künstler, die sich auch schöpferisch am Projekt betätigen: Ulrike Israel hat zusammen mit der Firma Michelin ein Kunstwerk aus Gummi und Metall mit Namen "Equivalence" geschaffen - Gleichgewicht.
"Das Projekt war eine Herausforderung für uns, weil wir gar nicht wussten, auf was wir uns eingelassen haben", erzählt Ulrike Ferber vom Michelin-Werk Karlsruhe. Die Produktion des Gummis war für die Arbeiter, die sonst kleine Lkw-Reifen herstellen, ungewöhnlich. "Das Kunstwerk besteht umgerechnet aus mehreren 100 Reifen", rechnet Ferber vor - eine Menge Gummi also. Und das hat sein Gewicht: Die Arbeit wiegt mehr als eine halbe Tonne.
Im Gegensatz zu anderen Skulpturen ist ihr Werk "Kunst zum Anfassen": Die Gummiblöcke dienen als Sitzplätze und die Wippe ist voll funktionsfähig. Die Vision der Künstlerin Israel: "Wenn man sich hier unterhalten will, muss man auf der Wippe erst einmal in Gleichgewicht kommen."
Die Ausstellung "Luftlinie Karlsruhe - Budapest" befindet sich noch im Aufbau, kann aber schon in den nächsten Tagen besichtigt werden. Offizielle Eröffnung ist am 18. April um 14 Uhr. Die Kunstwerke werden bis Ende Juni zu sehen sein.
Mehr zu: Schlossgarten Kunst Austellung "Europäische Kulturtage"
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