"Das Fest" 2010: Gemeinderat wirft Rettungsanker aus
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Karlsruhe (tan) - In seiner heutigen Sitzung hat der Gemeinderat - zwar nicht einstimmig, jedoch eindeutig - für das vorgelegte Konzept zur Rettung von "Das Fest" gestimmt. Dass die Vorlage aufgrund des Zeitdrucks, unter dem sie entworfen werden musste, noch Ecken hat, räumte Oberbürgermeister Heinz Fenrich gleich zu Beginn ein.
Die Lösung der drei großen Probleme, nämlich die Sicherheitslage, der Alkoholmissbrauch durch Jugendliche sowie die Finanzierung, sei alles andere als einfach gewesen: "Das erinnerte teilweise an die Quadratur des Kreises." Fenrich stellte zunächst die von der Arbeitsgruppe zusammengetragenen Vorschläge vor. Darunter die Erhebung einer "Reservierungsgebühr" für die Hügelzone, die Aufteilung des Festgeländes in zwei Zonen und die Finanzierung durch ein Drei-Säulen-Modell.
Dieses sieht vor, dass die Veranstaltung künftig von Stadt, Wirtschaft und Bürgern gemeinsam getragen wird. Zunächst soll der innerhalb des Stadtjugendausschuss gesondert geführte Betrieb "Das Fest" ausgegliedert und in eine eigene Gesellschaft überführt werden. Durch die Neuorganisation soll sich "Das Fest" langfristig selbst tragen können. Für die nächsten drei Jahre stellte der OB eine Förderung durch die Stadt in Höhe von 150.000 Euro pro Jahr in Aussicht.
"Das Fest" hat sein altes Gewand in die Wäsche gegeben
Für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen unter anderem, um die zwei Zonen abzugrenzen, solle die Reservierungsgebühr von fünf Euro verwendet werden. Diese sei bei einem Besuch der Hügelzone im Voraus zu entrichten, allerdings: "Das Klassikfrühstück am Sonntag bleibt weiterhin kostenlos." In dem Bereich um die Hauptbühne soll es keine Glasflaschen mehr geben. Zusätzlich zu den bereits dieses Jahr eingesetzten Keggys könnten mobile Verkäufer alkoholfreie Getränke anbieten.
Das Musikprogramm würde laut der Vorlage etwas abgespeckt, in dem Sinne, dass wieder mehr regionale Bands auftreten sollen. "Bei der Bandauswahl müssen wir nicht Champions League spielen, da reicht es auch, wenn wir in der Bundesliga bleiben", verbildlicht Fenrich. Eine Bühne weniger würde ebenfalls ausreichen. Doch damit präsentiere sich "Das Fest" nicht in einem neuen Gewand, betonte der OB. "Es hat sein altes lediglich in die Wäsche gegeben und vielleicht ein paar Löcher geflickt."
Zwei-Zonen-Modell "alternativlos"
In der darauf folgenden Diskussion äußerten sich fast alle Fraktionen zustimmend zur Beschlussvorlage der Verwaltung, auch wenn "noch einige Fragen offen" wären, wie Gabriele Luczak-Schwarz für die CDU-Fraktion bemerkte. Einer der wichtigsten Punkte für ihre Partei sei, dass die Sicherheitsprobleme gelöst würden. Ob das mit dem Zwei-Zonen-Modell funktionieren könne, das müsse noch geklärt werden. Die finanziellen Bereitstellungen der Stadt seien angesichts der Haushaltslage schmerzlich, auf lange Frist müsse sich "Das Fest" unbedingt selbst finanzieren. Unbeachtet fand Luczak-Schwarz in der Vorlage das Problem der Lärmbelästigung, unter anderem für das benachbarte Krankenhaus.
Yvette Melchien (SPD) zeigte sich überwiegend zufrieden mit den Vorschlägen der Arbeitsgruppe. "Der Gemeinderat stellt heute die Weichen für die Zukunft für 'Das Fest'". Die zum Jugendschutz vorgesehenen farbigen Bändchen wertete sie positiv, das Zwei-Zonen-Modell gar "alternativlos". Allerdings müsse die Philosophie des "Fests" erhalten bleiben und dazu gehöre nun einmal das Motto "Umsonst und draußen", das nicht nur eine Floskel sei, so Melchien. Deshalb widerspreche eine Reservierungsgebühr der Idee des Festes. Dennoch werde die SPD-Fraktion unter den gegebenen Umständen das vorgelegte Konzept zur Rettung des "Fests" mittragen.
Marke "Das Fest" für die Wirtschaft wertvoll
Der Vorlage im großen Teil nicht folgen zu wollen, gaben die Grünen an. "'Das Fest' muss umsonst bleiben", forderte Dorothea Polle-Holl für ihre Fraktion. Das Zwei-Zonen-Modell kritisierte sie als eine unnötige Trennung von Familien und den restlichen Festbesuchern. Auch die Alkoholproblematik sei "so nicht in den Griff zu bekommen". "Dann trinken die Jugendlichen eben außerhalb der Absperrung", so Polle-Holl, die im übermäßigen Alkoholkonsum junger Menschen ein gesamtgesellschaftliches Problem sieht. Die Überfüllung des Geländes könne ihrer Meinung nach durch eine entsprechende Bandauswahl vermieden werden.
Tom Høyem (FDP) kündigte an, seine Fraktion werde der Vorlage zustimmen, die die Rahmenbedingungen für die Rettung des Festivals schaffe. Die FDP-Fraktion begrüße, dass der Stadtjugendausschuss auch im nächsten Jahr an der Planung beteiligt sein soll. Høyem ermutigte die Verantwortlichen dazu, sich an die Wirtschaft zu wenden, da die Marke "Das Fest" wertvoll sei. Gleichzeitig mahnte er an, die Reservierungsgebühr nicht zu hoch anzusetzen und darauf zu achten, dass diese nicht an die Gema fließe.
Jugendliche nicht von anderen Gruppen trennen
Nicht alles so negativ zu sehen, mahnte Eberhard Fischer von der KAL: "'Das Fest war 2009 ein Erfolg, genau wie die 24 Jahre zuvor auch." Für eine Fortsetzung des "Fests" wäre sein Wunsch deshalb, "nur nicht zuviel verändern". Das vorgelegte Konzept treffe dies ganz gut, so Fischer. Als Anregung brachte er unter anderem ein, die fünf Euro Gebühr in den Karlsruher Pass zu integrieren. Von einem generellen Alkoholverbot, wie die Linke-Fraktion in einem Ergänzungsantrag fordert, halte er nichts, denn: "Dann kommen die Jugendlichen vorgeglüht und ich bekomme auf dem Gelände kein Bier mehr."
Das Zwei-Zonen-Modell kritisierte Niko Fostiropoulos von der Linken. "Die Jugendlichen sollten nicht von anderen Bevölkerungsgruppen getrennt werden", so seine Begründung. Es handele sich um ein "generationenübergreifendes 'Fest'", für das eine Trennung keine Zielrichtung sein könne. Jürgen Wenzel für die Freien Wähler stimmte dem Konzept zu, auch wenn noch "der ein oder andere Punkt zu diskutieren" sei.
Gemeinderat stimmt Verwaltungsvorlage zu
Den Änderungsantrag der Grünen kritisierte Fenrich scharf, nachdem Polle-Holl vorgeschlagen hatte, diesen an den Hauptauschuss weiterzugeben. "Dieser Antrag kommt mir so vor wie: 'Macht mal, aber es muss alles so bleiben, wie es ist.'" Werde jetzt keine Entscheidung gefällt, dann könne "Das Fest" 2010 beerdigt werden, so Fenrich. Die Arbeitsgruppe hätte eben deshalb mit solcher Eile an einem Konzept gearbeitet, damit die Planungen möglichst schnell beginnen könnten.
Der von den Grünen eingebrachte Antrag, keine Gebühr zu erheben, der sich mit einem Punkt des Antrags der Linken deckte, wurde vom Gemeinderat abgelehnt. Die danach zur Abstimmung gebrachte Verwaltungsvorlage wurde mehrheitlich angenommen - mit elf Enthaltungen und einer Nein-Stimme.
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- (252 Beiträge) | 18.11.2009 14:37Meiner Meinungnach ist die Umsetzung der 5 Euro Gebühr nicht so einfach zu bewerkstelligen, muss man im Vorverkauf zahlen oder kann man das direkt am Eingang noch? Falls Vorverkauf kommt, dann fallen als Besucher die kurz Entschlossenen weg, die einfach mal vorbeischauen wollen. Ausserdem stellt sich mir dann die Frage, ob die Getränkepreise immer noch so hoch bleiben oder etwas nach unten angepasst werden (als 4-köpfige Familie FR+SA 40 EUs plus Getränke, das is schon was anderes wie früher und schreckt vielleicht auch ab). Insofern ist die Idee von Kamaraba mit dem Verzehrgutschein nicht schlecht.
- unbekannt(55 Beiträge) | 18.11.2009 15:00rechnen5 Euro pro Kopf einer vierköpfigen Familien macht insgesamt 20 (in Worten: ZWANZIG Euro)
Spontan kann man immer noch vorbeischauen, aber halt spontan mal 100000 Leute auf den Hügel geht halt nicht mehr! - (252 Beiträge) | 18.11.2009 15:51Hatte es so verstanden,dass pro Tag (FR + SA) jeweils 5 Euro zu berappen sind, ergo kam ich auf 40 Euro bei 2 Tagen und 4 Leuten.
- unbekannt(55 Beiträge) | 18.11.2009 16:4455 Euro für beide Tage! =Quelle BNN!
- (1111 Beiträge) | 18.11.2009 15:35Docham Sonntag ist freier Eintritt.
Und Peter Fox war auch sonntags da,es besteht also weiterhin die Gefahr,dass zuviele Leute kommen wollen und das Problem mit der Überfüllung besteht weiterhin. - (11 Beiträge) | 18.11.2009 12:20als ob das Festschuld an betrunkenen Jugendlichen ist. Die haben an den anderen 362 Tagen bzw. 51 Wochenenden genauso viel Gelegenheit, sich zu betrinken.
Fürchterlich lächerliche und verlogene Diskussion. - (60 Beiträge) | 18.11.2009 12:18Warum keine Gebühr?Könnte man doch als Verzehrgutschein machen. Da schlägt man 2 Fliegen mit einer Klappe. Quasi immer noch umsonst, man weiß wieviele kommen und die Gastronomie wäre auch zufrieden.
- (1111 Beiträge) | 18.11.2009 11:15Hmhdiese "Reservierungsgebühr" soll im voraus entrichtet werden?
Wie soll das gehen? Muss man dann bei allen bekannten Vorverkaufsstellen die bezahlen und bekommt dafür ein Ticket oder Button oder sonstwas? - (13 Beiträge) | 18.11.2009 08:35Fest abschaffen!Sollen se einfach alles zu machen. Für die Anwohner im Krankenhaus und für die Gesellschaft is das eigentlich nicht mehr zumutbar. Überall besoffene 13-16 Jährige.. viel zu viel Menschen auf zu kleinem Gelände.. das ist so kein zustand mehr. und wenns zu schwierig wird, kommen einfach regiobands - dann hat sich das thema sowieso von alleine geklärt.
- (1092 Beiträge) | 18.11.2009 08:09stimme Fischer zuMan sollte versuchen möglichst wenig zu ändern und das, was jetzt rausgekommen ist, ist ok.
Zudem muss man bedenken, dass der Wille das Fest nicht einmal ausfallen zu lassen, wenig Zeit zur Neuplanung gelassen hat und man dann besser etwas gröbere Schnitte macht. Lieber mal Eintritt nehmen, lieber noch einen Zaun, lieber die Bandpopularität auf der sicheren (niedrigen) Seite halten, lieber großzügig Zuschüsse einplanen. In den Folgejahren kann das Verfeinert werden, falls die Popularität wirklich zu sinken droht.
Bin gespannt, was bei der angesprochenen Kooperation mit der Wirtschaft herauskommt. Es geht nicht nur darum auf dem Fest potentielle Kunden ansprechen zu können, sondern das Fest ist zumindest für Hochschulabsolventen ein Baustein in der Attraktivität der Stadt, für die Frage also, ob jemand gerne zum Leben und Arbeiten nach KA kommt. Geht da vielleicht weniger um das eine WE und mehr um die Auswirkung aufs Image ingesamt. - (3271 Beiträge) | 18.11.2009 00:52Wie wärsmit einem Bürgerentscheid? Bei einem solch wichtigen Thema sollte schon demokratisch abgestimmt werden. Und da ja alle das Fest uneingeschränkt unterstützen sollte da auch das richtige Ergebnis rauskommen. [Ironie aus]
Man darf richtig gespannt sein was bei diesem Hickhack rauskommt. Vielleicht sollte man ein paar externe Berater einkaufen, auf die paar 100000 Euro wirds doch wohl nicht ankommen, oder? [Nochmal Ironie aus]. - (123 Beiträge) | 18.11.2009 08:25Wie?du verlangst Demokratie? Und das noch von den Oberen in KA? Welch sinnloses Verlangen. In KA werde Bürgerbegehren in Ablage A abgelegt.
Ich wohne zwar nicht in KA, gehe auch nicht mehr aufs Fest (die ersten Feste waren m.E. schöner als heute), aber jetzt musste ich doch einen kleinen Spritzer Senf dazu geben. - (634 Beiträge) | 18.11.2009 01:06Wie wärsmit einem Bürgerentscheid, ob man die Fläche des Karlsruher Golfplatzes in Zukunft sinnvoller nutzt? Bei einem solch wichtigen Thema sollte schon demokratisch abgestimmt werden. Und da ja alle den Golfsport uneingeschränkt unterstützen sollte da auch das richtige Ergebnis rauskommen. [Ironie aus]
- (3271 Beiträge) | 18.11.2009 01:52Die Flächedes Karlsruher Golfplatzes wird bereits optimal genutzt (obwohl mich das nichts angeht, ich spiel ja woanders).
- (2 Beiträge) | 17.11.2009 23:52Arena of PopDas Fest ist und war ein Erfolg, blöd war nur das ein Bildschirm und das von der Bühne gesehen rechts hing. Das ist ein Fehler, den ich geh dahin wo ich was sehen kann. Nichtverstanden, einfach ein paar Bildschirme verteilen. Nebenbei erwähnt,auf der Arena of Pop erzählte unser Landesvater. Das Nächste Arena of Pop ist sicher, das bezahlt das Land. Also stadtvater von Karlsruhe fahr mal in die Stadt und besorgt uns für unser Fest Geld!!! Und Ja sage ich auch keine Stars am besten wir singen selbst, zur Not schicken wir die Indios von der Fussgängerzone auf die Fest Bühne. Leute vom Rathaus ihr macht das Fest gaput, wir wollen ein schönes Fest ohne Eintrittskarten und guten Gruppen die Karlsruhe über das Jahr nicht hat.
- (50 Beiträge) | 18.11.2009 08:04was heißt ihr macht es kaputt?Mit ner Hügel-Gebühr, Abgrenzung in Klassen und noch mehr Security hat das Fest nun auch seinen letzten Reitz verlohren. Danke Karlsruhe, viel vor nix dahinter....




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