Das Fest 2009

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29.09.2009 16:37
 
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Zukunft von "Das Fest": "Falls sich jemand das zutraut..." [5]

Klaus Pistorius, Geschäftsführer des Stadtjugendausschuss und Christian Klinger, Vorsitzender des Stadtjugendausschuss
Bild:ka-news

Karlsruhe (tan) - Nach der heute verkündeten Entscheidung des Stadtjugendausschusses wird eine Fortführung des "Fests" nur möglich sein, wenn sich ein neuer Träger findet. Allerdings scheint es mehr als fraglich, ob es die Veranstaltung in der bisherigen "Umsonst und draußen"-Form noch einmal geben wird.
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"Sollte es zukünftig ein 'Fest' geben, wird es Zugangsbeschränkungen geben müssen", so "Fest"-Organisator Rolf Fluhrer auf der Pressekonferenz des Stadtjugendausschusses. Ein Ansturm wie der am diesjährigen "Fest"-Sonntag könnte nicht kontrolliert werden: "Wir hatten kein klares Instrument, das anzeigt, wann es genug ist." Dadurch diktiere das Publikum das Geschehen und nicht umgekehrt.

Den steigenden Zuspruch führt Fluhrer nicht nur auf die Bekanntheit der Künstler zurück, sondern sieht eine "natürliche Ausweitung des 'Festes'" als Ursache. So kämen inzwischen mehrere Generationen, wo es vor 20 Jahren nur eine oder zwei waren. Zudem seien kommerzielle Konzerte inzwischen sehr teuer, so dass die Menschen kostenlose Angebote umso häufiger wahrnehmen würden.

Doch gerade diese Beliebtheit macht es für den Stadtjugendausschuss unmöglich, weiterhin Träger der Veranstaltung zu sein. "Dass das Gelände schwierig ist, war von Anfang an klar", so Christian Klinger, Vorsitzender des Stadtjugendausschusses. "Aber wenn der Hügel so voll Menschen ist, dann wäre eine Bewegung nach unten nicht mehr zu aufzuhalten." Über eine Reduzierung der Menschenmasse sei schon länger diskutiert worden. "Wir haben jedoch auch von auswärtigen Experten die Aussage, dass 'Das Fest' mit veränderter Konzeption nicht mehr 'Das Fest' wäre." Und zu diesem Konzept gehöre eben auch der kostenlose und freie Zugang.

Sonntagabend aus Sicherheitsgründen die Eingänge nicht "dicht gemacht"

Dieser Meinung ist auch Fluhrer: "Jeder hat das Recht, aufs 'Fest' zu gehen." Allerdings sei auch die besondere Situation der Veranstaltung zu bedenken. So sei am Sonntagabend "Sicherheitsstufe drei" ausgerufen worden; das heißt, es hätten eigentlich keine Zuschauer mehr auf das Gelände gelassen werden dürfen. "Aber da stehen dann 10.000 Menschen vor dem Eingang", schildert Fluhrer die Situation. Trotz der installierten Lautsprecher sei ihnen schlecht klarzumachen gewesen, dass das Gelände überfüllt sei und sie draußen bleiben müssten.

Deshalb war aus Sicherheitsgründen beschlossen worden, "die Eingänge nicht dicht zu machen", wie Klaus Pistorius, Geschäftsführer des Stadtjugendausschusses anfügt. Aus seiner persönlichen Sicht ist eine Fortführung des "Fests" nur mit einer Beschränkung der Besucherzahl möglich. Dies könne durchaus auch durch Erheben eines Eintrittspreises erfolgen. Mit dem Gedanken, wenigstens einen kleinen Obulus zu erheben, hatte sich der Stadtjugendausschuss in den letzten Jahren auch immer wieder beschäftigt, wie Schatzmeisterin Uta von Hoffe bestätigte. Dabei sei man jedoch immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass geringe Beträge nichts bringen würden und ein hoher Eintrittspreis nicht dem Konzept entspreche.

500.000 Euro Personalkosten

Auf Nachfrage gab Klinger an, es gäbe bisher keinen potenziellen Nachfolger, der zuverlässig sagen würde, dass er "Das Fest" übernehme. Die Entscheidungsträger, in deren Hand jetzt die Zukunft der Veranstaltung läge, seien der Gemeinderat und der Oberbürgermeister. Dass auf den zukünftigen Träger keine leichte Aufgabe zukommt, daran ließ Klinger keine Zweifel: "'Das Fest' ist immerhin eines der Top-Fünf-Ereignisse in Deutschland - das ist eine große Herausforderung. Dafür muss erstmal einer gefunden werden."

Die Gründe für die finanziellen Verluste trotz der guten Bedingungen erklärte Fluhrer mit den durch die hohen Besucherzahlen auch entsprechend hohen Personalkosten. Bei 200.000 Euro mehr Umsatz im Vergleich zum Vorjahr hätten sich die Kosten für Personal auf fast 500.000 Euro belaufen. Die Sicherheitsausgaben dagegen hätten mit 80.000 Euro sogar um 10.000 Euro unter denen des vergangenen "Fests" gelegen. Die dafür im nächsten Jahr veranschlagten 100.000 Euro mehr erklären sich dadurch, dass das Sicherheitskonzept ein ganz anderes sein müsste, um eine Situation wie die am diesjährigen Sonntagabend zu verhindern.

"Der Stadtjugendausschuss ist kein Konzertveranstalter"

Fluhrer, der "Das Fest" seit 23 Jahren organisiert, war sichtlich betroffen: "Das ist auch für mich jetzt eine schwierige Situation." Zu der Frage, ob er sich weiter an der Organisation der Veranstaltung - sollte sie denn fortgesetzt werden - beteiligen werde, wollte er sich nicht äußern. Ihm hätte "Das Fest" jedes Jahr Spaß gemacht. "Dieses Jahr hatten wir ein super 'Fest' - bis auf das leidige Sicherheitsthema", so Fluhrer, der vermutet, die Bilanz hätte anders ausgesehen, wäre der Sonntagabend nicht gewesen.

Der Vorsitzende des Stadtjugendausschusses allerdings widerspricht dieser Annahme. Die Entscheidung sei langfristig im Vorstand diskutiert worden und wäre seiner Meinung nach auch ohne den Sonntag so gefallen. "Es hat sich über die Jahre herauskristallisiert, dass es nicht die Aufgabe des Stadtjugendausschusses sein kann, 'Das Fest' auszurichten." Auch Pistorius verwies noch einmal darauf, dass es nicht zu den originären Aufgaben des Vereins gehöre; dieser sei kein Konzertveranstalter.

Sollte sich für nächstes Jahr ein Träger finden, müsse allerdings das Konzept stimmen, damit die Veranstaltung auch weiterhin "Das Fest" heißen darf. Der Name ist vom Stadtjugendausschuss patentiert und dieser werde ihn nicht einfach "als leere Hülle preisgeben".


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