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03.10.2009 11:19
 
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Karlsruhe zeigt: Wir sind "Das Fest" [16]

Karlsruhe (tan) - Am Dienstagnachmittag wurde bekannt, dass der Stadtjugendausschuss "Das Fest" nicht mehr als Träger veranstalten wird und damit die Zukunft des Karlsruher Open-Air-Festivals in den Sternen steht. Am Freitagnachmittag wollte eine kurzfristig organisierte Veranstaltung der Initiative "Rettet 'Das Fest'" auf dem Friedrichsplatz demonstrieren, dass Karlsruhe hinter seinem "Fest" steht.

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Rüdiger Wolf Acoustic Soul
Foto: ka-news

Ab 16.30 Uhr war geladen, Karlsruher Künstler und Politiker hatten zugesagt, ihre Unterstützung zu zeigen. Erstere wollten dies mit dem tun, was sie am besten können - nämlich Musik machen. Bereits vor Beginn war der Friedrichsplatz bei strahlendem Sonnenschein locker gefüllt, der Infostand der Initiative, an dem auch T-Shirts verkauft wurden, war bereits rege frequentiert.

Sabrina Fütterer, Mitarbeiterin bei "Das Fest" und eine der Initatoren von "Rettet 'Das Fest'", zeigte sich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt sehr zufrieden mit der Resonanz: "Die Idee ist erst am Mittwoch entstanden, dafür haben wir schon so viele Rückmeldungen auf unserer Website und auch jetzt hier schon bekommen." Die T-Shirts mit dem Aufdruck "Rettet DAS FEST" schienen reißenden Absatz zu finden, während des kurzen Gesprächs mit ka-news wurde Fütterer immer wieder von Kunden unterbrochen. "Es geht hier aber nicht ums Spenden sammeln oder so. Im Moment geht es nur darum, Präsenz zu zeigen", unterstreicht sie den Zweck der Aktion. "Damit 'Das Fest' nicht unter den Tisch fällt."

Kontinuität nach 25 Jahren muss erhalten bleiben

Auf kleinen gelben Zetteln, die am Stand auslagen, konnten Bürger ihre Vorschläge zur Rettung aufschreiben und bei der Initiative abgeben. Später wolle man alles auswerten und eventuell aufgreifen. Vor allem wolle man die klaren Ziele - unveränderter Standort in der Günther-Klotz-Anlage und die Kontinuität, also keine Pause im nächsten Jahr - durchsetzten. 

Unter den frühen Gästen fand sich auch der frisch gewählte Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther (CDU). "Das ist eine ganz wichtige Sache, wir dürfen 'Das Fest' nicht sterben lassen", so Wellenreuther. Das Festival sei ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt, weshalb jetzt mit aller Macht an der Erhaltung gearbeitet werden müsse. Auch für ihn sind zwei Dinge Voraussetzung: Standort in der Günther-Klotz-Anlage und die Kontinuität, die nach 25 Jahren unbedingt beibehalten werden müsse. "Das Fest" kleiner zu machen, also nur unbekanntere Gruppen auftreten zu lassen, ist für ihn nicht die Lösung. "Von solchen Veranstaltungen gibt es viele, dann verliert es das Besondere."

Karlsruher Politiker erst gestern eingeladen

Unweit vom Infostand schwenkten die Jusos ihre Fahnen. Sebastian Tideman, Vorsitzender der Jusos Karlsruhe-Stadt, zeigte Verständnis für den Stadtjugendausschuss, bekräftigte aber zugleich, dass alles für den Erhalt des "Festes" getan werden müsse. "Es ist für die Stadt ein unglaubliches Markenzeichen", so Tidemann und kündigte an: "Die Jusos werden sich in den nächsten Wochen verstärkt mit dem Thema beschäftigen." Man wolle "vorne mit dabei" sein.

Auf der Bühne war inzwischen der Aufbau beendet und Initiator Sven Varsek begrüßte alle Gäste und teilnehmenden Künstler. Er lobte besonders die Spontanität, mit der Künstler und Politiker auf die Einladung reagiert haben. Die Musiker waren alle bereit, ohne Gage aufzutreten und bis etwa 23 Uhr mit einem bunten Programm Geschlossenheit zu demonstrieren. Den Anfang sollten Rüdiger Wolf Acoustic Soul machen, um dann über Gunzi Heil, Jürgen Zöller, Damnasty, Diego sowie Noch ne Band zum Abschluss-Act, der Rockshop-Band Pop Shock, zu kommen.

Arbeitsgruppe wird Situation analysieren

Aber zuerst hatten die Politiker der Gemeinderatsfraktionen das Wort. Durch die Bank sprachen sie sich für den Erhalt von "Das Fest" nach gewohntem Muster aus. Für die CDU war Ingo Wellenreuther gekommen, für die SPD Johannes Stober. Außerdem auf die Bühne kamen Bettina Lisbach (Grüne), Tom Høyem (FDP), Lüppo Cramer (KAL), Jürgen Wenzel (Freie Wähler) und Niko Fostiropoulos (Die Linke).

Ebenfalls auf der Bühne, aber auch mit ka-news persönlich, sprach Martin Wacker, den Karlsruhern unter anderem als Stadionsprecher im Wildpark bekannt. Er ist der Leiter der neu gegründeten Arbeitsgruppe, die mit der Analyse der Situation betraut wurde. "Wir werden es in zwei Runden angehen, wobei in der ersten Runde alles im Zeichen der Sicherheit stehen wird, denn das ist zunächst das wichtigste Thema", erklärt Wacker. Dafür wolle er Sicherheitsexperten an einen Tisch bringen, um eine Lösung zu finden. Wie eine solche aussehen könnte, darüber wollte Wacker nicht spekulieren, es gebe aber bereits erste Vorschläge. 

Im zweiten Schritt sei geplant, sich mit Karlsruher Künstlern und Politikern zusammen zu setzen, um eine Einbindung der regionalen Kulturszene zu gewährleisten. "Da wird nix verschleppt", hatte Wacker den Zuhörern von der Bühne aus versprochen. Konkret ist sein Ziel, innerhalb der nächsten zwei Monate zu Ergebnissen zu kommen. "'Das Fest' muss neu erfunden werden, auf der Grundlage dessen, was es einmal war."

Mehr zu: "Das Fest 2009" Friedrichsplatz "Das Fest" "Das Fest 2010"

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Kommentare [16]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (246 Beiträge) | 05.10.2009 09:02
    keine neue idee II
    also:
    line-up herunterfahren
    eintritt in ueberschaubarem rahmen verlangen
    gleichzeitig fuer ebenjenen eintrittsbetrag verzehrgutscheine ausgeben

    im uebrigen liesse sich ueber diese eintritt/verzehrgutschein kombination auch ein vorverkauf organisieren, was dazu fuehren wuerde, dass nicht komplettkosten vorgestreckt werden muessten und die organisatoren auch einen moeglichkeit haetten zuschauerzahlen auf einer basis, die nicht nur auf erfahrungswerten basiert abzuschaetzen
  • (246 Beiträge) | 05.10.2009 09:01
    keine neue idee I
    das mit den verzehrbons hatte ich schon lange vorgeschlagen, um dann im privaten gespraech von einigen kommentatoren hier widerworte zu vernehmen. ich find die idee immer noch gut! ob sich ein muellpfand lohnt, kann man pruefen. aber der gundlegende ansatz bleibt trotzdem, dass keine hitparaden-topten-kuenstler mehr engagiert werden sollten.
    das bandbooking is nach den mir bekannten zahlen sicher nicht zu teuer (liesse sich aber wohl trotzdem bei "runtergefahrenem" line-up sicherlich ein wenig reduzieren). ob die personalkosten zu hoch sind, kann ich mangels belastbarer zahlen nicht beurteilen, jedoch ist ein privater sicherheitsdienst ganz sicher nicht die billigste loesung!
  • (339 Beiträge) | 05.10.2009 07:41
    Details
    Lieber Ralf, bitte verzeih, dass ich hier kein komplett durchstrukturiertes Gesamtkonzept beschrieben habe. Natürlich muss die Kapazität der Kassen und Getränke stimmen. Aber das kriegt man hin, wenn man sich bemüht und wenn man Planungssicherheit hat.

    Und das mit dem Müllsack - ich weiß es halt nicht, ich hab keine Zahlen, es war nur ein Vorschlag. Irgendwo wurde mal gejammert, dass nach dem Fest soundsoviele Tonnen Müll in der GK-Anlage rumliegen. Vielleicht kann man mit einem Verzehreinlass den Leuten wieder gestatten, auch Sachen von zuhause mitzubringen, dann wird der Müll auch wieder mehr. Oder man darf Sachen mitbringen, wenn man ein Müllpfand bezahlt. Aber bei Vorschlägen oder Ideen immer gleich von Unsinn zu reden, hilft halt auch nicht gerade weiter. Und vieles lässt sich im vorhinein überhaupt nicht analysieren - es gibt Dinge, die muss man ausprobieren.
  • (339 Beiträge) | 05.10.2009 07:41
    Details
    Lieber Ralf, bitte verzeih, dass ich hier kein komplett durchstrukturiertes Gesamtkonzept beschrieben habe. Natürlich muss die Kapazität der Kassen und Getränke stimmen. Aber das kriegt man hin, wenn man sich bemüht und wenn man Planungssicherheit hat.

    Und das mit dem Müllsack - ich weiß es halt nicht, ich hab keine Zahlen, es war nur ein Vorschlag. Irgendwo wurde mal gejammert, dass nach dem Fest soundsoviele Tonnen Müll in der GK-Anlage rumliegen. Vielleicht kann man mit einem Verzehreinlass den Leuten wieder gestatten, auch Sachen von zuhause mitzubringen, dann wird der Müll auch wieder mehr. Oder man darf Sachen mitbringen, wenn man ein Müllpfand bezahlt. Aber bei Vorschlägen oder Ideen immer gleich von Unsinn zu reden, hilft halt auch nicht gerade weiter. Und vieles lässt sich im vorhinein überhaupt nicht analysieren - es gibt Dinge, die muss man ausprobieren.
  • (2176 Beiträge) | 04.10.2009 23:30
    @ Idee von Felix/prinz-luitpold
    Das mit dem Eintritt+Verzehr Mag ja ganz vernünftig klingen. Allerdings muss dann eben auch die Kapazität an Kassen und Getränkeständen stimmen.

    Den Sinn mit dem Müllsack verstehe ich dagegen nicht so ganz. Man zeltet ja nicht wie bei anderen Festivals tagelang auf dem Gelände, sondern höchstens Sonntags vom Klassikfrühstück bis Abends - Freitags und Samstag nur von Nachmittag bis Abend. Auf den Flaschen ist Pfand drauf. Wie soll man so einen Müllsack voll bekommen? Das ist doch Unsinn.
  • (4477 Beiträge) | 04.10.2009 23:12
    Ich fand dieses Jahr...
    "Blue King Brown" vielleicht nicht unbedingt besser als Peter Fox, aber Peter Fox kannte ich schon. In den letzten drei Jahren war bei jedem Fest mindestens eine Band dabei, die ich noch nicht kannte, aber dann richtig gut fand. Soviel zur Notwendigkeit von Chartstürmern. In puncto "künstlerische Leitung" eines Festivals ist das (coole unbekannte Bands präsentieren) die größere Leistung als die großen Namen zu holen. Deswegen hoffe ich auch, dass Fluhrer weitermacht und sich abends selbst ein Limit bei der Prominenz setzt.
    @ka25: 60 Cent pro Karlsruher reichen, um Zuschuss und Defizit zu decken, 1 bis 2 €, um den einkaufbaren Teil der Sicherheit kaufen zu können.
  • (247 Beiträge) | 04.10.2009 19:59
    die Idee von prinz-luitpold
    find ich klasse. Nur so könnenw ir das Fest retten. Oder ein Spendenaufruf an alle Bürger des Landes BW. 1.- € pro Mitbürger wäre klasse. Ich stell euch mein Konto zur Verfügung, das ist eh gerade leer. lol
  • (13748 Beiträge) | 04.10.2009 18:51
    Verzehrbons
    sind das einzig Senkrechte. Man nimmt die Schmarotzer in die Pflicht und generiert automatisch einen planbaren Grundumsatz.
  • (339 Beiträge) | 04.10.2009 13:00
    Ideen
    Das mit dem Verzehrgutschein ist der richtige Ansatz. Verkauf von Einlasskarten (vielleicht limitiert auf 50.000 pro Tag) für 10€/day - oder 20€ fürs 3-Tage-Ticket. Komplett in Verzehr umsetzbar. Dazu einen Müllentsorgezuschlag von 3 €. Dieser wird bei Übernahme eines Müllsacks und Abgabe von Selbigem zurückerstattet. Funktioniert bei allen kommerziellen Festivals. Zu den Bands: Es müssen gar keine völligen No-names sein, aber bitte keine Chartstürmer. Nehmt für die Headlinerpositions ruhig Independent-Acts oder alte Helden. Die locken ein cooles, ausgabewilliges und vor allem empathisch geeichtes Publikum an und die Trendhopper und Mainstreamdeppen, die eh nur Party für lau suchen, bleiben draußen. Klar ist das erstmal sehr pauschel und über Details müsste man nachdenken, aber ich denke, dieser Ansatz würde funktionieren.
  • (281 Beiträge) | 04.10.2009 12:24
    Verzehrgutscheine
    Wie wäre es, wenn man Eintrittkarten verkaufen würde, z.b. 20 euro, inklusive 20 euro Verzehrgutscheine.

    Damit würde der Konsum auf dem Fest kräftig angekurbelt, und der Eintritt wäre dennoch quasi kostenlos.
  • (281 Beiträge) | 04.10.2009 12:22
    Sponsoren
    Sponsoren sind an sich nicht schlecht, die bringen immerhin Kohle rein.

    6,50 die Stunde finde ich nicht zu viel, bei dem stressigen Job den die Helfer machen müssen.
  • (557 Beiträge) | 04.10.2009 10:23
    Warum sind Dinosaurier ausgestorben?
    zuviel Panzer - zuwenig Hirn.Promis raus, security (-türme & zäune weg).Back to the roots, nur noch absolut unbekannte , Schluß mit der Sponsorenscheiße, dann klappts auch mit den "Ehrenamtlichen"
  • (2 Beiträge) | 04.10.2009 00:00
    für umme
    Nur zur info an kobi, die Honorae für den Gtränkeverkauf sind für alle 6,50 € /Stunde ......

    Ein solches Fest braucht einen ordentlichen Zuschuss ausdem städtischen Topf und warum nicht auch vom Land ?!
  • (26 Beiträge) | 03.10.2009 17:57
    Das Fest
    Auch wenn es viele nicht hören wollen,
    es muss wieder mehr für umme malocht
    werden beim Fest.
    Die hohen Band-Gagen und Personalkosten müssen runter !
    Das waren die Grundlagen ! Wir sind noch in den Anfangsjahren für umme-umsonst" hinter der Biertheke gestanden und haben Bier verkauft, heute kassiert man 10-12 Euro die Stunde. Jede 5tunde vom gewerblichen Sicherheitsdienst kostet den Veranstalter eine Riesensumme !
    Bap, die Ärzte und andere Bands ansprechen ob die nicht bereit wären für ein großes Benefiz-Soli-Konzert an dem dann
    "Anteilscheine" für das Fest verkauft werden könnten. Buttons machen
    mit dem Titel "Wir wollen das Fest !"
    Könnte man nicht eine gemeinnützige Stiftung für "Das Fest" gründen ?
    Die beiden Arbeitsgruppen find ich
    prima, aber dauert das nicht wieder viel zu lange ?
    Ein Fest-Fan (60J)
  • (1034 Beiträge) | 03.10.2009 14:58
    hä?
    das fest muss neu erfunden werden, auf der grundlage dessen, was es einmal war.. aha.. erklärung bitte?

    einzig die sicherheitslage muss verbessert werden. der rest ist top. warum sollte man gleich alles in frage stelle und neu ordnen ?
  • (4477 Beiträge) | 03.10.2009 14:07
    Alle wollen, dass es weiter geht...
    ... dann ist ja klar, dass es weiter geht, oder? Schaun mer mal...

    Etwas seltsam ist, dass es nur die Optionen "wie ganz am Anfang mit 5.000 Leuten" oder "wie 2009 mit 100.000 Besuchern" zu geben scheint. Dabei würden ja schon 20% weniger in den "schlimmsten" zwei Stunden sehr weiterhelfen. Aber auch dann wird es schlicht mehr Geld kosten die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Nur mit nachdenken geht es nicht. Man muss sich von der Hoffnung verabschieden, dass das Fest sich selbst trägt, oder man muss sich vom Fest selbst verabschieden. Bei letzterem sollte man dann aber erklären, warum man sich nicht noch von vielen anderen Dingen verabschiedet, die sich nicht selbst tragen.
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