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25.07.2012 14:52
 
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Vollendete Harmonie: Avishai Cohen in Bestform [0]

Perfektes Team: Avishai Cohen und Nitai Hershkovits. Foto: Blue Note

Berlin Von Werner Herpell, dpa - Mit «Gently Disturbed» lieferte er eines der wohl stärksten Jazz-Alben der Nuller-Jahre ab - um danach mit zwei eher belanglosen Werken leider ein wenig zu langweilen. Auf der Duo-Platte «Duende» präsentiert sich der geniale Kontrabassist Avishai Cohen jetzt wieder auf der Höhe seiner Kunst.
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Endlich, werden alle Fans des Israelis erleichtert ausrufen, die mit seinen Ausflügen in Vokal- und Ethno-Jazz-Gefilde auf «Aurora» (2010) und «Seven Seas» (2011) nicht viel anfangen konnten. Die intimen Bass/Klavier-Duette mit dem Pianisten Nitai Hershkovits auf «Duende» (Blue Note) verbinden Neoklassik und melodischen Jazz nun wieder auf allerhöchstem Niveau.

Drei Standards von Thelonious Monk, Cole Porter und John Coltrane stehen sechs Cohen-Kompositionen gegenüber, die sich nahtlos ergänzen. Das Ergebnis ist vollendete Harmonie von Repertoire und Interpreten - wie im Flug vergehen diese 34 Minuten eines entspannten kammermusikalischen Jazz-Dialogs.

«Gently Disturbed» war vor drei Jahren mit seinen mathematisch präzisen, rhythmisch ausgefuchsten und dabei doch funkensprühenden Aufnahmen eine Sensation. Zwar war der Name Avishai Cohen Insidern schon länger von diversen Band-Alben (u.a. mit Danilo Pérez und Chick Corea) sowie eigenen Projekten bekannt. Doch mit dieser noch auf einem Indie-Label erschienenen Platte katapultierte sich der damals knapp 40-jährige Musiker in die erste Liga - für viele war sein damaliges Trio auf Augenhöhe mit dem Ensemble von Brad Mehldau.

Nach dem Umzug von New York nach Israel ließ Cohen verstärkt Weltmusik-Elemente in sein Programm einfließen, was ihm einen Vertrag mit dem renommierten Label Blue Note einbrachte. Eine künstlerisch völlig zufriedenstellende Platte gelingt ihm aber erst jetzt wieder mit Hershkovits, den er erstmals in einem kleinen Café in Tel Aviv gehört hatte.

«Ich bemerkte gleich die Magie, die in seinem Spiel liegt, diesen besonderen Funken, den ich in meinem Leben bislang nur bei einer Handvoll Musiker gehört habe», sagt Cohen, der schon auf früheren Alben die Talente seiner weniger bekannten Mitstreiter sympathisch-uneitel in den Fokus rückte. «Außerdem swingte er so höllisch, dass mir gar keine Wahl blieb. Ich musste einfach mit ihm spielen.»

Ein tiefes Verständnis von Tradition und Moderne kommt im Zusammentreffen dieser beiden wunderbaren Musiker zum Ausdruck. Hershkovits mal versunkene, mal temperamentstrotzende Spielweise passt perfekt zum konzentrierten, lyrischen Sound von Cohens Kontrabass. «Das Duo ist eine in hohem Maße anspruchsvolle Form», sagt Cohen. «In ihr klingt vieles weiter, hat mehr Raum. Und genau das bietet meiner Meinung nach dieses Album: einen breiteren Horizont als ich ihn je zuvor fertiggebracht habe.»

Das Erproben neuer Formate gehört für den stets neugierigen Avishai Cohen ganz natürlich zu seiner künstlerischen Entwicklung dazu: «Überraschung ist ein wichtiges Element im Leben und eine Quelle jeder Kreativität.»

Mit «Duende» ist Cohen nun eine so überraschende wie überragende Platte geglückt. Und er erweist sich erneut als Talentförderer: Nach seinem Landsmann Shai Maestro auf «Gently Disturbed» präsentiert er mit Nitai Hershkovits nun abermals einen hochtalentierten Pianisten aus seiner Heimat.

Deutschland-Konzerte: 16.8. Berlin, 24.10. Essen

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