Basslastig: Alex Clare hat Soul
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Berlin Von Wolfgang Marx, dpa - In seiner britischen Heimat wird Alex Clare schon länger als verheißungsvoller Newcomer gehandelt, jetzt hat auch in Deutschland der Funke gezündet - der Werbung sei Dank.
Der TV-Spot für einen Browser wurde mit Clares Song «Too Close» unterlegt - prompt landete dieser auf Platz eins der deutschen Single-Charts. Was aus dem Browser wird, wird man sehen.
Wie es mit Alex Clare weitergeht, dürfte dagegen ziemlich klar sein. Bei «Too Close» knallen einem die Bässe und Beats um die Ohren, die von Clares souligem Gesang aber mühelos im Zaum gehalten werden. Welch eine Stimme, welch ein Song, der von einer unmöglichen Liebe handelt. «The Lateness Of The Hour» heißt das explosive Album des Bartträgers mit der Riesenstimme, der bekennt: «Ich liebe Bass-Sounds».
Soul boomt nach wie vor - nicht nur wegen Adele. Zuletzt hat auch der Brite Michael Kiwanuka aufhorchen lassen, der mit seiner ausgereiften Stimme mit Größen wie Bill Withers oder Otis Redding verglichen wird. Da lässt sich Alex Clare mühelos einreihen.
Während aber Kiwanukas Soul stark auf Retro eingestellt ist, verbindet Alex Clare mit einer bunten Mixtur Tradition und Moderne. Sein Sound ist klar was für das 21. Jahrhundert. Mit einem Augenzwinkern hat die britische Tageszeitung «The Guardian» für seine Vermählung von Dubstep und Soul die schöne Wortschöpfung «Sci-Fi-Soul» in den Ring geworfen.
Dran ist da aber schon was: Großen Anteil daran hat das Produzenten-Team Diplo & Switch, die Alex Clares Soul gehörig aufpeppen: «Sie wissen wie man eine Basslinie knackig und nett klingen lassen kann», meinte Alex Clare im «Guardian» über das Markenzeichen seines Sounds. Dazu kommen noch Gitarren, Drums und elektronische Beats - und all dem haucht der Londoner mit seiner Soul- und Blues-Stimme eine Seele ein. Das ist schon groß, was der ehemalige Freund von Amy Winehouse da gemixt hat.
Das Cover seines Debüts «The Lateness Of The Hour» passt da perfekt: Ein Bär, ein Vogel, ein Schiff und eine Standuhr treffen sich zu einem surrealistischen Stelldichein der disparaten Dinge. Ein Stillleben, in dem es untergründig brodelt. Gleich beim knalligen Opener «Up All Night» kommt es in der Seelenlandschaft zum Ausbruch.
Alex Clare wurde aber nicht auf Teufel komm raus auf Moderne gebürstet, auch wenn die Zusammenarbeit mit Diplo & Switch seinen Horizont erweitert habe, wie Clare auf seiner Website erklärt. In Liedern wie «Songs Are Clever» oder «Love You» reist er auch gerne nostalgisch mal in der Zeit zurück und trifft dabei gelegentlich auf Retro-Künstler Kiwanuka. Und dann schaut auf «Sanctuary» auch noch Freddie Mercury mit großer Theatralik vorbei.




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