Marc Cohn: Zeitreise ins Pop-Jahr 1970
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Berlin (dpa) - Das Jahr 1970 war mit dem Split der Beatles und von Simon & Garfunkel ein trauriges für die Popmusik, aber es hatte auch seine guten Seiten. Das muss sich der amerikanische Singer/Songwriter Marc Cohn gedacht haben, als er nach einem übergreifenden Thema für sein fünftes Album suchte.
Die jetzt erschienene CD «Listening Booth: 1970» besteht deshalb aus zwölf mehr oder weniger bekannten Liedern dieses Jahrgangs. Grammy-Preisträger Cohn präsentiert sie mit seiner angenehmen, leicht heiseren Stimme meist nah am Country- oder Folkrock. Ein liebevolles, manchmal etwas biederes Cover-Album, das den Songperlen bewusst wenig Neues hinzufügt.
«Einige meiner Favoriten dieses Jahres waren zu einschüchternd oder zu ikonenhaft, um sie auszuwählen. Andere ließen sich nicht in angemessener Weise interpretieren», so beschreibt der 51-jährige New Yorker seinen Abwägungsprozess. Die Liste der schließlich ausgewählten Lieder liest sich dennoch wie ein Who Is Who der Rock- und Popmusik vor 40 Jahren: Cat Stevens, The Beatles, Creedence Clearwater Revival, Smokey Robinson, Paul Simon, um nur einige große Namen zu nennen.
Überraschungen sind also eher selten. Kein Wunder: Marc Cohn war schon immer ein bekennender Traditionalist, ein großer Verehrer der amerikanischen Popkultur. Bereits sein erster und bis heute größter Hit «Walking In Memphis» (1991) verstand sich ausdrücklich als Hommage an die legendäre Musik-Metropole im US-Staat Tennessee.
Der perfekten handwerklichen Umsetzung unter der Regie von Top-Produzent John Leventhal tut das keinen Abbruch: Wunderbare Bläsersätze prägen etwa Van Morrisons «Into The Mystic», ein jazziges Piano befeuert den Evergreen «After Midnight», im Original von J.J. Cale. Jeder Song klingt erdig und geschmackvoll, außerdem wird Cohn von großartigen Sängerinnen wie Aimee Mann oder Indie.Arie unterstützt.
«Damals lag so viel Seele und Poesie in der Musik man konnte im Plattenladen ein Stück Vinyl finden, dass das eigene Leben veränderte», erinnert sich Marc Cohn in den Liner Notes nostalgisch an das Jahr 1970, in dem er gerade mal elf war. Mit «Listening Booth» hat er dieser Zeit ein angemessenes Denkmal gesetzt.




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