Enrique Iglesias helfen Duetts aus der Kuschelecke
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London Von Sebastian Döring, dpa - Beim Hüftenschwingen und Liebeszauber ist Enrique Iglesias einsame spitze. Doch musikalisch sieht sich der sportliche Popstar zu wenig ernst genommen; zu häufig fühlt sich der Freund von Tennisspielerin Anna Kurnikowa (29) in die Promischublade gesteckt.
Auf seinem neunten Studioalbum «Euphoria» versammelt der gemäßigt-temperamentvolle Spanier namhafte Musiker verschiedener Genres. So will er seine Fangemeinde erweitern. «Diese Aufnahmen machen das Album vielschichtiger und locken mich aus meiner Kuschelecke», sagte Iglesias (35) im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa in London.
Die vorab veröffentlichte Single «I Like It» ist so ein Duett, mehr als Schunkeln. Der in Amerika respektierte Rapper Pitbull und der Latino-Popper singen über «Fiesta», «Shaking» und «Screaming» ihre Version von Lionel Richies «All Night Long». Entstanden ist der perfekte Sommerhit, der aus dem Cabrio-Radio wummert. Die Nummer ist überall ein Top-Ten-Hit - außer in Deutschland, wo sie Platz zwölf erreichte. Immerhin, könnte man meinen, denn die Plattenbosse hatten hierzulande die Veröffentlichung des Eurodisco-Songs von Sommeranfang auf Sommerende verschoben - etwas spät für einen Sommerhit. Das Album litt stärker unter dieser Verschiebung: In den aktuellen Charts (die offiziell am Freitag erscheinen) startet «Euphoria» gerade mal auf Platz 88.
Nicht zum ersten Mal fiel es dem begehrten Frauenschwarm schwer, sich durchzusetzen. Nur zu gerne hätte er schon früher dieses Album gemacht, seine erste zweisprachige CD - doch: «Man will es sich ja nicht mit der Plattenfirma verscherzen. Dieses Geschäft ist Teamarbeit.» Im «Euphoria»-Team sind auch Usher und Nicole Scherzinger, Sängerin bei den Pussycat Dolls.
Die Euphorie («Euphoria») beruht auf Iglesias' Glücksgefühl für den Moment, wenn er glaubt, er hat ein tolles Lied geschrieben. «Dann denke ich, wie schön es wäre, wenn jeder jetzt sofort diesen Song hören könnte. Auf dieser Platte sind vier oder fünf solcher Momente.» Das Album hat 14 Titel.
Seine Intuition hatte aber schon mehr als einmal schlapp gemacht, etwa beim Song «One Night Stand». Noch am selben Tag schrieb der Spanier «Hero». Damit landete er seinen bislang größten Hit. Von diesen seichten Klängen hat er sich verabschiedet. Er will nicht mehr der Softie sein, das hört man. Schnelle Rhythmen schlagen zu Keyboards und Synthesizern. Nach den ersten vier Titeln wird aber seine Stimme weich; die spanischen Songs geht er langsamer an. Die einlullenden Textwiederholungen erinnern auch an Modern Talking.
In der Vergangenheit verspürte Iglesias häufig Druck auf seinen schmalen Schultern an der Hit-Maschine. «Bei diesem Album war es ein wenig anders. Viele Lieder schrieb ich mehrmals um, obwohl ich erst echt überhaupt nicht an sie glaubte und aufgeben wollte.» Neben den Duettpartnern wurden ihm auch dafür Experten an die Seite gestellt; mehr als ein Dutzend Komponisten feilten an den Songs.
Der Sohn von Schlagersänger Julio Iglesias hat es schwer, aus dem Schatten des Vaters zu treten. Der 66-Jährige verkaufte mehr als 250 Millionen Platten mit Songs wie «El Amor» und «Baila Morena». Sein drittes von acht Kindern verkaufte ein Fünftel so viel, ist aber auch erst 15 Jahre im Geschäft. Eine Tour soll es nächstes Jahr geben.




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