Ari Hest: 12 aus 52
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Hamburg (dpa) - Wie Radiohead oder die Einstürzenden Neubauten hat auch der Sänger Ari Hest eine ganz neuartige Methode zur Verbreitung seiner Musik durch das Internet gefunden. Und Beachtung haben seine eingängigen, einfühlsamen Songs zweifelsohne verdient.
«Twelve Mondays» ist das bislang ambitionierteste Projekt des 31-jährigen New Yorkers, der bereits seit über zehn Jahren im Musikbusiness tätig ist. 2004 wurde Ari Hest von einer großen Plattenfirma unter Vertrag genommen. Zu der Zeit entstand auch sein drittes, durchaus bemerkenswertes Album «Someone To Tell». Und dennoch fühlte sich Hest durch die vertragliche Bindung zunehmend in seiner kreativen Freiheit eingeschränkt. Hinzu kam, dass er nach Möglichkeiten suchte, sich von den zahlreichen anderen Singer-Songwritern abzuheben. Daher rief er das Unternehmen «52» ins Leben. Ein ganzes Jahr lang wollte der Sänger Woche für Woche je einen neuen Song komponieren. Für seine Fans bestand nun die Möglichkeit, die Stücke exklusiv über seine Website zu abonnieren. Ausschließlich mit Hilfe der Musiksoftware «Garageband», eines Laptops und eines Mikrofons entstanden die 52 Stücke, die schnell ein großes Publikum im Netz fanden.
Es waren dann auch seine Fans, die aus diesem Material die 12 Songs für das neue Album «Twelve Mondays» auswählen durften. Im Studio und mit Unterstützung von immerhin drei verschiedenen Produzenten wurden diese Stücke nochmals überarbeitet und teilweise neu arrangiert. Die Songs erhielten dadurch ihre jeweils individuelle Note, zumal sich die Wahl der Instrumente nicht auf die üblichen beschränkte. Auch Dobro, Ukulele, Harmonium oder Klarinette fanden reichlich Verwendung für die neuen Kompositionen. Der Gesang Ari Hests steht allerdings bei allen Songs deutlich im Vordergrund. Und jener ist überaus flexibel: Scheinbar mühelos gelingen dem Sänger auch Passagen, die ihn von hohen zu sehr tiefen Tönen führen.
Eine durchgehend entspannte Stimmung bestimmt das gesamte Album. Leichte Rhythmen durchziehen die zeitlos-geschmackvollen Arrangements. So glänzt das elegante «Mercy» mit einem auffälligen Glockenspiel und einer stimmungsvoll eingesetzten Steel Guitar. Bei dem einen oder anderen Stück lässt sich erahnen, dass Bruce Springsteen zu seinen Vorbildern zählt. Und auch sonst orientiert sich Ari Hest an der traditionellen Vorlage des Songwriting. Nur selten, wie auf «Binocular», setzt er auf moderne Beats und Rhythmen. Auf solche Weise entstand eine beeindruckende Sammlung von durchweg überzeugenden Songs, die nicht nur seine zahlreichen Fans im Netz überzeugen könnten.




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