Blackmarket: Weniger ist mehr
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Hamburg (dpa) - Blackmarket stammen aus Lake Havasu City, Arizona und stehen mit Ihrem zweiten Album ganz in der Tradition des US-Alternative-Rocks. Mit geradlinigem Rock und Britpop-Elementen sorgt das Quartett nach seinem japanischen Erfolg auf dem Fuji Rock Festival erneut für Furore.
Bereits in Japan zeigte das Trio mit Frontmann Daryl Lamont, Bassist Mikey Emerson und Schlagzeuger Langdon eine solide Dynamik und tourte wenig später bereits quer durch Deutschland. Auf ihrem nunmehr zweiten Album «St. Vincent Decor» spielen Blackmarket noch gezielter, die Schlagzahl erhöhend und im Arrangement ihrer Songs unnötige Schnörkel vermeidend.
Kein Wunder, sind sie doch in klassischer Dreimannbesetzung angetreten und verstehen es, auch jenseits des Mainstreams ihren Stil in der Reduktion zu finden. Auf dem kurzweiligen Album lässt sich eine Balance zwischen kraftvollem Indie-Rock und mitreißendem Power-Pop ausmachen. Dazwischen fahren die Jungs auch schon einmal die Lautstärke runter, zugunsten von Gitarrenpicking-Einlagen und melodiösen Gesangsintermezzi.
Das Album wird umrahmt von einer ausdrucksstarken Klammer, dem Opener «Tongue Twister Typo», wie es The Thermals nicht hätten besser machen können und dem letzen Song «Dot To Dot» im nöligen Gesangstil J Mascis und den hämmernden Gitarrenriffs, die an vergangene Zeiten der Sterne erinnern lassen. Radiohitverdächtiger, weil gezähmter, wirkt der zweite Song «10 & 2», der mit wirbelnden Toms, Basslinie und Gitarrenriff wie der Beginn eines U2-Albums klingt.
Der folgende Song «Blue Lemon» zeugt von einer durchgängigen Gesangsführung und dem reinen Klang des Gitarrenpickings, wie er nur noch in der Ballade «To Say The Least» bzw. in dem ganz auf Gesang und Gitarre reduziertem «Catch and Release» zu hören ist.
Ein richtiges Powerpop-Ass zaubern die drei mit «Hammerhead (Somebody Else)» aus dem Ärmel, um dann noch einmal gemeinsam mit dem Producer Pete Min mit dem Song «The One I Know You're Not» an den Registern der Trickkiste zu ziehen: Hier bildet die Bassdrum als Reloop das Fundament der Rhythmussektion, begleitet von Flanger-Effekten der Gitarre und flächigem Gesang.
So gezielt das Trio es auch krachen lässt, so kommen doch auch die Fans des subtilen Indie-Rocks auf ihre Kosten. Nur eins zieht sich wie ein roter Faden durch das Album: die Einfachheit der Mittel, die die Musik so authentisch wirken lässt.




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