Lissie mit echtem Country-Charme
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Hamburg (dpa) - Die kalifornische Sängerin Lissie legt mit «Catching a Tiger» ein erstaunliches Debütalbum vor, das durch seine vielseitige Spielweise und zugleich unbekümmerte Art überrascht. Ihre gelungene Auswahl an Songs verbindet sie dabei mit einer überzeugenden Performance.
Der musikalische Werdegang dieser jungen Sängerin aus Rock Island, Illinois, war kein geradliniger. Zwar sang sie bereits als Kind im Kirchenchor und spielte mit neun Jahren ihre erste Hauptrolle im Musical «Annie», doch erst nach einigen Jahren des Studiums beschloss sie, eine Karriere im Musikgeschäft zu verfolgen. Deshalb zog sie nach Los Angeles, trat in verschiedenen Clubs mit unterschiedlichem Erfolg auf und rief 2006 ihre eigene Abendshow mit befreundeten Musikern ins Leben. Doch nach wenigen Jahren begriff Lissie, dass sie mit ihrer natürlichen, ungekünstelten Art im Mekka des Showbiz nicht am richtigen Platz war, und so zog es sie in die Abgeschiedenheit der Berge von Kalifornien.
Mit Bill Reynolds von Band of Horses nahm sie dort die EP «Why You Runnin» auf, die Lissie schlagartig bekannt machte. Auch für ihr Debütalbum produzierte Reynolds wieder einige Stücke, von denen insbesondere «Loosen the Knot» einen bleibenden Eindruck hinterlässt: eingängiger Power-Pop mit Hitqualitäten. Ähnlich überzeugend klingen «When Im Alone» sowie «In Sleep», die einen Soft-Rock im Stil von Fleetwood Mac präsentieren. Hier hat Produzent Jacquire King alle Register gezogen. Das Gitarrensolo lässt sich durchaus als Hommage an Stevie Nicks ehemalige Band auffassen. Es verwundert auch nicht, dass Lissie mehr als einmal mit dieser Sängerin verglichen wurde, obwohl ihre Stimme nicht annähernd so verraucht klingt.
Jacquire King, der bereits die Aufnahmen von Kings of Leon, Cold War Kids und Norah Jones veredelte, hat einiges dafür getan, den natürlichen Charme und die Spielfreude Lissies zur Geltung zu bringen. Herausgekommen ist ein vielseitiges Album, bei dem sich verhaltene und ausgelassene Songs die Waage halten. Lissies Mischung aus Country, Rock, Blues und Pop ist abwechslungsreich und frisch genug, um zahlreiche neue Fans zu gewinnen. Dabei kommt der jungen Sängerin ihr direktes und offenes Auftreten zu Gute. Sie wirkt nicht wie ein L.A.- Showgirl, sondern schlichtweg authentisch. Es bleibt abzuwarten, ob sie mit «Catching a Tiger» auch den verdienten Erfolg einheimsen kann.




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