Jennie Abrahamson ist mehr als ein Blumenmädchen
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Berlin (dpa) - Nicht von dem pinken, blumigen Cover abschrecken lassen: Mit ihrem ersten international veröffentlichten Album ist der schwedischen Singer/Songwriterin Jennie Abrahamson eines der hörenswertesten Alben des Sommers gelungen. Das Spektrum reicht von poppiger Fröhlichkeit bis zu verhaltener Melancholie.
In ihrer Heimat ist Abrahamson schon länger fester Teil der Musikszene. Sie sang und spielte in zwei anderen Bands und hat bereits ein Solo-Album aufgenommen. Aber das neue Album «While the sun's still up and the sky is bright», das in Schweden schon letztes Jahr erschien, hat sie einem neuen Publikum bekannt gemacht. Der Stil erinnert sehr an die 80er-Legende Kate Bush - ein Vergleich, der sie gleichzeitig freut und nervt, wie die Künstlerin im Gespräch mit der Deutschen Nachrichtenagentur dpa gesteht: «Sie war ein großer Teil meines musikalischen Lebens und ich liebe sie. Aber es scheint mir auch, dass in Schweden jede neue Künstlerin den Kate-Bush-Stempel kriegt - egal wie sie klingt.»
Abrahamson räumt aber ein, dass das Album durchaus von Bush und ihren Zeitgenossen, etwa Peter Gabriel und die Eurythmics, inspiriert worden sei. Es hat vielleicht nicht die großen Sounds und Synthesizers, aber die Verspieltheit der 80er ist da. Um die Songs zu schreiben, ist Abrahamson nach New York gereist - hat aber am Ende das meiste innerhalb eines Monats im Haus ihrer Familie an der nordschwedische Kueste komponiert. Die Einflüsse beider Orte sind in den Liedern zu hören. «W 4th St/6th av» und «Leaving New York», die beide von akustische Gitarren begleiten werden, teilen eine sehnsüchtige Tristesse.
«Atraesk» ist auch ein schönes, einfaches Lied über das Entfliehen aus der Großstadt in ein kleines Dorf im geliebten Norden von Schweden. Die meisten Lieder sind aber viel fröhlicher. Wer zu «All I can think of» nicht automatisch tanzen will, muss aus Stein sein. «Late Night Show», das schon als Single im Internet veröffentlicht wurde und «Looking Down Our Road» haben einen starken, lebendigen Bass, und «What is true» versprüht mit seinen asiatisch angehauchten Melodien sogar ein gewisses Kung-Fu-Feeling. Asiatische Anklänge verbinden auch andere Lieder - bei «Sister Theresa» ist es am erkennbarsten. «Das hatte ich nicht vor, als ich es geschrieben habe. Aber als wir die Lieder aufgenommen haben, habe ich schon damit rumgespielt. Und für Sister Theresa nahmen wir eine chinesische Harfe dazu,» so die Sängerin
Im September stellt Abrahamson ihr Album hierzulande vor. Dort dürfte sie sich auch an ihre einstige Klavierlehrerin aus Deutschland erinnern. «In gewisser Weise liebte ich sie, aber sie war sehr streng und hat einem sogar auf die Hände geschlagen, wenn man falsch spielte.» Mit einem Lächeln fügt sie hinzu: «Das ist mir aber nur einmal passiert, da ich die perfekte Schülerin war.»




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