Milwaukee-Power-Pop von Jaill
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Berlin (dpa) - Ein kompaktes, kurzweiliges zweites Album legt die Garage-Band Jaill mit «That`s How We Burn» vor. Besonders überraschend dabei, welchen Drive und wie viel Pop die Gruppe scheinbar mühelos in ihren knappen, doch energetischen Stücken untergebracht hat.
Jaill wurden vor acht Jahren von Sänger Vincent Kircher und Schlagzeuger Austin Dutmer gegründet. Mit Andrew Harris und Ryan Adams feilten sie lange Zeit an ihrem speziellen Power-Pop, den sie im vergangenen Jahr auf ihrem Album «Theres No Sky (Oh My My)» erstmals präsentierten. Auch wenn die Aufnahmen in einem feuchten Keller eines ehemaligen Bestattungsinstituts entstanden, so klangen Jaill hier dennoch auffällig frisch und lebendig.
Einige Songs waren gut genug, um die Aufmerksamkeit der Talentsucher von Sub Pop zu erregen. Das Plattenlabel aus Seattle erweitert bereits seit geraumer Zeit sein künstlerisches Spektrum auch für eingängigen Gitarren-Pop, wie z.B. The Shins. Und auf diese Weise fand die mittlerweile austarierte Rockmusik von Jaill aus dem sprichwörtlichen Untergrund Milwaukees die verdiente Beachtung - weit über die Staatsgrenze Wisconsins hinweg.
Mit steigendem Anspruch entstand das neue Album «That`s How We Burn» im professionellen Mystery Room Studio von Justin Perkins, der sehr viel Wert auf einen ausgeglichenen, nicht allzu glatt polierten Sound legte. Dies kommt besonders Kirchers wandlungsfähiger, doch wenig voluminöser Stimme zu Gute. Sein nasaler Gesang gibt den Stücken die jeweils passende Note.
Kircher ähnelt darin übrigens Gordon Gano, dem Sänger der Violent Femmes der berühmtesten Band die Milwaukee, Wisconsin, bislang hervor gebracht hat. Mit ihrem Garage-Rock liegen Jaill zeitlich sogar noch vor ihren bekannten Landsleuten. Sie verbinden Pub-Rock und Paisley Underground zu schmissigen, melodischen Kompositionen, welche so zuletzt von britischen Bands wie Buzzcocks, Undertones oder XTC gespielt wurden. Jaill verzichten auf den aufgeblasenen Gitarrensound so vieler amerikanischer Gruppen und greifen stattdessen zu Reverb-Klängen, die an die Surf-Bands der frühen 60er erinnern. Kein Wunder, dass die Musiker aus dem Mittleren Westen schon mehrfach versehentlich in Kalifornien verortet wurden. Gerade die ersten drei Stücke des neuen Albums zeigen, welch dynamische und gleichzeitig geschmeidige Band hier zu Werke geht.
Sehr präzise und ohne Gimmicks bringen sie ihre Songs auf den Punkt. Da kommt keine Langeweile auf, im Gegenteil, davon darf es gern mehr sein.




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