Sophie Zelmani lässt es regnen
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Hamburg (dpa) - Eine Stimme, so zerbrechlich wie dünnes Eis: Die schwedische Singer-Songwriterin Sophie Zelmani haucht, flüstert und spricht mehr, als dass sie singt. Und das ist in seiner sanften und zarten Zurückhaltung mehr als betörend.
«I'm The Rain» heißt ihr neues einfühlsames, melancholisches und berührendes Album, das sich nahtlos in den filigranen Zelmani-Kosmos einfügt, in dem die Liebenden und Verlassenden, die Traurigen und Leidenden, die Sehnsuchtvollen und Zerbrechlichen sich wiederfinden.
Und der Tod schwingt mit: Zelmani, die seit 1994 auf ein eingespieltes und vertrautes Team setzt, hat noch vor den Aufnahmen ihren langjährigen Mix Engineer Pontus Olsson durch Krebs verloren, den sie, wie sie im Booklet schreibt, auf schmerzliche Weise vermisst. «Alles war plötzlich anders, als unser geliebter Tontechniker von uns gegangen war», ließ Zelmani verlauten. «An eine aufwendige Studioproduktion konnte ich nicht mal denken.»
Ein weiterer Weggefährte ist diesmal ebenfalls nicht dabei: Statt Star-Fotograf Anton Corbijn, ein Freund und großer Bewunderer Zelmanis, hat diesmal Severus Tenenbaum die sensible Schwedin ins diffuse Licht gerückt, ist dabei aber der gewohnten Ästhetik der scheuen Stilisierung treu geblieben. Allerdings hat die junge Fotografin sich getraut, gar einen verhaltenen Schuss Erotik beizumischen.
Auch wenn Sophie Zelmani sich neu orientieren und auf ihre liebgewonnene «Familie» verzichten musste, ist sie der verhangenen Stimmung treu geblieben. Wer sein Album «I'm The Rain» nennt, hat nicht den Frühling im Sinn, auch wenn die Platte mit Piano und Glockenspiel auf «If I Could» fast munter beginnt. Pianostücke als Opener sind Zelmani über die Jahre hinweg fast eine Tradition geworden.
Zelmani bleibt Zelmani bleibt Zelmani - und die macht mit ihrer Zerbrechlichkeit im wieder aufs Neue süchtig: Ein Vibraphon, Rasseln, eine Geige verzieren hin und wieder die auf das Wesentliche reduzierten Songs, bei denen alles Überflüssige weggelassen wurde, um die pure Schönheit und Reinheit erhabener Melancholie umso deutlicher erstrahlen zu lassen.
Es sind die feinen Nuancen, kleinen Kniffs und Drehs, die verfeinerten Stimmlagen und kunstvoll-verhaltenen Arrangements, das Spiel mit Distanz und Nähe mit denen die Songs von Sophie Zelmani immer wieder zu einer unaufhörlichen Entdeckungsreise einladen.




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