Traumhafte Indiepop-Balladen von Beach House
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Berlin Von Werner Herpell, dpa - Ein seltsames, aber doch irgendwie passendes Etikett haftet dem US-Duo Beach House aus Baltimore/Maryland an: Als «Dream Pop» wird sein Stil bezeichnet, der von sanften Gitarren und Drums, psychedelischer Orgel und der markanten, leicht heiseren Stimme von Victoria Legrand geprägt ist.
Tatsächlich klingt auch das neue Album «Teen Dream» - der Titel ist sicher kein Zufall - wieder wie ein in Töne gegossener Tagtraum irgendwo zwischen Mazzy Star, Goldfrapp und dem großen sinfonischen Pop der 60er Jahre.
Mit ihrer dritten CD haben Beach House in den USA den Durchbruch bereits geschafft dabei half sicher, dass das einflussreiche Internet-Musikmagazin «Pitchfork» kürzlich die Bestnote 9,0 für «Teen Dream» vergab. Nun hoffen Legrand und ihr musikalischer Partner Alex Scally auch in Europa auf mehr Interesse, nachdem sie vor zwei Jahren im Konzert-Vorprogramm der damaligen Sensations-Newcomer Fleet Foxes noch etwas untergegangen waren.
Die Vorzeichen stehen auch jahreszeitlich gut: Denn kaum ein anderes Indiepop-Album dieses Winters lädt so sehr ein zur wohligen Flucht aus der Kälte da draußen in einen wärmenden Klang-Kokon. Schon das selbstbetitelte Debüt (2006) und der Nachfolger «Devotion» (2008) vermochten mit ihren trägen Sixties-Anklängen herrlich einzulullen. Allerdings fehlte den Melodien meist noch die rechte Prägnanz, oder Legrands Stimme wurde im Hall begraben.
Nun steht die Sängerin Nichte des legendären französischen Pop- und Filmkomponisten Michel Legrand («Die Regenschirme von Cherbourg») - im Mittelpunkt des vollen Sounds, und alle zehn Lieder erstrahlen in berauschender Schönheit. Insbesondere das melancholische «Take Care», das anrührende «Better Times» oder «Norway» und «Walk In The Park» mit sphärischen Orgel-Loops sind Indiepop-Balladen der Extraklasse. Und auch rhythmisch hat sich im Strandhaus einiges getan, etwa in «Used To Be» oder «10 Mile Stereo» mit treibenden Schlagzeugsounds.
«Für dieses Album haben wir unsere Richtung geändert», räumt Victoria Legrand in Interviews ein. Die größere Klarheit und Eingängigkeit des Songwritings setzte das Duo bei den Aufnahmen in einer alten Kirche in New York konsequent um und schaffte damit den Ausbruch aus dem zu eng gewordenen Indiepop-Sektor. «Teen Dream» (in einer Luxus-Edition mit zehn liebevoll-spinnerten Videos auf einer Extra-DVD erhältlich) dürfte also nicht nur in diesem Winter, sondern auch am Ende des Jahres noch ein Thema sein in den Pop-Bestenlisten für 2010.
(Tourdaten: 03.03. Hamburg - Molotov, 04.03. Leipzig - UT Connewitz, 05.03. München - Feierwerk)




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