Dominique A: Wandlungsfähig und vollendet
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Hamburg (dpa) - Er gilt als Wegbereiter des Nouvelle Chansons: Dominique Ané meldet sich nach zwei Jahren vom Olymp des französischen Songwritings zurück und erntet mit seinem achten Album «La musique» in seiner Heimat Lorbeeren.
Dominique A ist für die alternative französische Popszene Held und Phänomen zugleich. Er revolutionierte die Musikwelt wie kein anderer: Mit Erscheinen seines Debüts «La fossette» (1992) bewies er, dass eine Wiedergeburt Serge Gainsbourgs aus dem Geiste der Independent-Szene möglich ist. Neu war auch, dass Dominique A auf ein professionelles Studio verzichtete und seinen Stil bewusst auf trockene Gitarrenklänge und Elektrobeats reduzierte.
Während er bei nachfolgenden Alben immer mehr Gitarrenspuren und Sounds hinzufügte, kehrt er nun im wahrsten Sinne des Wortes zu den Ursprüngen seiner Musik zurück. Er lässt bewusst überflüssige Füllelemente aus, um den einzelnen Akkordflächen den nötigen Freiraum zur klanglichen Entfaltung zu geben. Der Unterschied zum Debüt liegt dabei vor allem in seiner langjährigen Erfahrung und dem Anspruch, das Nouvelle Chanson von seiner wandlungsfähigsten Seite zu zeigen. In einem Moment klingt das Album druckvoll sachlich, dann wieder himmlisch zart, überzogen mit schwebendem Glanz.
Dominique A weiß genau, wie er den Spannungsbogen zwischen 80er Synthies, treibenden Beats, puristischen Instrumentierungen und verzaubernden Melodien einzusetzen hat. Mit klar strukturierenden Elektro-Drums, untermalenden Orgelakkorden und fragilem Gesang im Opener «Le Sens» verweist Dominique A auf seine meisterlichen Tugenden der Reduktion. Den Gegenpol setzt er sogleich mit «Immortels», eine Hommage an den 2009 verstorbenen Songwriter Alain Bashung. Hier wird mit atmosphärisch dichtem Arrangement und zarten Glockenklängen der Fluss des ewigen Lebens zelebriert.
Aber auch die elektronische Seite kommt in dem Album nicht zu kurz. Eindruckvolles Zeugnis sind Stücke wie das vom Wave beeinflusste «Nanortalik» und das «Hôtel Congress». Freunde des klassischen Chanson hingegen kommen bei «Le bruit blanc de l'été» oder «La fin d'un monde» auf ihre Kosten. Mit «La musique» ist Dominique A wieder einmal ein Album mit brillanten Melodien gelungen, das in seiner vollendeten Stilentwicklung schwer zu übertreffen sein wird.
Im April ist Dominique A mit Naïm Amor unterwegs: 19.04. Köln - Stadtgarten, 21.04. Bremen - Stauerei, 22.04. Hamburg - Kampnagel (Vattenfall Lesetage), 23.04. Berlin - Kesselhaus, 24.04. Dresden - Tante Ju, 26.04. Leipzig - Nato, 27.04. Stuttgart - Schocken, 28.04. Heidelberg - Karlstorbahnhof, 29.04. Frankfurt - Brotfabrik.




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