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Karlsruhe Klatsche gegen Düsseldorf: "Der KSC mutierte zur Schießbude der Liga"

Die Talfahrt des Karlsruher SC hat am Sonntag den Tiefpunkt erreicht: 0:3 mussten sich die Badener gegen Fortuna Düsseldorf geschlagen geben. Unter Trainer Mirko Slomka stürzte der KSC damit auf den letzten Tabellenplatz ab. Der Abstand zum ersten Nichtabstiegsrang beträgt bereits vier Zähler.

Schlimmer geht's nimmer - das sieht auch David Kinsombi so. Der Abwehrspieler glaubt zwar trotz der rasanten Talfahrt noch an den Klassenerhalt des KSC, beschönigt aber nichts: "Wenn man die Tabelle anschaut, ist das der Tiefpunkt der Saison." Man hätte die Bedeutung dieser Partie gekannt, wollte gewinnen, um den Anschluss zu schaffen, "aber dazu muss man mehr bringen, muss gieriger sein", so ist die bittere Wahrheit.

"Aufgeben gibt es nicht"

Die Badener sind nach der 0:3-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf Träger der Roten Laterne. Der Anschluss an die Nichtabstiegsregion geht immer mehr verloren. Trainer Slomka konnte den Negativtrend nicht verhindern. Im Gegenteil: Unter Slomka verlor der KSC seine defensive Stabilität, die Karlsruher mutierten zur Schießbude der Liga.

In acht Begegnungen unter seiner Regie kassierten die inzwischen Karlsruher 13 Gegentore. Doch die negativen Bilanzen, der enorme Abwärtstrend, die Pfiffe der Fans - all das wird nicht dazu führen, dass Slomka zurücktritt. Der Coach erklärte auf Nachfrage von ka-news: "Aufgeben gibt es nicht."

KSC beginnt hoffnungsvoll, verliert aber Kontrolle 

Die Partie gegen Düsseldorf begann der KSC ordentlich, war eine Viertelstunde aktiver. Die Fächerstädter hatten die Fortuna anfangs im Griff. Das belegen die Daten. Nach zehn Minuten hieß es drei zu null Eckbälle für die Wildparkprofis. Ballbesitz zu diesem frühen Zeitpunkt: 62,9 Prozent. Zweikampfquote lag bei 68,1 Prozent. Das sind allesamt gute Werte.

Nach 25 Minuten war immer noch alles in Ordnung, aber die Tendenz war fallend: Nur noch 51,3 Prozent Ballbesitz und knapp über 50 Prozent gewonnen direkten Duelle. Am Ende waren es nur noch 48 Prozent Ballbesitz und auch nur noch 48 Prozent gewonnener Zweikämpfe. Aufbäumen nach Rückstand? Fehlanzeige. Die Slomka-Schützlinge ergaben sich ihrem Schicksal.

Das wird bei einem Detail deutlich: Die Laufleistung des KSC lässt seit Wochen nach. Die Profis bewegen sich immer weniger. Gegen Fortuna Düsseldorf waren es nur 109,40 KSC-Laufkilometer. Dieser Wert ist fast nicht zweitligatauglich. Diese Laufleistung ist fast ein Offenbarungseid im Vergleich zu den Werten der vergangenen Saison.

Die Gäste legten 111,12 Kilometer zurück. Jonas Meffert lief 11,02 Kilometer – Bestwert beim KSC. Schwach war auch die Passquote der Badener: 58,36 Prozent sind alles andere als gut. In der gegnerischen Hälfte kam nicht einmal jeder zweite Pass beim Mitspieler an. Das belegt die Unsicherheit im kompletten KSC-Kader. Franck Kom - der defensive Mittelfeldspieler - schoss am häufigsten auf das von Michael Rensing gehütete Gehäuse, nämlich drei Mal. Der Kameruner hatte mit 82 Prozent die beste Passquote. Allerdings waren mehr als die Hälfte seiner Zuspiele Rückpässe.

Drei Spieler gegen Nürnberg gesperrt 

Der sehr blasse Angreifer Stefan Mugosa und Vizekapitän Enrico Valentini gaben jeweils zwei Torschüsse ab. Valentini hatte die meisten Ballaktionen: 73. Kom foulte am häufigsten: fünf Mal. Für ein Foul sah er gelb, ist somit beim Spiel in Nürnberg - wie seine Teamkollegen Jordi Figueras und Stürmer Diamantakos – gesperrt.

Moritz Stoppelkamp versuchte Tempo ins träge und biedere KSC-Spiel zu bringen, sprintete am häufigsten: 37 Mal. Der eingewechselte Fabian Reese war mit 32,28 Stundenkilometern schnellster der Blau-Weißen. Dass Dennis Kempe früh angeschlagen und dadurch nur eingeschränkt agieren konnte, belegt die Anzahl seiner Ballkontakte. Der Linksverteidiger kam auf nur 18 Ballkontakte in 45 Minuten.

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