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Karlsruhe KSC-Neuzugang Lorenz: "Sind gegen Leverkusen nicht chancenlos"

Eingewöhnungszeit brauchte Marc Lorenz beim Karlsruher SC so gut wie nicht. Schon in der ersten Partie gegen Osnabrück hatte er gute Szenen, steigerte sich dann von Spiel zu Spiel. Gegen seinen Ex-Club Wehen Wiesbaden lieferte er seine bisher beste Leistung ab. Und er hat mit den Blau-Weißen ein ganz klares Ziel vor Augen.

Herr Lorenz, drei Torvorbereitungen in vier Spielen – das passt, oder?

Finde ich auch. Es war mein Ziel, dass ich das, was ich in Wiesbaden angefangen habe, hier weitermache. Ich bin auf einem ganz guten Weg und versuche der Mannschaft mit meinen Vorlagen zu helfen.

Gegen Wehen bereiteten Sie beide KSC-Treffer vor, gegen Ihren Ex-Club. Ist das besonders schön?

Das war sehr schön. Trotzdem steht über persönlichen Dingen der Sieg. Den wollten wir unbedingt, er hatte oberste Priorität.

Sie gelten als Passgeber, als Vorbereiter, aber nicht als Toptorjäger. Reicht Ihnen das?

Natürlich schieße ich gerne Tore. Wer nicht? Aber ich bereite auch sehr gerne vor, auch weil ich die Standards gerne übernehme. Mein Spiel ist "außenlastig", ich gebe Flanken und halte mich weniger im Zentrum auf. Das ist nicht so mein Spiel und von dort werden eben die meisten Tore erzielt. Natürlich würde ich gerne ein paar Tore mehr machen, vor allem um so der Mannschaft zu helfen.

Wie viele Treffer wollen Sie für den KSC in dieser Saison vorbereiten? Und wie viele selbst erzielen?

So fünf, sechs Tore sollten es schon sein. Und bei den Vorlagen sind die 15, die ich vergangene Saison vorbereitete, wieder mein Ziel. Da möchte ich schon erreichen. Mindestens.

Ist der Knoten nach dem ersten KSC Sieg in der Saison geplatzt? Hat sich das Team jetzt gefunden?

Wir haben den ersten Sieg, das war sehr wichtig. Aber wir wissen alle, dass wir noch sehr viel Arbeit haben. Wir werden die zwei Wochen ohne Ligaspiel im Training nutzen, um weiter an der Abstimmung zu feilen, um Abläufe noch besser reinzukriegen. Nach dem Sieg gegen Wehen hat man der Kabine schon gemerkt, ja fast gehört, dass vielen von uns ein Stein vom Herzen gefallen ist. Der erste Dreier hat gut getan, denn jeder war mit dem Start, den wir hinlegten, unzufrieden. Jeder wollte unbedingt diese drei Punkte.

Man merkte einigen Akteuren an, dass Sie verunsichert sind. Selbst Routinier Daniel Gordon zeigte Nerven. Ist diese Verunsicherung nun weg?

Wir sind trotz des schlechten Starts mit breiter Brust aufgetreten. Aber nach diesem Erfolg wird das wohl noch besser. Wir haben gegen Wiesbaden wenig zugelassen, ziehen daraus Selbstvertrauen.  

Ihre Karriere verlief wechselhaft. Sie haben Zweitligaerfahrung, spielten auch oft in Liga drei. Warum verließen Sie die zweite Liga in Richtung Liga drei?

Es gehört auch beim Fußball immer etwas Glück dazu. Zum Beispiel, dass der Trainer auf einen setzt, dass der eigene Spielstil zum Trainer und zur Mannschaft passt. In Bielefeld hat es unter Trainer Norbert Meier eben nicht gepasst.

Er wollte aus mir einen Spieler machen, der viel dribbelt, der nach innen zieht, sich mehr im Zentrum aufhält. Das ist nicht meine Art zu spielen. Daher haben sich eben die Wege nach dem Bielefelder Aufstieg getrennt. Aber ich denke, dass ich es mit dem KSC wieder in die zweite Bundesliga schaffen werde, um dann noch drei, vier Jahre zu zeigen, dass ich das auch spielen kann.  

Warum sind Sie zum KSC gewechselt?  

Die Perspektiven, die der Verein bietet und die Tradition des KSC. Man denke an die 2.500 Fans beim Trainingsauftakt, an die tolle Stimmung im Stadion vor 15.000 Zuschauern. Eine solche eine Fan-Base zu haben, klasse. Und ganz wichtig: Die Ziele des KSC und mein Ziel sind deckungsgleich. Wir wollen in Liga zwei.  

Jetzt kommt das Pokalspiel gegen Leverkusen. Was rechnen Sie sich da aus?  

Ich sehe die Pokalpartie als Bonusspiel für uns. Ich habe mit Bielefeld im Pokal gute Erfahrungen gemacht, habe damals das Halbfinale erreicht. Ich weiß, was da auch für Drittligisten möglich ist. Die Bundesligisten haben noch kein Pflichtspiel absolviert, wir schon vier. Wir sind nicht chancenlos. Wir müssen in der Defensive sicher stehen, nach vorne, da können wir immer ein Tor machen. Zudem können uns unsere Fans zum Pokaltriumph gegen Leverkusen treiben.    

Der KSC ist erstmals in dieser Saison in einem Pflichtspiel nicht Favorit. Ist das ein Vorteil?  

Gegen diese Leverkusener sind wir ganz sicher nicht Favorit. Wir haben da nichts zu verlieren, können befreit aufspielen. Wir werden alles versuchen, im Pokal die zweite Runde zu erreichen. Da kann man wieder gegen einen tollen Club antreten. Leverkusen ist ein attraktiver und guter Gegner. Da muss bei uns alles stimmen, dann haben wir eine Chance.  

Man kennt Sie im Badischen noch nicht. Wie sieht Ihre Selbstbeschreibung aus?  

Als Fußballspieler bin ich sehr zielstrebig, bin einer der den unbedingten Willen hat, erfolgreich zu sein. Ich versuche die Mannschaft mitzureißen, bin auf dem Platz sehr emotional. Auf dem Spielfeld bin ich ein anderer Typ wie privat. Da bin ich eher ruhig und gelassen. Auf dem Spielfeld will ich auch den Ton mit angeben. Ich bin in einem Alter, in dem ich den jungen Spielern helfen kann.  

Was macht Marc Lorenz, wenn er nicht Fußball spielt?

Ich spiele sehr gerne eine Runde Golf. Nicht leistungsmäßig, sondern alleine vier Stunden auf dem Golfplatz zu stehen, die Ruhe zu erleben. Das tut mir sehr gut als Ausgleich. 

Die Fragen stellte Peter Putzing. 

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Kommentare (18)
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  •   Monsignore007
    (116 Beiträge)

    09.08.2017 18:50
    Ein weiterer Abstieg wäre doch nur ein Gewinn....
    ...für den KSC. Entfällt dann nicht die Miete für das Hyper-Mega-Neubaustadion?
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  •   Rundbau-Gespenst
    (9542 Beiträge)

    09.08.2017 22:46
    Hochwürden Bond schreibt
    Dünnes...
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  •   RaZheL
    (137 Beiträge)

    09.08.2017 17:57
    Im Artikel
    @ka-news.de Aber wie wissen alle > WIR
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  •   Mozzer
    (1476 Beiträge)

    09.08.2017 16:43
    Ich finde....
    ....es nicht ganz unwichtig, im Pokal was zu reißen. Zum einen würde man enorm Selbstvertrauen für die Runde tanken und das mit dem zusätzlichen Einnahmen wäre ja auch nicht ohne. Lorenz tut es bestimmt gut, wenn er unter Meister seine Lieblingsposition spielen kann. Von Norbert Meier halte ich eh nicht viel und so wie es aussieht, denkt Lorenz das gleiche....passt also....
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  •   KSC1894
    (337 Beiträge)

    09.08.2017 12:37
    Knoten geplatzt?
    Das wird das Spiel in Köln zeigen.
    Hier wird schon wieder ein Spieler in den Vordergrund gestellt weil er 3 Torvorlagen gegeben hat.
    Das mit den Vorlagen hat er gut gemacht keine Diskussion. Aber seine Defizite hat er ja angesprochen er geht nicht gern in die Mitte und im Dribbling hat er auch Schwächen. Hinzu kommt das er keine Laufwege für Mitspieler geht und nach hinten nur Alibizweikämpfe führt. Da muss deutlich mehr kommen auch im direktem und schnellen Passspiel das kann er fast gar nicht. Ein Sieg und schon ist alles wieder klasse. Wir haben noch nichts erreicht. Also Ball flach halten.
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  •   Bailles
    (69 Beiträge)

    10.08.2017 00:23
    Schlecht Informiert ! ! !
    "auch im direktem und schnellen Passspiel , ---das kann er fast gar nicht---"Du schreibst aber was für einen Scheiß hier rein. Von seinen 15 Torvorlagen letzte Saison , hat er 11 mit einem Ballkontakt vorgelegt. Und du SuperTrainer noch etwas: Seine Aussage das er die 15 nochmal setzt , wird er locker übertreffen (sofern Verletzungsfrei) Und noch eine Bemerkung: Insgesamt ist dein Artikel Schwachsinnig und das auch noch mit dem Namen KSC1894. ! ! !
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  •   Waterman
    (5787 Beiträge)

    09.08.2017 14:45
    Des einen Dribbelschwäche,
    ist des anderen Kommaschwäche grinsen

    Nobody is perfect!
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  •   master-of-comment
    (3615 Beiträge)

    09.08.2017 15:28
    Und immerhin ...
    ist der eine zum besten Spieler des 4. Spieltags in der 3. Liga gewählt worden, während der andere vermutlich noch nie zum besten Kommentator des Spieltags gewählt wurde ... zwinkern
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  •   Rundbau-Gespenst
    (9542 Beiträge)

    09.08.2017 16:12
    der war
    Spitze!

    grinsen
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  •   Eckfaehnchen
    (1764 Beiträge)

    09.08.2017 16:40
    Keine schlechte Idee,
    wenn ka news montags den besten Kommentator wählen lassen würde. Besonders nach Niederlagen wäre
    die Auswahl riesengroß und es gäbe Klicks, Klicks, Klicks...........
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