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Karlsruhe Neuer KSC-Trainer gesucht: "Sorgfalt geht vor Schnelligkeit"

Die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel verbrachte KSC-Sportdirektor Jens Todt mit seiner Familie. Doch das Handy war zu keinem Zeitpunkt aus. Denn: Der Karlsruher SC ist auf Trainersuche und zudem ist das Transferfenster geöffnet. Von Anfang bis Ende Januar. Und da könnte sich ja etwas ergeben. Mit Jens Todt sprach Peter Putzing.

Herr Todt, zunächst: Ihrer Familie und Ihnen: Alles Gute im neuen Jahr. Das Transferfenster ist offen. Werden in dieser Zeit vom KSC neue Akteure verpflichtet?

Danke, allen ka-news-Usern auch alles Gute. Neuverpflichtungen sind unwahrscheinlich. Wir vertrauen unserem jetzigen Kader, halten aber natürlich trotzdem immer die Augen offen und beobachten den Markt.

Werden eventuell einige KSC-Akteure ausgeliehen? Kandidaten dazu wären die unzufriedenen Mohammed Gouaida oder auch Angreifer Pascal Köpke?

Es sieht derzeit alles danach aus als würden alle Spieler des Kaders an Bord bleiben.

Der KSC zeigte vor der Winterpause aufsteigende Form, holte etliche Punkte. Wie wichtig, vor allem für die Ruhe im Verein, und den weiteren Saisonverlauf waren diese Erfolge?

Wir hatten und haben Ruhe im Verein. Die Siege waren in erster Linie für die Mannschaft wichtig. Sie ist in den Wochen davor - trotz teilweise sehr guter Leistung – oft leer ausgegangen. Diese Erfolgstendenz ist eine Bestärkung dafür, dass die Mannschaft sich weiterhin positiv entwickelt und schwierige Situationen als Team meistern kann.

Sie haben sich mit dem Präsidium auf einen neuen Zeitplan bei der Suche nach einem Kauczinski-Nachfolger verständigt. Präsident Wellenreuther erklärte, man habe keine Eile. Im Frühjahr soll Klarheit herrschen. Geplant war Weihnachten. Warum diese Kehrtwende?

Wir haben uns bewusst von Anfang an keine klare Deadline gesetzt. Die Trainerfrage ist die wichtigste Personalentscheidung eines Vereins, und Sorgfalt geht hier vor Schnelligkeit.

Wer stellt denn nun den Kader zusammen? Sie? Das Präsidium? Kauczinski?

An unserer Herangehensweise hat sich seit der Ankündigung, dass Markus den Verein verlassen wird nichts geändert. Unser Scout Lothar Strehlau, das Trainerteam und ich diskutieren die künftige Zusammenstellung der Mannschaft. Seit einigen Monaten bekommen wir beim Scouting Unterstützung von einer Projektgruppe des Karlsruher Instituts für Technologie, die wir ins Leben gerufen haben. Die daraus resultierenden Vorschläge diskutiere ich mit dem Präsidium, und anschließend entscheiden wir gemeinsam. Also alles wie gehabt. Aber sobald feststeht wer neuer Trainer wird, wird dieser natürlich sofort in die Planungen eingebunden.

Was ist, wenn sie zwei Spielmacher holen, der neue Trainer aber auf solche Spielertypen gar nicht setzt?

Auch der neue Trainer des KSC wird bemüht sein, das Maximale aus den vorhandenen Möglichkeiten herauszuholen. Dabei ist Pragmatismus angesagt und nicht das sture Beharren auf einem bestimmten Spielsystem. Wir werden aber auch in der kommenden Saison einen Kader haben, der Variationen zulässt.

13 Verträge laufen aus. Auch der von Dennis Kempe. Einem deutschen Linksverteidiger, der gute Leistungen zeigt. Und der bei anderen Clubs begehrt ist. Auch andere Akteure sind für Clubs interessant. Haben Sie keine Angst, dass der eine oder andere ein Angebot annimmt, weil er weiß, wer dort Trainer ist?

Fakt ist, dass wir in dieser Saison mit der Kaderplanung nicht so weit sind wie in den vergangenen beiden Jahren zum selben Zeitpunkt. Das hat natürlich erstens mit dem schwierigen Saisonstart und zweitens mit der ungeklärten Trainerfrage zu tun. Wir kennen aber den Markt und die Konkurrenzsituation und führen bereits Vertragsgespräche. Wir reden allerdings erst über Abschlüsse, wenn sie auch in trockenen Tüchern sind.

Es war zu hören, dass potenzielle Neuzugänge wissen wollen, wer KSC Coach ist, wenn sie in den Wildpark kommen. Befürchten Sie nicht, dass unter den momentanen Umständen und Planungen etliche absagen werden?

Natürlich erschwert die ungeklärte Trainerfrage die Kaderplanung, das bestreite ich gar nicht. Aber es ist immer noch besser, sich in aller Ruhe um die beste Lösung zu bemühen als unter Zeitdruck und in einer sportlichen Krise Entscheidungen treffen zu müssen. Diese Zeiten hat es beim KSC ja durchaus auch gegeben.

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