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Karlsruhe Nach dem Abstieg: KSC erwartet intensive Wochen des Neuaufbaus

Die Wut und Enttäuschung ist "am Tag danach" der Ernüchterung gewichen: Der Karlsruher SC muss nach elf Jahren tatsächlich wieder den schweren Gang in die Drittklassigkeit antreten. Ein hartes Schicksal für den Verein, doch ist der Abstieg nach dieser Saison mit viel Schatten und wenig Licht nicht ganz unverdient.

"Wir haben den Klassenerhalt nicht heute verpasst, sondern wir haben Gelegenheiten über das ganze Jahr gehabt", erklärte ein enttäuschter Cheftrainer Markus Kauczinski nach der Partie: "Die Schwächen die wir haben, waren augenscheinlich."

Damit meinte er Situationen bei ruhenden Bällen. 34 Mal schlug es in dieser Spielzeit nach Standards im KSC-Tor ein. "Es ist bezeichnend, dass der Abstieg im Prinzip durch einen ruhenden Ball besiegelt wurde", so Manager Oliver Kreuzer, der nach eigener Aussage einen der bittersten Momente seiner Karriere erlebte. Wie geht es nun weiter für den KSC? Diese Frage konnte am Montagabend natürlich noch niemand beantworten. Die Enttäuschung war zu groß: "Die Stimmung ist getrübt, die Jungs weinen", sagte Kauczinski. Dass bei einigen Zuschauern (Fans wäre in diesem Zusammenhang die falsche Bezeichnung) nach Spielende eine "Sicherung" durchbrannte, ist trotzdem unverständlich.

Es wurden Versuche unternommen die Geschäftsstelle des KSC zu stürmen, lautstark wurden die Spieler verlangt. Und diese stellten sich, hörten sich die Vorwürfe an und suchten nach Erklärungen. Keine leichte Aufgabe: "Wir sind abgestiegen, ich habe keine Ahnung wie es weitergeht. Die Gefühle lassen sich nur schwer in Worte fassen", so Kapitän Alexander Iashvili für den der Abstieg vielleicht das traurige Karriereende bedeutet.

"Die Mannschaft wird es in dieser Form nicht mehr geben"

"Da kommt jetzt viel Arbeit auf uns zu. Das wird jetzt mit Sicherheit eine schlaflose Nacht für uns alle. Der morgige Tag wird extrem schwer", meinte KSC-Manager Kreuzer. "Es ist bekannt, dass es die Mannschaft in dieser Form nicht mehr geben wird." Mit Timo Kern, Dirk Orlishausen, Sebastian Schiek und Hakan Calhanoglu besitzen nur vier Spieler einen gültigen Vertrag für die 3. Liga. "Uns erwarten intensive Wochen", pflichtete Kauczinski ihm zu.

Keine leichte Aufgabe wartet da auf den KSC: Schnell muss der Scherbenhaufen, den diese Saison hinterlassen hat, aufgekehrt werden, anschließend muss eine fast komplett neue Mannschaft zusammengestellt werden. Die Zeit drängt, denn am Wochenende 20.-22. Juli startet bereits die neue Spielzeit.

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