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Karlsruhe Nach Geisterspiel-Urteil: KSC geht in Berufung

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Karlsruher SC in Frankfurt wegen fünf Fällen eines unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger dazu verurteilt, ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. Der KSC geht in Berufung.

Das Sportgericht folgte in der mündlichen Verhandlung dem Antrag des DFB-Kontrollausschusses, dem der KSC nicht zugestimmt hatte. Da der Club umgehend ankündigte, Berufung vor dem DFB-Bundesgericht einzulegen, kann das erste Heimspiel des KSC am 28. Juli gegen den Halleschen FC wohl doch vor Zuschauern stattfinden.

Der Zuschauerausschluss soll erst vollstreckt werden, wenn das Urteil rechtskräftig ist, was durch die Berufung des KSC noch andauern kann. "Es bleibt zwar nach diesem Urteil bei einem Zuschauerausschluss, aber wir haben wahrscheinlich das Spiel gegen Halle gerettet", sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. "Wir haben gekämpft wie ein Löwe."

DFB ahndet Krawalle beim Abstiegsspiel

"Das Urteil hat generalpräventive Bedeutung. Zuschauerausschreitungen haben an Zahl und Umfang erheblich zugenommen. Eine Geldstrafe oder ein Teilausschluss für ein Spiel in der 3. Liga hätten als Strafmaß nicht ausgereicht", erklärte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts.

Der DFB ahndete damit insbesondere die Vorkommnisse beim Relegations-Rückspiel des KSC gegen Jahn Regensburg am 14. Mai. Damals hatten rund 200 Karlsruher Zuschauer nach Spielende teilweise gewaltsam das Spielfeld gestürmt, Pyrotechnik abgebrannt und Ordner angegriffen. Auch wurde versucht, den Gästebereich und die Geschäftsstelle zu stürmen. Insgesamt wurden mehr als 70 Personen verletzt, unter ihnen 18 Polizeibeamte.

KSC geht in  Berufung

"Wir werden in der Sache selbst aber auf alle Fälle in die Berufung gehen", erklärte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther am Montagabend auf der Homepage des Vereins. "Das DFB-Sportgericht wollte hier ein Exempel statuieren. Das wurde auch ausdrücklich von deren Seiten so formuliert."

Der KSC habe in der mehr als dreistündigen und mehrfach unterbrochenen Verhandlung einige Teilerfolge erzielen können. So wurde laut KSC der in der Anklage formulierte Vorwurf an den KSC-Ordnungsdienst fallen gelassen, der bei der Begegnung gegen Eintracht Frankfurt überrannt worden war. Darüber hinaus erhält der Verein keine Geldstrafe - ursprünglich war hier ein Bußgeld von 15.000 Euro für den KSC beantragt worden. Somit wird der Verein ausschließlich wegen des gravierenden Fehlverhaltens seiner Anhänger bestraft.

"In allererster Linie bleibt festzuhalten, dass der Grundtenor des Urteils ein anderer ist", so Wellenreuther. "So ist es uns aller Voraussicht nach möglich, unser erstes Heimspiel gegen den Halleschen FC vor Publikum austragen zu können."

Dieser Artikel wurde am Dienstagmorgen bearbeitet und mit weiteren Infos erweitert.

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