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Karlsruhe KSC-Präsident Wellenreuther: "Um meine Person geht es überhaupt nicht"

Der Karlsruher SC steht nach dem Abstieg in die 3. Liga vor einem Trümmerhaufen. KSC-Präsident Ingo Wellenreuther will weiter Verantwortung für den Verein übernehmen. Im ka-news-Interview erklärt er, was mit den Krawallmachern passiert, warum ein Wiederaufstieg auch mit wenig Geld möglich ist und ob seine Chancen bei der kommenden Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe durch den Abstieg geschrumpft sind.

Wie sieht nach dem Abstieg Ihre persönliche Zukunft als KSC-Präsident aus - werden Sie sich im Herbst zur Wiederwahl stellen?
Es bleibt natürlich bei dem, was ich in den letzten Wochen bereits gesagt habe: Auch in schwierigen Zeiten stehe ich zum KSC und wir - also meine Vizepräsidenten und ich - gehen nicht von der Fahne. Wenn die Mitglieder es wollen, werden wir in der Verantwortung bleiben.

Aktuell haben nur Hakan Calhanolglu, Timo Kern, Sebastian Schiek und Dirk Orlishausen einen gültigen Vertrag für die 3. Liga. Kann mit einem Lizenzspieleretat von nur vier Millionen Euro der sofortige Wiederaufstieg überhaupt gelingen?
Wir wissen natürlich, dass das sehr ambitioniert ist, aber unser Ziel muss der sofortige Wiederaufstieg sein, denn der KSC gehört mindestens in die 2. Liga. Sportlicher Erfolg hängt nicht nur am Geld: Jahn Regensburg ist jetzt aufgestiegen und das mit einem Gesamtetat von nur rund 1,5 Millionen Euro. Mit einem Mannschaftsgeist und mit Kämpferherz lässt sich im Fußball also viel erreichen.

Nach dem Abstieg des KSC war es am Montag zu schweren Krawallen gekommen. Der Verein hat das scharf verurteilt. Bekommen die Störer jetzt Stadionverbot im Wildpark?
Wenn die Ermittlungen der Polizei abgeschlossen sind, das heißt die Taten aufgeklärt und die Täter festgestellt sind, werden wir jeden Einzelfall bewerten. Je nach Schwere der Tat sind Stadionverbote zu erwarten.

Sie wollen im Dezember Oberbürgermeister von Karlsruhe werden. Inwiefern schmälert der Abstieg des KSC Ihre Chancen auf einen möglichen Wahlsieg?
Der Abstieg ist ein ganz bitterer Moment für den Verein und die Mannschaft, die Mitglieder, Fans und Freunde des KSC und viele Menschen in Karlsruhe und in der Region. Der Verein muss sofort eine neue Mannschaft zusammenstellen und die Lizenz sichern. Um meine Person geht es dabei überhaupt nicht. Unabhängig davon werden die Karlsruher im Dezember die wichtige Entscheidung treffen, wem sie es am meisten zutrauen, Karlsruhe in den nächsten acht Jahren mit Sachkenntnis und Leidenschaft voran zu bringen.

Die Fragen stellte Moritz Damm

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