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Karlsruhe KSC-Coach Markus Schupp: "Ein guter Start sieht anders aus"

KSC-Trainer Markus Schupp kann mit dem Rückrundenstart seiner Mannschaft nicht zufrieden sein: Zwei Niederlagen, 2:5 Tore. Da passt es irgendwie ins Bild, dass das Heimspiel gegen die Münchner "Löwen" am Wochenende dem Wetter zum Opfer gefallen ist.

Doch man könnte die Spielabsage auch positiv bewerten. Immerhin ermöglicht sie dem KSC sich intensiv auf die Auswärtspartie bei St. Pauli vorzubereiten. Zudem kann mit der Rückkehr einiger angeschlagener Leistungsträger gerechnet werden. Damit hätte Schupp, was den aktuellen Spielbetrieb angeht, einige Sorgen weniger. Doch die Herausforderungen werden für den KSC-Coach nicht kleiner. Peter Putzing sprach mit dem 44-Jährigen.

ka-news: Herr Schupp, die Partie gegen 1860 München musste wegen des starken Schneefalls abgesagt werden. Beim KSC wären wohl Alexander Iashvili, Michael Mutzel und Toni Fink ausgefallen. Da war die Spielabsage doch ganz gut, oder?
Schupp:
Auch wenn ein paar wichtige Spieler nicht dabei gewesen wären: Ich hätte gerne diese Partie ausgetragen.

ka-news: Jetzt kann der KSC schon am Freitag in St. Pauli Neuzugang Marvin Matip einsetzen. Wie schätzen Sie Matip ein?
Schupp: Matip ist ein gelernter, guter Innenverteidiger. Er hat in der Defensive schon auf allen Positionen gespielt. Er verfügt über Erstliga- und Zweitligaerfahrung. Ich bin froh, so einen Spieler im Kader zu haben.

ka-news: Die aktuelle Situation ist schlecht. Der KSC startete mit null Punkten und fünf Gegentoren in die Rückrunde. Ein Fehlstart, oder?
Schupp: Ein guter Start sieht anders aus, ganz klar.

ka-news: Trotz dieses Auftakts glaubt der neue Manager Arnold Trentl, dass der dritte Platz möglich ist.
Schupp: Ich hätte nichts dagegen, wenn er Recht behält.

"Wir müssen unsere Fans überzeugen"

ka-news: Das Präsidium spricht von einem “Zwischenjahr.“ Das bedeutet: Es geht um nichts mehr. Damit hat es ein Trainer doch schwer, die Elf zu motivieren.
Schupp: Es ist eine Übergangszeit. Es sehen doch alle, dass wir eine neue Elf haben. Trotzdem wollen wir jedes Spiel so erfolgreich wie möglich bestreiten.

ka-news: Der Kader ist schlecht zusammengestellt. Da stehen ein Dutzend Mittelfeldspieler unter Vertrag, aber nur zwei Außen- und drei Innenverteidiger.
Schupp: Dass die Balance im Kader nicht in Ordnung ist, steht außer Frage. Aber wir können nichts ändern, müssen versuchen, das Beste daraus zu machen.

ka-news: Der KSC hat große Abwehrprobleme. Das beweist die Statistik: Nur ein Spiel endete zu null.
Schupp: Wir hatten zuletzt wieder Probleme mit der Kompaktheit und dem Umschalten. Zuvor, in den letzten Spielen in der Vorrunde, wurde das immer besser. Im Moment ist es weniger gut, weil gegen Paderborn neun Spieler aus dem engeren Kader fehlten. In St. Pauli kehren einige zurück, daher bin ich positiv gestimmt. Wir stehen in der Pflicht. Es muss kein schönes Spiel sein, aber wir müssen unsere Fans überzeugen. Wir haben das Format, um jeden in dieser Liga zu schlagen.

"Mit Mittelmaß wollen wir uns nicht zufrieden geben"

ka-news: Aber gegen Paderborn fehlte es gar an Grundvoraussetzungen wie Laufbereitschaft, Wille und Kampf. Und Gelbe Karten für einen knallharten Zweikampf - Fehlanzeige.
Schupp: Wir haben gesehen, dass wir zu brav waren. Man soll niemand verletzen, aber man muss eine gesunde Härte zeigen.

ka-news: Präsidium und Manager, die sie verpflichteten, sind weg. Es gab Probleme mit den neuen Chefs, es soll sogar eine Abmahnung gegeben haben. Denkt man da, wenn man im stillen Kämmerlein sitzt: Mein Gott, wo bin ich da gelandet?
Schupp: Es gab keine Abmahnung. Anfangs haben wir zu wenig geredet. Anfängliche Probleme sind ausgeräumt. Mit Manager Trentl und Vizepräsident Glesius gab es viele gute Gespräche. Jetzt passt es gut, es hat sich alles normalisiert.

ka-news: Aufgrund des Potentials im Kader wird der KSC wohl nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen. Aber: Es könnte eine langweilige Rückrunde drohen.
Schupp: Das wollen wir vermeiden. Mit Mittelmaß wollen wir uns nicht zufrieden geben. Wir wollen natürlich jedes Spiel gewinnen - und das können wir auch. Egal ob gegen Kaiserslautern oder Augsburg. Schauen wir nach vorne.

ka-news: Für die kommende Saison sind ihnen die Hände schon jetzt fast gebunden. 17 Verträge sind da noch gültig - und "Enfant terrible" Toni da Silva, der fast eine Million Euro jährlich kassieren soll, kehrt aus Basel zurück.
Schupp: Das ist eine Herausforderung und ich liebe so etwas. Wir sind in Gesprächen, in der Planung - es macht Spaß. Jeder Spieler muss wissen: Das Team steht im Vordergrund und es geht nur über die totale Leistungsbereitschaft.

(Interview: Peter Putzing)


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