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Karlsruhe KSC-Coach Kauczinski: "Wir haben alles selbst in der Hand"

Mit Markus Kauczinski kehrte der Karlsruher SC auf die Erfolgsspur zurück. Seit der ehemalige Coach der Regionalliga-Mannschaft den erfolglosen Jörn Andersen als Cheftrainer ablöste, ergatterten die Badener in sieben Spielen stolze 13 Punkte. Der 42-Jährige, der seit wenigen Wochen DFB-Fußballlehrer ist, gewann zuvor zudem noch eine Partie als Interimscoach.

Vor allem schaffte es Kauczinski, dass der KSC enorm heimstark wurde: Die vier zuletzt im Wildpark ausgetragenen Partien wurden allesamt gewonnen. Dabei erzielten die Karlsruher sieben Treffer und blieben ohne Gegentor.

Mit dem Diplomsportlehrer Kauczinski sprach Peter Putzing

Herr Kauczinski, ist die Teilnahme an den Relegationsspielen für den KSC ein Erfolg oder eher eine Enttäuschung?
Die Relegation ist für uns ein Riesenerfolg. Wir waren schon abgeschlagen, hatten fünf Punkte Rückstand. Die Relegation war das Optimale und das haben wir rausgeholt, wenn auch mit etwas Glück sogar noch mehr drin gewesen wäre. Jetzt gehen wir mit viel Herz und Leidenschaft in die Spiele gegen Jahn Regensburg. Wir haben alles selbst in der Hand und wir ziehen das jetzt durch.

Gibt es keine Enttäuschung darüber, dass der Klassenerhalt doch nicht direkt geklappt hat?
Überhaupt nicht.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die beiden Relegationsspiele?
Das sind offene Spiele. Das war bisher immer eng, das haben die Relegationen gezeigt. Bekannt ist auch, dass die Drittligisten gute Chancen haben...

Die bisherigen Relegationen gewannen immer die Drittligisten...
Richtig, aber das interessiert mich nicht. Zudem war der KSC da noch nie dabei. Wir haben gezeigt, dass wird den Druck gut verarbeiten, dass wir unter Druck gute Leistungen abliefern. Das zu wissen ist wichtig. Wir können mit Druck umgehen, wir funktionieren auch dann.

Auswärts hat der KSC nicht viel gerissen. Gerade einmal ein Dreier wurde da in der Saison eingefahren. Wird das verdrängt?
Wir denken an eine gute Vorbereitung. Wir fahren am Donnerstag nach Regensburg, trainieren im Stadion von Jahn und wir wissen, dass am Freitag viele KSC-Fans im Stadion sein werden. Wir werden uns optimal auf Jahn einstellen, damit wir unsere beste Leistung abrufen werden.

Gibt es mögliche personelle Veränderungen oder vertrauen Sie der Startelf, die es gegen Frankfurt gerichtet hat?
Da ist noch nichts entschieden. Wir machen uns noch Gedanken. Möglich ist, dass wir einen Stürmer austauschen, falls ich das Gefühl habe, dass da ein anderer besser passen würde.

"Gegen Regensburg wird es ein enger Kampf"

Haben Sie sich über Regensburg informiert?
Aber klar, seit Wochen schon. Ich hatte das irgendwie im Gefühl, dass es gegen Jahn gehen könnte. Wir haben alles zusammengetragen, haben viele Informationen eingeholt und uns schlau gemacht.

Was sind denn die Erkenntnisse, wo sehen sie die Stärken und Schwächen von Regensburg?
Die agieren als Team. Vor allem in der Vorwärtsbewegung sind sie stark. Schweinsteiger ist ein torgefährlichen Mann, Secuk Alibaz dahinter ist ein guter, quirliger Akteur. Wir sind gewappnet. Wir wissen, gegen Regensburg wird es ein enger Kampf. Aber wir wollen auch auswärts gewinnen.

Was Hoffnung macht, ist die beeindruckende KSC Heimbilanz unter ihrer Regie.
Logisch, wir haben gezeigt, dass wir zu Hause richtig gut spielen können, aber das wollen wir auch in Regensburg zeigen. Wir freuen uns darauf, das ist eine Riesenchance. Wir sind heiß.

"Jahn wird alles dafür geben, in die zweite Liga aufzusteigen"

Sind die Chancen besser als 50:50?
Das weiß ich nicht. Etwas mit Prozenten auszudrücken ist immer schwierig.

In Regensburg wird sich wohl Cheftrainer Weinzierl in Richtung FC Augsburg verabschieden. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein, könnte das auf die Leistung der Regensburger negativen Einfluss haben?
Das wird die Leistung der Regensburger nicht negativ beeinflussen. Die spielen, um aufzusteigen. Der Jahn wird alles dafür geben, in die zweite Liga aufzusteigen, auch wenn der Trainer eventuell geht.

Ist es für Sie nachvollziehbar, dass ein Trainer geht, obwohl der bei Jahn Regensburg so viel Erfolg hatte?
Das sollen andere beurteilen, da denke ich mich nicht rein. Mein Fokus liegt einzig und allein auf meiner Mannschaft und meiner Arbeit hier.

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