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Karlsruhe Der KSC in der Dritten Liga: Zuschauen jetzt erst recht

Viertel nach zehn am gestrigen Abend war es traurige Realität: Der Karlsruher SC steigt in die Dritte Liga ab. Die Enttäuschung ist groß - bei Spielern, Verantwortlichen und den Fans. Viele waren fassungslos, dass das scheinbar Unmögliche trotz aller Hoffnung Realität geworden war. Egal welche Maßnahmen der Verein ergreift, um fußballerisch wieder bessere Zeiten anbrechen zu lassen - die Unterstützung seiner Anhänger braucht der KSC nun mehr denn je.

Für seine Fans (also nicht die Schar derer, die gestern nach Abpfiff meinten, sie müssten mit Gewalt ihrem Ärger Luft machen) ist der KSC eine Herzenssache.

Stadionatmosphäre ohne überflüssige TV-Kommentare

Sie sind geduldig - und auch leidensfähig. In guten, wie in schlechten Zeiten halten sie zu ihrem Verein. Doch die Erfahrung zeigt: Steigt ein Verein ab, sinken damit auch die Zuschauerzahlen.

Warum eigentlich? Natürlich erwarten die Karlsruher Kicker unter anderem mit dem 1. FC Heidenheim oder Preußen Münster keine Topmannschaften des deutschen Fußballs. Doch fußballerische Schwergewichter waren in der letzten Zeit sowieso rar im Wildparkstadion - abgesehen von Schalke 04 in der zweiten Runde des DFB-Pokal vergangenen Oktober, wo der Mannschaft beinahe die Sensation gelungen wäre. Wollte man erstklassigen Fußball live sehen, half da nur ein Abo des Bezahlfernsehens.

Einen Vorteil hat es jedoch auf jeden Fall, wenn mehr Platz im Block ist: Man bezahlt für einen Stehplatz und kriegt dann einen Sitzplatz. Auch die Kartenpreise werden wieder günstiger werden. Und frische Luft gibt es bei jedem Spiel gratis mit dazu. So ist der Besuch im Wildpark stickigen Kneipen vorzuziehen, wo man sich auf harten Holzstühlen zwar gemütlich zurücklehnen kann, aber ein Teil der Stadionatmosphäre verloren geht zugunsten teilweise überflüssiger Kommentare so genannter TV-Fußballexperten.

Duelle gegen die Stuttgarter Kickers und VfB Stuttgart II

Zauberfußball werden die treuen KSC-Anhänger auch in der Dritten Liga kaum zu sehen bekommen. Aber das schließt keineswegs aus, dass sich die Mannschaft nicht doch spannende Partien gegen alte Bekannte wie die Offenbacher Kickers oder Wacker Burghausen liefert. Brisant könnten vor allem die Duelle gegen die Stuttgarter Kickers oder die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart werden.

Außerdem geht nichts über die obligatorische Stadionwurst und den anschließenden Marsch durch den Schloßgarten Richtung Straßenbahn - Schulter an Schulter mit anderen Fans, die bereits rege über die Leistung der Mannschaft diskutieren.

Der Anteil an Schönwetter-Fans, denen egal ist, wer spielt, Hauptsache sie tun es schön, wird zweifelsohne abnehmen. Doch zurück bleiben Fußball-Enthusiasten, für die der KSC eine echte Herzensangelegenheit ist und ihm treu bleiben - in guten wie in schlechten Zeiten.

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